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Tüfteln für praktische Lösungen

Zum 25. Geburtstag des Forschungsinstitutes für Bergbaufolgelandschaften e. V. (FIB) gratuliert hier Jens Krause, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus. FIB-Direktor Dr. Michael Haubold-Rosar, Verwaltungsleiterin Silvia Schmidt und der stellvertretende Institutsdirektor Dr. Dirk Knoche (v.r.) nehmen eine Urkunde der IHK entgegen.
Zum 25. Geburtstag des Forschungsinstitutes für Bergbaufolgelandschaften e. V. (FIB) gratuliert hier Jens Krause, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus. FIB-Direktor Dr. Michael Haubold-Rosar, Verwaltungsleiterin Silvia Schmidt und der stellvertretende Institutsdirektor Dr. Dirk Knoche (v.r.) nehmen eine Urkunde der IHK entgegen. FOTO: Gabi Böttcher
Finsterwalde. Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften liefert seit 25 Jahren Know-how für gesündere, lebenswerte Umwelt und bereitet Konferenz an IBA-Terrassen vor. Gabi Böttcher

Rekultivierung in Forst- und Landwirtschaft, der Einsatz für saubere Gewässer, Landschaftsentwicklung und Naturschutz - seit nunmehr 25 Jahren mischen die Wissenschaftler und Mitarbeiter des Forschungsinstitutes für Bergbaufolgelandschaften e.V. (FIB) Finsterwalde bei diesen Prozessen mit. Markenzeichen des Institutes ist die anwendungsorientierte Forschung. "Wir greifen die Probleme auf, die real vorhanden sind und versuchen, Lösungen zu finden", unterstreicht der wissenschaftliche Direktor Dr. Michael Haubold-Rosar.

Im Fokus öffentlicher Aufmerksamkeit steht dabei immer wieder die Qualität der Gewässer, die vor allem durch den Braunkohleabbau und dessen Langzeitfolgen beeinflusst ist. Marktreif ist die von den Wissenschaftlern des FIB mit Partnern entwickelte und für die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) unter Praxisbedingungen geprüfte Technologie, schon im Grundwasserleiter vorhandene Bakterien zu aktivieren, um so das darin transportierte Eisensulfat auszufällen und die Oberflächengewässer zu schützen. Ein weiteres aktuelles Forschungsfeld ist es, im öffentlichen Raum - zum Beispiel beim Mähen von Straßen- und Gewässerrändern oder der Landschafts- und Baumpflege - anfallende Biomasse für die Energiegewinnung nutzbar zu machen. Fortgeführt wird auch die mit Praxispartnern im vorigen Jahr begonnene Forschung zur wasser- und energiesparenden Beregnung landwirtschaftlicher Flächen.

Der 25. Geburtstag des Institutes war am vorigen Freitag für Jens Krause, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus, Anlass für einen Besuch. Er gratulierte dem Leitungsteam mit seinem wissenschaftlichen Direktor Dr. Michael Haubold-Rosar, dessen Stellvertreter Dr. Dirk Knoche und Verwaltungsleiterin Silvia Schmidt mit einer Ehrenurkunde und kam mit ihnen über die weitere Zusammenarbeit ins Gespräch. "Das Institut leistet eine tolle Arbeit, um die Region voranzubringen. Nichts ist aktueller und mehr in die Zukunft gerichtet, als die Themen, die hier bearbeitet werden. Die Rekultivierung von Tagebaulandschaften und der Strukturwandel in der Region erfordern auch in den nächsten 25 Jahren neue, große Anstrengungen. Das heißt für uns, noch intensiver in Netzwerken zusammenzuarbeiten. Dabei wollen wir in der Innovationsregion Lausitz/Spreewald helfen", unterstrich Jens Krause. Beide Seiten sind sich einig, dass der Blick auch auf den Transfer von Know-how über die Grenzen Deutschlands hinaus zu richten ist. Mit Freude sehen die Gesprächspartner von Institut und IHK einer weiteren Stärkung des Institutes in Finsterwalde durch Investitionen in die baulichen und technischen Voraussetzungen entgegen. Personell mit derzeit 18 Wissenschaftlern, fünf Laborangestellten, drei Versuchstechnikern und drei Mitarbeitern in der Verwaltung gerüstet, werden in jedem Jahr etwa fünf Bachelor- beziehungsweise Masterarbeiten und bis zu 15 Studenten- und Schülerpraktikanten betreut, die teilweise aus der Region stammen. Das fördere die Vernetzung mit den Hochschulen und diene auch der Sicherung des eigenen Nachwuchses. Michael Haubold-Rosar bewertet die Größe des Institutes auch für die Zukunft als passend und effektiv. Er kann auf eine finanzielle Grundsicherung der Forschung im gemeinnützigen Institut in Höhe von etwa 30 Prozent durch das Brandenburger Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft bauen. Weitere Mittel werden unter anderem mit entsprechenden Aufträgen aus Töpfen des Bundes und der Europäischen Union eingeworben. Hochqualifizierte Arbeitsplätze und Investitionen sorgen für Wertschöpfung in der Region.

Gemeinsamer Anlass, sich über 25 erfolgreiche Jahre zu freuen, ist eine Konferenz am 15. November in Großräschen. Auf den IBA-Terrassen steht das Thema "Wasser in der Bergbaufolgelandschaft" im Mittelpunkt. Da werde es auch für alle Mitarbeiter Gelegenheit geben, auf den Geburtstag anzustoßen, lässt der Instituts-Chef anklingen.