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Besucher stürmen Töpfermarkt
Crinitz lockt jetzt als Töpfergemeinde

Töpferwaren aller Art in Mengen trafen auf Besucherscharen bei bestem Wetter zum Töpfermarkt in Crinitz.
Töpferwaren aller Art in Mengen trafen auf Besucherscharen bei bestem Wetter zum Töpfermarkt in Crinitz. FOTO: Jürgen Weser / LR
Neunzig Töpfereien aus sechs Ländern erlebten am Wochenende Besucheransturm. Besucher sogar aus England. Von Jürgen Weser

Der Crinitzer Töpfermarkt ist für viele Besucher in jedem Jahr ein Muss. Aus ganz Elbe-Elster, aus Nachbarkreisen und aus Sachsen kamen sie am Wochenende. Das schöne Frühlingswetter tat sein Übriges. Schon am Sonnabendmittag schlängelten sich Menschenmassen an den neunzig Töpferständen vorbei und belagerten die fast zwanzig Versorgungsstände auf dem Markt.                                                                                                  Der Crinitzer Heimatverein hatte wieder für eine bunte Vielfalt im Angebot unter den 130 Bewerbungen für den Markt gesorgt. Töpferwaren beschauen und kaufen, von Langos bis Straußenfleisch schlemmen, Kuchen futtern, Schaustellerangebote, Fahrt mit der Museumseisenbahn: der Rundum-Freizeitspaß war gesichert. Von Töpferei-Gebrauchsgut über Ziergefäße aller Art bis zu kunstvollen Keramikprodukten war für jeden Geschmack etwas zu finden.

Aus Ungarn, Litauen, Tschechien, Polen, Belgien und zwölf deutschen Bundesländern waren Töpfereien und Manufakturen angereist. Zum ersten Mal präsentierten Angelika und Gerd Panten aus dem belgischen Gemmenich ihre kunstvollen, an den Jugendstil angelehnten, hochwertigen Kristallglasuren. Die frei in der aufwendigsten Glasurtechnik gedrehten Gefäße aus Limoges Porzellanmasse aus Frankreich waren Hingucker der besonderen Art für viele Marktbesucher. „Empfehlungen von befreundeten Töpferfamilien für den bestens organisierten Crinitzer Töpfermarkt mit großer Freundlichkeit und Umsicht der Veranstalter“ haben Pantens nach Crinitz gelockt, und sie haben sich wohl gefühlt auf dem Markt. Auch wenn ihre optisch hervorstechenden Kristallglasurgefäße hochpreisig sind, konnten sie gleich zu Beginn einige verkaufen.

Mit etwa zehn neuen Anbietern pro Jahr wolle man den Markt immer wieder neu öffnen, so Detlef Voigt als Vorsitzender des Heimatvereins. Aber er weiß auch, „dass viele Besucher immer ihre Stammtöpfer ansteuern, um ihre Lieblingskeramiken zu erneuern oder zu ergänzen“.  Ob Porzellan-Schmuck aus Lindena, Minikeramik aus Gaarz, farbige TonArt aus Hohen-Neuendorf oder Keramik im Tor aus Saalfeld ganz in Weiß – jeder Besucher konnte etwas für seinen Geschmack finden. Dass die Gäste wirklich von weit herkommen, belegt die Tatsache, dass diesmal sogar Hamburger angereist sind, die ihre Gäste aus England auch gleich mitgebracht haben. Zu den Anbietern gehörten natürlich die sechs heimischen Töpfereibetriebe. Mit Schautöpfern machte Hans-Jörg Tunsch neugierig und der Förderverein lockte Kinder zum Töpfern.

 Erstmals in Crinitz: Angelika Panten mit hochwertigen Kristallglasurarbeiten. Etwa zehn Aussteller sind in jedem Jahr neu.
Erstmals in Crinitz: Angelika Panten mit hochwertigen Kristallglasurarbeiten. Etwa zehn Aussteller sind in jedem Jahr neu. FOTO: Jürgen Weser / LR

Stolz sind Gemeindevertretung und Heimatverein, dass pünktlich zum Töpfermarkt die Besucher offiziell in der „Töpfergemeinde Crinitz“ begrüßt werden konnten. Schon vor der symbolischen Übergabe der neuen Ortseingangsschilder durch Landrat Christian Heinrich-Jaschinski und Amtsdirektor Gottfried Richter an die Gemeinde und den Heimatverein zierten sie die Haupteingänge zum Ort. Für Detlef Voigt bedeutet das aber auch, dass die Töpfertradition noch mehr mit Leben erfüllt werden muss und im Ort noch sichtbarer werden sollte. „Beim Europäischen Keramiktreffen im August und bei der Keramikmesse in Bunzlau werden wir uns dazu weitere Anregungen holen“, so Voigt.

Wie engagiert die Crinitzer sein können, zeigte wieder die Organisation des Töpfermarktes. Alle acht Vereine des Dorfes sind beteiligt, Feuerwehr und Jugendclub sorgten wieder für vorbildliche Parkordnungen, Chor und Heimatverein (103 Mitglieder!) hatten im Vorfeld und im großen Turnhallencafé alle Hände voll zu tun. Seit Jahren wirbeln zum Beispiel Margitta Schulze, Jutta Rose mit 78 Jahren, Bärbel Steinigk, Erika Pauer und Ingeburg Schmidt im Küchenbereich des Heimatvereins, um alle Kaffeegäste zu befriedigen.                                                                      

 Natürlich haben auch die sechs einheimischen Betriebe ihre Waren verkauft. Hans-Jörg Tunsch konnten die Gäste beim Töpfern zuschauen.
 Natürlich haben auch die sechs einheimischen Betriebe ihre Waren verkauft. Hans-Jörg Tunsch konnten die Gäste beim Töpfern zuschauen. FOTO: Jürgen Weser / LR