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| 16:24 Uhr

Lieskau
Tierischer Auflauf zum Almabtrieb

Zum 20. Mal schon werden in Lieskau traditionell geschmückte Kühe und andere Tiere von der Alm getrieben.
Zum 20. Mal schon werden in Lieskau traditionell geschmückte Kühe und andere Tiere von der Alm getrieben. FOTO: Heike Lehmann
Lieskau. Die Niederlausitzer Version eines bayrischen Spektakels lockt Massen nach Lieskau. Von Josephine Japke

Wenn die Tracht sitzt, das Almhorn dudelt und die Tierschar bereit steht, dann sind wir nicht auf dem Münchner Oktoberfest, sondern in Elbe-Elster: Der traditionelle Niederlausitzer Almabtrieb in Lieskau steht vor der Tür und feiert in diesem Jahr 20-jähriges Jubiläum. „Es begann damals als Schnapsidee und ist mittlerweile zu einer Institution geworden“, erklärt Organisatorin und Vorsitzende des Traditionsvereins, Bärbel Jünigk.

Aus der ganzen Region reisen Gäste zu dem bayrischen Spektakel an. „Wir rechnen mit etwa 2000 Besuchern. Für so ein kleines Dorf, wie Lieskau ist das schon eine ganze Menge“, sagt sie. Etwa 250 Einwohner leben derzeit in dem kleinen Örtchen an der B96. Bedenkt man den Aufwand hinter der Veranstaltung, kann man sagen, dass sich etwa die Hälfte von ihnen am Almabtrieb in irgendeiner Art und Weise beteiligt.

„Es ist ein totaler Familienbetrieb, weil hier mehrere Generationen Lieskauer zusammenkommen, die sonst in ganz Deutschland verstreut leben, und beim Almabtrieb mit anpacken. Anders würde das nicht funktionieren“, betont Bärbel Jünigk sichtlich stolz.

Da sind nicht nur mehrere Organisationsgruppen, die seit Wochen Parkplätze, Bühnenaufbau, Programmpunkte und Verpflegung planen. Sondern auch Kinder und Enkel der Mitglieder, die selbst auf der Bühne stehen und tanzen werden. „Es ist für jede Altersgruppe etwas dabei. Tanzgruppen, Blaskapelle und Bauernmarkt gehören einfach dazu.“

Was ebenfalls nicht fehlen darf, sind die Tiere. Mehr als 600 Schafe, Kühe und Bullen, Ziegen, Pferde und Kaninchen werden wieder aus dem Wald hinterm Festplatz geführt. „Das ist für die Herdenführer nicht ganz leicht, denn viele Tiere scheuen vor so großen Menschenmengen zurück“, erklärt Bärbel Jünigk. Umso wichtiger ist es, dass Besucher nicht zu nah an den Waldrand gehen, um die Tiere nicht abzuschrecken: „Das ist eigentlich die einzige Regel, die wir haben.“

Ansonsten steht am Sonntag, 7. Oktober, ab 10 Uhr wieder alles im Zeichen des Familienspektakels. Los geht es 9.30 Uhr mit einem regionalen Bauern- und Handwerkermarkt. 11 Uhr laden die „Oberländer Musikanten“ zum Frühschoppen ein, bevor 13 Uhr traditionell die „Holzland-Alphornbläser“ aus Thüringen auftreten. Kurze Zeit später treffen die Almabtriebsgruppen ein. Ab 14.30 Uhr folgt ein Lieskauer Showprogramm, für das Jung und Alt seit Wochen proben.

Bärbel Jünigk (r.) ist Vorsitzende des Traditionsvereins in Lieskau und Organisatorin des Almabtriebs.
Bärbel Jünigk (r.) ist Vorsitzende des Traditionsvereins in Lieskau und Organisatorin des Almabtriebs. FOTO: Bärbel Jünigk