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| 02:38 Uhr

Tolle Darstellung contra Zerstörung des Glaubens

Blick in die Diskussionsrunde im Ausstellungsraum mit Arbeiten von Catrin Große und Iris Stöber.
Blick in die Diskussionsrunde im Ausstellungsraum mit Arbeiten von Catrin Große und Iris Stöber. FOTO: Jürgen Weser/jgw1
Doberlug-Kirchhain. Mit einem Forum wurde auf die 11. Ausstellung bildender Künstler im Landkreis Elbe-Elster zurückgeblickt. Jürgen Weser / jgw1

Sie schloss am Sonntagabend im Schloss Doberlug ihre Pforten. Unter der Regie von Kunstwissenschaftler und Historiker Andreas Pretzel aus Berlin versuchten Künstler, Vertreter der evangelischen Kirche und Kunstinteressierte ein Resümee zu ziehen.

Den Zusammenhang von Kunst, Freiheit und Religion diskutierten bei dem Forum die Ausstellungsgestalter Paul Böckelmann und Ararat Haydeyan mit Superintendent des Kirchenkreises Bad Liebenwerda Christof Enders und dem Doberluger Pfarrer Manfred Grosser sowie dem Publikum. Während die Meinungen von Besuchern der Ausstellung auf Infoblättern weit auseinander gingen von "tolle Darstellung, mutige Sichtweise, nachdenkenswert" bis zu "Zerstörung des Glaubens", waren die Gesprächsteilnehmer trotz unterschiedlicher Auffassungen sachlich um einen Konsens bemüht. Dabei standen leider schnell die konkreten künstlerischen Arbeiten nicht mehr im Vordergrund, sondern generell der Umgang mit dem Luthererbe bis zum "Personenkult", mit der Reformation und Fragen an die heutige Kirche.

Trotz Widerspruch zu einzelnen Arbeiten und Meinungen sei Dialog wichtig, machte Pfarrer Grosser deutlich. Den hatte er zuvor mit der Doberluger Künstlerin Catrin Große gesucht. Die Auseinandersetzung mit "unerträglichen Luthertexten", wie Böckelmann meinte, mit Bilderstürmerei und mit der von der Finsterwalder Künstlerin Rosemarie Böhmchen angesprochenen "Rolle der Frau" in der Reformation waren einige Themen, genau wie die von Maler Volker Pohlenz aus Doberschütz gestellte Frage, welche Bilder in Kirchenräumen hängen sollten.

1840 Besucher wurden bis zum Freitag gezählt, teilt Kulturamtsleiter Andreas Pöschl mit. Im kommenden Jahr reist die "reFORMation" weiter nach Soest und danach wird die Schau noch in Eisenhüttenstadt gezeigt.