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| 02:34 Uhr

Trommelfeuer von 85 jungen Musikern

Begeisterung über die Trommelkünste der jungen Musiker.Ein Percussion-Konzert auf ungewöhnlichen Instrumenten gab es am Sonntag in der Trinitatiskirche zu erleben.
Begeisterung über die Trommelkünste der jungen Musiker.Ein Percussion-Konzert auf ungewöhnlichen Instrumenten gab es am Sonntag in der Trinitatiskirche zu erleben. FOTO: Fotos: Dietmar Seidel
Finsterwalde.. „Faszination Drums“ hieß eines der Musikstücke. Ein besseres Motto für das Konzert am Sonntagnachmittag in der Finsterwalder Trinitatiskirche konnte es nicht geben. Insgesamt 35 Schlagwerker und fünfzig Mitglieder des Jugendblasorchesters Finsterwalder der Kreismusikschule brachten mit der „2. Percussion in Konzert“ tolle Stimmung und ein wunderbares Musikerlebnis für 400 Zuhörer. Von Jürgen Weser

Zu Recht hatte Kantor Wolfgang Nützler als Hausherr zu Beginn einen kräftigen Begrüßungsapplaus gefordert und Musikschulleiter Siegfried Fritsche nach dem Konzert überwältigt gelobt: „Das war Spitze!“ .
Unter der Gesamtregie von Musikschullehrer Lars Weber boten die jungen Musiker und ihre Lehrer ein Konzert der Extraklasse. Schon die Nachwuchsdrummer zeigten ihr Können an Schlagzeug, Trommel, Pauken, auf der Marimba sowie mit Flaschen, Dosen und anderen Schlaginstrumenten. Mit Begeisterung spielte das Doppelquartett japanische rhythmische Trommeltechniken und entführte auch zu lieblichen Tönen Asiens.
Ihr Meisterstück lieferten die jungen Percussionisten um Richard Bergener, Friedrich Berger und Paul Erdmann mit ihrem Solisten Friedrich Körner beim „Drummer Circus“ ab. Vom angestrengten Pferdeschnaufen über den einen langsamen Walzer tanzenden Elefanten bis hin zum brüllenden Löwen zauberten sie für phantasiebegabte Zuhörer eine lebendige Zirkuswelt voller Rhythmus und Dynamik in das Kirchenhaus.
Schon hohe Schule der Percussion -Ensemble-Musik demonstrierten dann die bekannten „Weberknechte“ mit Lisa Bubner, Lisa Weidemann, Franz Große, Philipp Krüger, Christian Peters, Stefan Pötsch, Tim Fischer, Johanna Raißle und Alex Jüge. Ob es gleich der Karibik-Calypso mit Jazz-Elementen und der Unterstützung der von Suse Werner bedienten Röhrenglocken, der Can-Can oder die gehörte Welt eines Großraumbüros von 1950 mit 156 klappernden Schreibmaschinen waren – die Abstimmung zwischen den einzelnen Spielern und die individuelle Beherrschung der Instrumente begeisterte die Zuhörer gleichermaßen. Große Klasse bewies das Ensemble vor allem mit der facettenreichen Suite „Fandango For Mallet Percussion“ , die mit drei ineinandergreifenden Sätzen mit verschiedenen musikalischen Stilen vom Funk bis zur Samba das Können und die Vielseitigkeit der jungen Percussion-Musiker besonders forderten. Vor allem Stefan Pötsch konnte sich dabei mit seinen Soloimprovisationen in Szene setzen.
Der zweite Konzertteil gehörte dem Jugendblasorchester unter Leitung von Andreas Bergener. Auch die Orchesterstücke stellten diesmal die Percussionisten in den Vordergrund. Nicht nur weil der achtjährige Moritz Theile und Friedrich Körner mit Hingabe am Schlagzeug und an Schlagwerken musizierten. Mit „Marimba The Wind“ stemmte sich Lisa Bubner auf dem besonders reizvollen Instrument erfolgreich gegen die geballte Kraft der Blasinstrumente, bevor gleich acht Schlagwerke beim Fandango bewiesen, dass sie auch die Seele streicheln können. Gemeinsam mit Posaunenlehrer Andreas Zach zeigte Lars Weber seinen Schülern, dass er nicht nur tolle Arrangements für seine Truppe zaubern kann, sondern auch selbst das Percussion-Metier bestens beherrscht. Eine Hommage an den Abfallversorgungsverband „Schwarze Elster“ und die Fränkischen Rohrwerke als Unterstützer war die „120 Liter“ -Nummer auf Tonnen und Deckeln.
Vielleicht, so hofft Lars Weber, sind ja die 500 Euro, die von der Volks- und Raiffeisenbank überreicht wurden, der Grundstock für die Finanzierung einer neuen, großen Marimba „mit tiefen Tönen, die verdammt teuer ist“ , hofft Weber mit seinen Schützlingen. Eine erkleckliche Summe landete nach dem Konzert in den Kollekte-Körbchen. Je zur Hälfte soll das Geld an die Musikschule gehen und für die Finsterwalder Tafel gespendet werden, freute sich der amtierende Superintendent Markus Herrbruck, der die Finsterwalder Trinitatiskirche der Musikschule gern für solche Konzerthöhepunkte öffnet.
Percussion Nummer 3 kommt auf jeden Fall, versprach Organisator Lars Weber nach zweieinhalb Stunden mitreißendem Programm und Dank an Musikschulkollegen wie Maik Müller und Chris Poller, die für die funktionierende Technik gesorgt hatten.

Die „Weberknechte“ am Himmelfahrtstag um 18 Uhr in Herzberg auf der großen Bühne.