„Was für eine wundervolle Welt. Ich liebe dich“ , erklang in sechs Sprachen und galt als Credo für vier Tage Probenarbeit in Elsterwerda und erlebnisreiche Freizeiterlebnisse. „Die Liebe zur Musik verbindet“ , stellte beeindruckt Ulrich Tallarek als Hauptorganisator des Rotarier-Jugend-Musikfestivals mit Teilnehmern aus Spanien, England, Frankreich, Italien, Belgien und Deutschland fest. Damit sei ein wichtiges Anliegen der Organisation erfüllt worden.
Feierlich eingestimmt hatte vor der Begrüßung durch Kantor Wolfgang Nützler und Finsterwaldes Ro tary-Präsident Hartmut Berger die Musikschülerin Marie-Luise Menzel aus Elsterwerda an der Orgel mit Johann Sebastian Bachs Toccata
d-moll.
Nur beim Händeschütteln mit dem Maestro war dem jungen ersten Geiger Baavo Meeus aus Belgien die Aufregung vor großem Publikum anzumerken. Die war wie weggeblasen, als die Streicher mit Händels Sarabanda im klassischen Ton das Zepter übernahmen, Flöten und Klarinetten einstimmten. Mit Morricones Themes stiegen schwungvollere Rhythmen aus dem von den Musikern überfüllten Altarraum auf. Die Bläser mit Klarinetten, Saxophonen und Hörnern bewiesen ihr Gespür im Zusammenspiel mit den Streichern. „Das war nicht so einfach bei den Proben“ , gaben Anne Müller und Ines Köhler zu.
Überhaupt war für die meisten jungen Musiker zwischen 14 und knapp über 20 Jahren die Orchestererfahrung das große Erlebnis des Projektes. Erst am Dienstag bekamen die Festivalteilnehmer das Notenmaterial. Um so erstaunlicher fanden zahlreiche Zuhörer, wie hervorragend Ernesto Leo in so kurzer Zeit die jungen Leute zur Ensembleleistung zusammengeführt hat. Da konnten kleine Dissonanzen schnell kaschiert werden. „Die Begeisterung der jungen Amateurmusiker hat geholfen“ , lobte der erfahrene Musikprofi, der das Rotary-Musikfestival, das jährlich in einem anderen der sechs Länder stattfindet, seit Beginn 1987 leitet. Romantik pur gab es dann für Musiker und Zuhörer mit der Suite aus der Filmmusik zu „Out Of Africa“ . Der geheimnisvolle Wind Afrikas wehte musikalisch durch das Kirchenschiff. Danach zeigte das Orchester mit Gershwin-Melodien und „So What's New“ von Pisano seine volle Kraft. Temperamentvolles und schnelles Spiel war gefragt. Gar nicht einfach für die Violinen mit den Finsterwalder Musikschülerinnen Theresa Bohnke und Christiane Krink.
Nach anspornendem Beifall des Maestros für sein junges Orchester bot es mit Begeisterung und Beatles Fantasyen den krönenden Abschluss. Endlich konnten die Drummer Diego Galtieri, Martin Homa und Ronald Schemmel so richtig zeigen, was in ihnen steckt. Der nicht enden wollende Beifall und etliche Zugaben waren den jungen Musikern Lohn für eine erlebnisreiche Festivalwoche, die am Sonnabend mit dem bewegenden Konzert in der Dresdner Dreikönigskirche ihren Abschluss fand. Der Konzerterlös wurde durch zusätzliche Spenden auf rund 4 200 Euro aufgestockt und kommt dem Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche zugute.
Kreismusikschulleiter Siegfried Fritsche freute sich besonders darüber, wie prächtig sich 23 Mädchen und Jungen seiner Schule im Orchester bewährt haben. Dazu gehörte auch der festivalerfahrene Axel Thomaß, der kurzfristig den für ihn ungewohnten Part an der Bassgitarre übernommen und souverän bewältigt hatte. Ausdrücklich dankte Ernesto Leo dem Rotary Club Finsterwalde für die prima Organisation. „Molto bene!“