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| 17:49 Uhr

Portrait
Blick durch Nadel und Objektiv

 Lutz Lehmann vor seinem Studio am Rande der Innenstadt von Finsterwalde.
Lutz Lehmann vor seinem Studio am Rande der Innenstadt von Finsterwalde. FOTO: LR / Daniel Roßbach
Finsterwalde. Seit Jahren betreibt Lutz Lehmann in Finsterwalde ein Tattoostudio – und stellt Fotos aus. Von Daniel Roßbach

Seit seiner Schulzeit beschäftigt sich Lutz Lehmann mit Tättowierkunst, seit 2001 betreibt er in Finsterwalde ein Tattoo-Studio. Doch inzwischen hat sich Lehmann ein zweites Feld für seine kreative Tätigkeit erschlossen: Er lässt Bilder nun nicht mehr nur auf der Haut der Kunden seines Studios in der Naundorfer Straße entstehen. Sondern hält sie auch in Fotografien fest. Die werden nun sogar ausgestellt: In einer Schau der „Kleinen Galerie Grenouille“ in der Langen Straße in Finsterwalde, die an diesem Wochenende mit neuem Arrangement neu eröffnet wird. Und zuletzt auch beim Feel Festival. Zu sehen sind einige von Lehmanns Fotos ansonsten auf seinem Instagram Profil (@lutz.lehmann.camera).

Das Interesse an der Fotografie hat sich aus seiner Tättowiertätigkeit entwickelt, wie Lutz Lehmann sagt: „Es begann damit, Referenzen für Tattoo-Motive zu suchen.“ Inzwischen Fotografiert Lehmann vor allem verlassene Orte. Dieses Sujét, sogenannte lost places, ist ein beliebtes Gebiet für Hobby-Fotografen und -Fotografinnen.

Lehmann interessiert sich dabei vor allem für Details. „Ich mag es, wenn es nicht zu busy Zeug, sondern übersichtlicher ist“, sagt der 39-jährige: „Ich gehe vor allem nachts gerne raus.“ Das gilt für Fotoreisen ins Elsaß und nach Lothringen, wo viele verlassene Schlösser die Szene begeistern, ebenso wie für eine Fotoreise nach Südosteuropa, die Lehmann plant.

 Eins der Fotos von Lutz Lehmann: „Fernwirkung, Übersichtlichkeit, aber trotzdem viel Detail.“
Eins der Fotos von Lutz Lehmann: „Fernwirkung, Übersichtlichkeit, aber trotzdem viel Detail.“ FOTO: Lutz Lehmann

In der Detailverliebtheit von Lehmanns Fotografie liegt auch eine Parallele zum Kunst-Handwerk des Tätowierens. „Der Blick, mit dem man sich den Dingen nähert ist sich schon ähnlich“, sagt Lehmann. Die Wahrnehmung von Details und wie die Aspekte eines Motivs konzeptuell sortiert werden, sei das, was sich bei beiden Tätigkeiten, Fotografieren und Tättowieren, gleich sei: „Im besten Fall entsteht ein Harmonie-Gefühl beim Betrachten.“

Lehmanns Tattoos soll es ausmachen, eine Fernwirkung zu haben, aber auch überraschende Effekte aufzuweisen. Das scheint ihm zu gelingen, jedenfalls gemessen an der Sammlung von Preisen und Auszeichnungen, die er auf verschiedenen Tattoo-Messen im In- und Ausland erhalten hat. Und die in dem Studio zwar präsentiert werden, aber nur ironisch gebrochen: Sie verschönern die Toilette der Räume.

 Plaketten und Pokale, die Lehmann für seine Tattoos erhalten hat, werden ironisch auf der Toilette des Studios gezeigt.
Plaketten und Pokale, die Lehmann für seine Tattoos erhalten hat, werden ironisch auf der Toilette des Studios gezeigt. FOTO: LR / Daniel Roßbach