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| 20:15 Uhr

Leidige Konkurrenz
Kiosk-Pächterin rastet aus

 Trotz des Ärgers vom Ostermontag kann Diana Mäurer wieder lächeln. Wegen eines zusätzlichen Cateringunternehmens im Tierpark Finsterwalde, hat die Pächterin den Kiosk am Feiertag kurzerhand geschlossen.
Trotz des Ärgers vom Ostermontag kann Diana Mäurer wieder lächeln. Wegen eines zusätzlichen Cateringunternehmens im Tierpark Finsterwalde, hat die Pächterin den Kiosk am Feiertag kurzerhand geschlossen. FOTO: LR / Jenny Theiler
Finsterwalde. Ein Catering-Unternehmen macht dem Kiosk im Finsterwalder Tierpark an Ostern unverhältnismäßige Konkurrenz. Für die Pächterin ist das zuviel. Sie schließt den Laden und entfacht in den sozialen Medien eine heiße Debatte. Von Jenny Theiler

Ein zorniger Beitrag aus dem Finsterwalder Tierpark im sozialen Netzwerk Facebook sorgt seit Montagnachmittag für hitzige Diskussionen. Die Pächterin des Tierpark-Kiosk, Diana Mäurer, hat den Kiosk am Ostermontag gegen Mittag, mitten in der Geschäftszeit, unplanmäßig geschlossen.

Der Grund dafür: Ein anderes Cateringunternehmen stand den Tierparkbesuchern zur Verfügung. Auf Facebook machte die Unternehmerin ihrem Ärger Luft: „Wenn einem bei normalem Besucherverkehr noch ein zweiter Anbieter vor die Nase gesetzt wird, habe ich leider kein Interesse mehr, mir die Feiertage mit sinnlosem Rumstehen zu verderben“, postet sie auf der Facebook-Seite des Tierpark-Kiosk und erntet dafür viel Unverständnis.

Zusätzliche Imbisswagen im Tierpark Finsterwalde

Der Kiosk habe ja auch innerhalb der Saison ständig geschlossen, beschwert sich eine Facebook-Nutzerin und spricht sogar von einer Schande für den Tierpark. „Montag ist Ruhetag. Ansonsten stehe ich innerhalb der Saison immer von Dienstag bis Sonntag hier“, sagt Diana Mäurer.

Hin und wieder sei es schon vorgekommen, dass zusätzliche Imbisswagen im Tierpark aufgestellt wurden. „Dagegen kann ich nichts machen und es ist auch in Ordnung, wenn der Tierpark größere Veranstaltungen anbietet. Bisher waren sie aber immer noch so höflich und haben mir das auch vorher gesagt“, sagt die Pächterin.

Caterer sorgt für gähnende Leere im Tierpark-Kiosk

Die Stadt Finsterwalde bestätigt die Genehmigung des Caterers für die Osterfeiertage im Tierpark. „Der Tierpark hat auch wieder über Ostern viele Gäste angezogen. Bei mehr als 1000 Besuchern allein am Ostersonntag, wären die Kapazitäten des Kiosk bei Zeiten ausgeschöpft gewesen. Deswegen war es der Stadt wichtig den Besuchern noch ein weiteres Gastronomieangebot zur Verfügung zu stellen“, heißt es von Seiten der Stadtverwaltung.

 Tierpark Finsterwalde: Lobende Worte hat es für die Arbeit am Osterwochenende von Kiosk-Pächterin Diana Mäurer gegeben.
Tierpark Finsterwalde: Lobende Worte hat es für die Arbeit am Osterwochenende von Kiosk-Pächterin Diana Mäurer gegeben. FOTO: LR / Jenny Theiler

Dieser Schritt habe bei Diana Mäurer allerdings für gähnende Leere gesorgt. „Bis Mittag lief das Geschäft noch gut. Der Ostermontag lief wie ein gut besuchter Sonntag. Gegen 11.30 Uhr hatte ich drei Gäste, als der Cateringwagen am Eingang eingebogen ist“, schildert die Pächterin.

 Das Gästebuch des Tierpark-Kiosk wird immer dicker – der freundliche Service und die hausgemachten Speisen kommen bei den Besuchern in Finsterwalde gut an.
Das Gästebuch des Tierpark-Kiosk wird immer dicker – der freundliche Service und die hausgemachten Speisen kommen bei den Besuchern in Finsterwalde gut an. FOTO: LR / Jenny Theiler

Dass für den Ostermontag noch ein zweites Gastronomieangebot aufgebaut wurde, wusste sie nicht. „Niemand hat mich darüber informiert. Als ich den Caterer fragte, was ich denn nun machen solle, bekam ich als Antwort ‚Mir doch egal’“, ärgert sie sich. Als eine halbe Stunde später, im Mittagsgeschäft, die Tierparkbesucher in Scharen zur Konkurrenz überliefen und bei Diana Mäurer niemand mehr saß, schloss sie den Kiosk.

Tierpark-Förderverein prüft rechtliche Schritte gegen Kiosk-Pächterin

Der Förderverein des Tierparks hat für diese Reaktion kein Verständnis und reagiert auf den wütenden Facebook-Beitrag mit einer Entschuldigung an die Besucher.

„Der Förderverein des Tierpark Finsterwalde e.V. distanziert sich auf das Schärfste von den Äußerungen der Pächterin des Cafe ‚Am Schwanenteich’. Aktuell prüfen wir rechtliche Schritte gegenüber Frau D. Mäurer. Wir entschuldigen uns für die Reaktion der Pächterin bei den Besuchern des Tierpark“, heißt es auf der Facebook-Seite des Tierpark-Fördervereins am Dienstag, 23. April.

„Wir hatten mit dem zweiten Caterer nichts zu tun, das hat die Stadt organisiert und Konkurrenz belebt nun mal auch das Geschäft“, sagt Manfred Schäfer vom Förderverein des Tierparks Finsterwalde.

Pächterin von Tierpark-Kiosk fühlt sich im Stich gelassen

„Gegen Konkurrenz habe ich nichts. Aber dann sollten bitte auch die Preise angeglichen sein“, sagt Diana Mäurer. Der andere Anbieter hätte seine Waren zu Dumpingpreisen verkauft – Kaffee, Limonade und Eis jeweils für einen Euro. „Bei mir zahlen die Leute zwei Euro. Ist ja klar, dass man sich lieber dort anstellt, wo es billiger ist“, ärgert sie sich.

Die Pächterin fühlt sich unverstanden und im Stich gelassen. Trotz gesundheitlicher Probleme und einem Krankenhausaufenthalt vor Ostern, habe sie pünktlich zu den Feiertagen wieder hinter dem Tresen gestanden.

Ausfälle könne sie sich als Selbstständige nicht leisten. Außerdem mache sie den Job auch viel zu gern. „Wäre ich wirklich so faul, wie man mir auf Facebook unterstellt, würde ich hier nicht seit acht Jahren den Kiosk haben“, sagt sie.

Unterstützung für Finsterwalder Tierpark-Kiosk-Pächterin

Der Einsatz der 49-Jährigen wird dennoch von vielen Besuchern des Tierparks gewürdigt, wie ein Blick in das Gästebuch zeigt. Auch Sabrina Friedrich kann die beleidigenden Kommentare auf Facebook nicht verstehen.

„Sie gibt sich immer so viel Mühe und ist immer da, auch wenn das Wetter mal nicht so gut ist. Als den Kiosk noch ein anderer Pächter hatte, war deutlich öfter geschlossen“, erklärt die vierfache Mutter und hat Verständnis für die Reaktion der Pächterin.

Das bekunden auch einige Facebook-Nutzer und schießen gegen die Finsterwalder Stadtverwaltung oder bemängeln schlechte Kommunikation. „Sauer würde ich auch sein. Da gebe ich Ihnen Recht“, heißt es von einer weiteren Facebook-Nutzerin.