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Studie
Taschendiebe langen in Elbe-Elster selten zu

Gerade im Gedränge haben Taschendiebe leichtes Spiel, wenn Handtaschen unverschlossen über der Schulter getragen werden.
Gerade im Gedränge haben Taschendiebe leichtes Spiel, wenn Handtaschen unverschlossen über der Schulter getragen werden. FOTO: Federico Gambarini / dpa
Elbe-Elster. Der Landkreis gilt zwar als „relativ sicher“, doch die Aufklärungsquote ist verschwindend gering. Von Daniel Friedrich

Es dauert oft nur einige Sekunden, einen Moment der Ablenkung, und schon ist es passiert: Die Handtasche oder deren Inhalt sind weg. Was Taschendiebstähle angeht, steht der Landkreis Elbe-Elster im bundesweiten Vergleich allerdings ziemlich gut da. Von allen 402 Kreisen und kreisfreien Städten liegt Elbe-Elster auf Platz 305. In Brandenburg wird nur in Spree-Neiße noch weniger geklaut. Der Landkreis Dahme-Spreewald belegt dagegen einen eher unsicheren Platz 66, was wohl der Nähe zu Berlin (Platz 2) geschuldet ist.

Die Ergebnisse finden sich in einer Studie, die der Internet-Shopping-Anbieter „shopping.de“ kürzlich veröffentlicht hat. Sie bezieht sich dabei auf Daten der Polizei, der Landeskriminalämter sowie des Bundeskriminalamtes. Den Angaben zufolge gilt der Elbe-Elster-Kreis als „relativ sicher“. So wurden im Jahr 2016 lediglich 22 Taschendiebstähle gemeldet, die mit einer Quote von 4,5 Prozent aufgeklärt wurden. Praktisch bedeutet das: Bei nur einem der 22 Diebstähle konnte ein Täter ermittelt werden. Allerdings vermuten die Studienautoren, dass die Zahl der nicht angezeigten Diebstähle noch weitaus höher ist.

Diebstahlhochburgen sind der Studie zufolge die Großstädte Düsseldorf, Berlin, Hamburg und Köln. Die Schadenssumme aller Taschendiebstähle in Deutschland wird im Jahr 2016 mit 51,4 Millionen Euro beziffert.

Die Polizei empfiehlt, Handtaschen niemals unbeaufsichtigt stehen zu lassen. Wertgegenstände wie Portemonnaies oder Handys sollten möglichst dicht am Körper, beispielsweise in einer Jacken-Innentasche, getragen werden. Oft nutzen Täter das Gedränge auf Märkten oder in Bussen aus, um unbemerkt an Diebesgut zu gelangen – hier gilt besondere Vorsicht.