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Teile vom Asbestdach und Dachpappe im Wald

Wer hat auf dem ehemaligen Trainingsgelände des Enduro-Land-Vereins Dachpappe und Asbest abgelagert?
Wer hat auf dem ehemaligen Trainingsgelände des Enduro-Land-Vereins Dachpappe und Asbest abgelagert? FOTO: Gabi Böttcher
Finsterwalde/Doberlug-Kirchhain. Enduro-Sportler um Jürgen Seiferth und Gerald Krahl ärgern sich über Umweltfrevler. Und sie hoffen auf eine neue Betriebserlaubnis. Gabi Böttcher

Als begeisterter Enduro-Fahrer liebt der Doberlug-Kirchhainer Gerald Krahl die Ausfahrten in der - möglichst hügeligen - Natur. Bis zum Jahr 2014 hatte er mit seinen Vereinsmitgliedern vom Enduro-Land Finsterwalde ein offizielles Trainingsrevier in einem Waldstück der Flur 41 der MKK Märkische Kies- und Kalksandsteinwerke GmbH nahe Eichholz. Die Betriebserlaubnis endete. Und dies zum großen Bedauern des Vereins nach mehr als zehn Jahren, wie Vereinsvorsitzender Jürgen Seiferth erklärt. Doch es gibt Hoffnung. Derzeit laufe ein aufwendiges Wiedergenehmigungsverfahren in Regie des Landesumweltamtes. MKK-Geschäftsführer Peter Hentzschel wisse man als Unterstützer an der Seite. Die Sportler um Jürgen Seiferth und Gerald Krahl haben derweil freilich weiter einen Blick auf ihr Übungsgelände und haben dieser Tage ihrem Unmut über Entdecktes öffentlich Luft machen müssen. Gerald Krahl führt die RUNDSCHAU zu einem Riesenberg von Asbestplatten und Dachpappe, der in unmittelbarer Nähe des Vereinsschildes abgelagert wurde. "Das kann doch nicht sein, dass sich Leute hier einfach solcher giftiger Materialien entledigen. Da muss doch jemand etwas beobachtet haben oder wissen, von wem das stammt", ist Gerald Krahl überzeugt. Jürgen Seiferth hat inzwischen beim Ordnungsamt der Stadt Finsterwalde Anzeige erstattet. Dort hat man Nachforschungen eingeleitet, wie Pressesprecherin Paula Vogel bestätigt.

Doch nicht genug mit Asbest und Dachpappe. Es findet sich jede Menge Müll anderer Art.

Und Gerald Krahl führt gleich noch weiter zum Ufer des Hennersdorfer Sees. "Eine Schande, was Badegäste hier alles liegen lassen", sagt er und tritt sofort den Beweis an. Tommy Schiwek (18) und Paul Pollak (17), die mit Kumpels am Strand sind, finden diese Hinterlassenschaften auch völlig daneben. Da liegt Glas herum, leer getrunkene Sekt- und Bierflaschen. "Wir machen das nicht. Wir bringen die Flaschen zurück", sagen die Jungs und zeigen in den Büschen am See noch mehr Müll.

Auf solchen Naturfrevel müsse man immer wieder öffentlich aufmerksam machen, unterstreicht Gerald Krahl. Eine solche illegale Müllentsorgung sei einfach nicht zu tolerieren, zumal es ein intaktes Netz von legalen Entsorgungsmöglichkeiten gebe. Jeder sei gefragt, das öffentliche Bewusstsein zu sensibilisieren.