Viele der Häftlinge überlebten diese Fahrt unter qualvollen Bedingungen nicht, 320 Menschen starben noch Wochen später in Tröbitz an den Folgen von Hunger und Typhus, andere sind zuvor unterwegs unmittelbar an der Bahnstrecke in Massengräbern begraben worden. Auf den Tag genau 67 Jahre nachdem der Zug mit seinen 46 Waggons in den Morgenstunden des 23. April 1945 von der Sowjetarmee geöffnet und die Menschen befreit wurden, ist in einer Gedenkveranstaltung an die Toten erinnert worden, die an der VVN-Gedenkstätte und auf dem jüdischen Friedhof ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Diese Tragödie von Tröbitz "stellt eine kleine Facette des größten Verbrechens dar, das jemals von Menschen gegen andere Menschen verübt wurde", sagte Emmanuel Nahshon, Gesandter der Botschaft Israels in Deutschland. Dieser Zug sei aus der Hölle gekommen und er habe die Hölle als Ziel gehabt, so Nahshon. Kein Häftling sollte nach dem Willen der Nazis lebend in die Hände des Feindes fallen. Tröbitz werde für die Überlebenden immer als Ort ihrer Befreiung in Erinnerung bleiben, "aber nicht als das Ende ihres Leidens. Denn unsere verwundeten Herzen und Seelen schmerzen uns heute noch ebenso sehr wie vor 67 Jahren", sagte der israelische Gesandte, der den Tröbitzern für die Ehrung der Toten und die Pflege der Gedenkstätten dankte. Er sei gekommen, um ihnen Anerkennung und Respekt auszudrücken.

Holger Gantke, Bürgermeister von Tröbitz, versicherte, dass die Bürger der Gemeide das Geschehene "niemals vergessen", die Erinnerung bewahren und stets an die Jugend weiter geben werden. Erst vor Tagen ist das Konzept für die neue Ausstellung über den "Verlorenen Transport" fertig geworden. "Sie soll in unsere evangelische Grundschule umziehen, wo sie erweitert und vervollständigt wird", so Gantke. Dazu erwartet die Gemeinde jetzt Fördermittel vom Land. Die israelische Botschaft werde sich bei Ministerpräsident Platzeck für die Gedenkstätte in Tröbitz stark machen, versicherte Emmanuel Nahshon.