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| 16:26 Uhr

LR vor Ort in Crinitz
Touristen denken nicht in kommunalen Grenzen

Die Gesprächspartner bei LR vor Ort in Crinitz: Gottfried Richter, Ralf Donat, Uwe Mader, Horst Hofmann und Gerald Lehmann (v.l.) mit Redakteurin Gabi Böttcher.
Die Gesprächspartner bei LR vor Ort in Crinitz: Gottfried Richter, Ralf Donat, Uwe Mader, Horst Hofmann und Gerald Lehmann (v.l.) mit Redakteurin Gabi Böttcher. FOTO: Heike Lehmann
Crinitz. Eine angeregte Diskussion in Crinitz zeigt touristische Potenziale für die Region auf. Aber noch gibt es zu deutliche Schwachstellen. Von Heike Lehmann

Einmal im Jahr zum Töpfermarkt wird die Töpfergemeinde Crinitz von Touristen und Besuchern überrannt. Dass das Dorf und die Region durchaus Potenzial und zaghafte Ansätze für mehr Tourismus haben, wurde am Donnerstagabend bei einer Diskussionsrunde, zu der die LAUSITZER RUNDSCHAU eingeladen hatte, deutlich. Aber auch das: Entscheidungsträger sind auf bestem Wege, kreisübergreifend an einem Strang zu ziehen. Ein Ruck müsste nun auch bei Einwohnern und Werbeträgern, wie beispielsweise den Töpfern, folgen.

„Ort am Rande oder mit Potenzial als Bindeglied zwischen den Landkreisen?“ Diese Frage wurde im Podium von Bürgermeister Horst Hofmann, dessen Stellvertreter Uwe Mader, Amtsdirektor Gottfried Richter vom Amt Kleine Elster, Ralf Donat, Projektleiter Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen, sowie dem Luckauer Bürgermeister Gerald Lehmann diskutiert. Handfeste Argumente hatte Gerald Lehmann im Gepäck. Ein Vier-Städtebund denkt in die Zukunft. Ein „Regionales Entwicklungskonzept für die Spreewald-Niederlausitzer Tagebaufolgelandschaften der Städte Calau, Lübbenau, Vetschau und Luckau“ (REK) ist erstellt. Es bündelt Ideen, die ehemaligen Braunkohletagebaue Schlabendorf-Nord, Schlabendorf-Süd, Seese-Ost und Seese-West für den Rad- und Wassertourismus fit zu machen. Und das möglichst bevor Landesmittel komplett nach Cottbus zur Entwicklung des Ostsees fließen, wie Gerald Lehmann und Gottfried Richter betonten. Mit Schloss und Brauerei in Fürstlich Drehna, Sielmann-Zentrum Wanninchen und Töpferdorf Crinitz gebe es gute Anknüpfungspunkte. Perspektivisch soll ein Radwanderweg den Schlabendorfer See umrunden. Die Gemeinden Heideblick und Crinitz sind mit im Boot. Uwe Mader: „Wir sind erfreut, dass Luckau angefragt hat, ob wir uns beteiligen. Wir wollen, dass der Radtourismus auch zu uns und nicht an uns vorbeiführt.“ 2019 könnte es losgehen mit dem Abschnitt Fürstlich Drehna – Wanninchen.

FOTO: LR

Mader bringt die Idee eines Aussichtsturms ein, worauf Horst Hofmann entgegnet: „Den haben wir schon im Steinzeugwerk mit Aufzug.“ Man müsse nur prüfen, wie und ob er nutzbar wäre.

Für Ralf Donat ist Crinitz Bindeglied zum Spreewald und zwischen zwei Naturparken. Bergbau, Natur und Töpferdorf sind für ihn Eckpunkte. Er könnte sich eine begehbare Töpferei oder einen Töpfer-Erlebnispfad vorstellen.

Crinitz habe viele Schulden abgetragen und seit zwei Jahren einen ausgeglichenen Haushalt, so der Amtsdirektor. Jetzt könne man wieder nach vorn gucken, wobei den Touristen keine Gemeindegrenzen interessieren. „Der will eine einheitliche Beschilderung und sich in der gesamten Region wohlfühlen.“

Wie ein i-Punkt auf die Diskussion meldete sich Christina Scholz zu Wort. Sie führt in Crinitz eine Pension mit einem Dreibett-Zimmer samt Küche und Bad in der Hauptstraße 34. Ihre Gäste seien begeistert von der Region, fragen aber, wo sie abends essen oder ein Fahrrad ausleihen können. Die Nachfrage nach Übernachtungen steige ständig. Sie kooperiert mit dem Tourismusverband Luckau. Gerald Lehmann bewunderte sie für ihren Mut und empfahl jedem, der Platz in Haus und Hof hat, sich ähnliche Gedanken zu machen.