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Tierschutzverein befürchtet neue Katzenflut

Finsterwalde. Im Wonnemonat ist wieder reichlich Nachwuchs bei den Mai-Katzen zu erwarten. Vier bis sechs Junge wirft jedes Muttertier – viele Katzenbabys wachsen im Freien auf und verwildern. dbe1

Eine erneut starke Zunahme streunender Katzen befürchtet Sabine Delloch, die Vorsitzende vom Finsterwalder Tierschutzverein, mit dem neuen Wurf im bevorstehenden Frühjahr.

Die Zahl freilebender, ausgesetzter Katzen, die sich unkontrolliert vermehren, habe in den letzten Jahren stark zugenommen, beobachtet die Tierschützerin. "Wir haben im vorigen Jahr allein in und um Finsterwalde 89 wildlebende Katzen und 37 Kater kastriert - es wären noch deutlich mehr, wenn wir das Geld hätten ", erklärt die Vereinsvorsitzende. "Ohne die finanzielle Unterstützung insbesondere des Deutschen Tierschutzvereins und des Landesumweltamtes könnten wir diese Aufgabe allein mit unseren geringen Mitgliedsbeiträgen nicht stemmen. Aber auch Kommunen helfen uns, wie die Stadt Finsterwalde, von der wir jährlich 500 Euro bekommen, oder jetzt die Elbe-Elster-Sparkasse mit 100 Euro - wenngleich das nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Eine Kastration kostet beim Tierarzt zwischen 90 und 120 Euro", erklärt Sabine Delloch.

Dass die Einführung einer Katzensteuer, wie insbesondere von "grünen" Politikern vorgeschlagen, vom Tisch ist, bedauert die Tierschützerin. "Doch eine Kastrationspflicht für freilebende Katzen muss unbedingt kommen, sonst werden wir dem Problem nicht Herr", ist sich Sabine Delloch sicher - wenngleich sie auch befürchtet: "Wenn die Kastrationspflicht eingeführt wird, nimmt die Zahl verwilderter Katzen noch einmal deutlich zu. Viele Menschen wollen oder können das Geld für eine Kastration nicht ausgeben und setzen ihre Tiere deshalb lieber aus und lassen sie verwildern." Das Problem lande dann wieder auch beim Tierschutzbund.

Allein im Finsterwalder Altkreis versorgen bis zu 30 Tierschützer an 20 Futterstellen schon jetzt im Schnitt zehn bis 15 freilebende Katzen, wo laufend neue Tiere kastriert und wieder ausgesetzt werden. "Die Bereitschaft in der Bevölkerung Geld für die Kastration zu spenden hat mit der Zunahmen des Katzenproblems stark abgenommen", muss Sabine Delloch beobachten. Für interessierte Bürger, die dennoch einen finanziellen Beitrag gegen eine drohende Katzenflut leisten wollen, verweist sie auf das Spendenkonto auf der Internetseite des Finsterwalder Tierschutzvereins.

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