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| 01:03 Uhr

Tsunami-Betroffene sind nicht allein

Finsterwalde/Doberlug-Kirchhain.. Als großen Erfolg bezeichneten am Sonnabend noch vor Abschluss der beiden DRK-Spendenaktionen für die Flutopfer im Süden Asiens Vereinsvorsitzender Dr. Von Jürgen Weser und Heike Lehmann

Ralf Saure und Geschäftsführer Ulrich Tallarek vom Kreisverband Finsterwalde des DRK die Veranstaltung, zu der sie im Rahmen der bundesweiten Aktion „Ein Tag für Südasien“ aufgerufen hatten. Insgesamt 21 338,41 Euro wurden von Betrieben, Organisationen, Einrichtungen und vielen Privatpersonen gespendet.
Mit knapp 20 000 Euro bezifferte Moderator Dieter Metzen schon eine halbe Stunde vor Abschluss der zweistündigen Sammelaktion mit kultureller Umrahmung vor der Finsterwalder Sparkasse ein tolles Zwischenergebnis. Zu dem Zeitpunkt war aber noch nicht einmal die große Spendenbüchse ausgezählt worden, in die zahlreiche Passanten ohne großen Aufhebens ihre Spenden steckten. „Seit zehn Uhr kommen immer wieder Leute und spenden ganz selbstverständlich“ , freute sich Björg Kauder, eine der sechs Helfer vom Finsterwalder Jugendrotkreuz.

Erinnerung ans Hochwasser
Zu den vielen Kleinspendern, deren Engagement von Bürgermeister Johannes Wohmann ausdrücklich gelobt wurde, gehörte auch Silvia Herrmann. „Es kann uns ja eines Tages auch ein Unglück treffen“ , begründete die Betreiberin der Nähstube im Rückersdorfer Kindergarten ihre Spendenbereitschaft. „Ich stamme aus Sachsen und meine Schwester gehörte zu den Betroffenen der Hochwasserkatastrophe, deshalb kann ich ein bisschen empfinden, wie es den Menschen in Südasien im Moment ergeht.“
Ähnliche Gedanken trieben zahlreiche Bürger an die Spendenbüchse im Rahmen der DRK-Veranstaltung. Die Kinder der Tagesstätte aus Rückersdorf waren gekommen, um das Ergebnis ihrer Sammlung von alten Drucker- und Kopiererpatronen abzuliefern und ein paar Lieder zu singen. Der Frauenchor Finsterwalde spendete die Einnahmen vom Weihnachtskonzert in Höhe von 350 Euro, die Finsterwalder Gesamtschule 314 Euro, Olaf Umbreit vom Besucherbergwerk Lichterfeld überreichte einen Scheck in Höhe von 772 Euro: das Ergebnis der Sonderöffnung am Silvestertag. Kleinere Firmen beteiligten sich wie PC-Kaupisch mit 500 und Schweißtechnik Hampicke mit 300 Euro. Buchhändler Mayer kam mit einer Spende wie viele andere Geschäfts- und Privatleute.
Roswitha Maye vom DRK-Rettungsdienst und Buchhalterin Kor nelia Thun hatten beim Eintragen in die Spendenlisten viel zu tun. DRK-Kreisverbandsvorsitzender Dr. Saure bedankte sich ausdrücklich bei allen Spendern, natürlich auch bei den Großspendern wie Elbe-Elster-Sparkasse und Stadtwerke Finsterwalde, deren Geschäftsführer Dietmar Pautz 400 Euro von der Belegschaft und 2500 Euro von der Firma mitgebracht hatte. „Eigentlich unterstützen wir regionale Vorhaben, aber bei dieser Katastrophe muss eine Ausnahme gemacht werden“ , begründete er. Ähnliches war von Schweißtechnik-Geschäftsführer Volker Krink zu hören, der 1174 Euro von den Mitarbeitern und 5000 Euro von der Firma in den großen Spendentopf steckte.
Noch viel mehr Spender müssten an dieser Stelle genannt werden.
DRK-Geschäftsführer Ulrich Tallarek freute sich bei der von der Feuerwehr, der Musikschule mit der Bläsergruppe und den Finsterwalder Sängern unterstützten Veranstaltung über den warmherzigen Zuspruch der Menschen in Finsterwalde, „von denen es vielen selbst nicht so gut geht“ . Noch größer war seine Freude, als das Finsterwalder Gesamtergebnis von 20 283,82 Euro aufgelistet war.

Bürgermeister mit Spendenbüchse
Die Sammlung vor dem Netto-Markt in Doberlug-Kirchhain zur gleichen Zeit erbrachte 1054,59 Euro. Eigenständig sammelten die Rats-Apotheke in Kirchhain und die Gertruden-Apotheke in Doberlug mit DRK-Sammelbüchsen. Auch im Rathaus Doberlug-Kirchhain hatten die Mitarbeiter eine Sammelbüchse befüllt. Bodo Broszinski, Doberlug-Kirchhains Bürgermeister, warb mit dieser Sammelbüchse während der Aktion auf dem Netto-Parkplatz und auf dem Markt in Doberlug um weitere Spenden.
Der Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Kirchhain, Marc Schlenker, überreichte dem Vorsitzenden des DRK-Ortsvereins Gerd Ulbricht eine liebevoll selbst gestaltete Sammelbüchse, mit der die Kameradinnen und Kameraden über 200 Euro gesammelt hatten. Besonders die jüngeren Helferinnen und Helfer mussten mit den Tränen kämpfen, als sie sahen, wie ältere Menschen, aber auch junge Familien Geldscheine in die Sammelbüchse steckten, um das unvorstellbare Leid zu mindern. Immer wieder kam zum Ausdruck: "Beim Roten Kreuz weiß ich wenigstens, dass das Geld richtig verwendet wird." Und "es geht uns zwar nicht allzu gut, aber vor so viel Leid darf man die Augen einfach nicht verschließen". „Es kamen auch viele Anfragen zu Sachspenden. Doch die hohen Transportkosten würden unnötig Gelder verbrauchen, die bei der Beschaffung vor Ort besser eingesetzt werden können“ , erklärte Gerd Ulbricht.