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Täubertsmühle feiert Geburtstag

Das Ehepaar Silvia und Franz Schmidgunst kümmert sich gemeinsam mit drei Hausdamen darum, dass im Schullandheim Täubertsmühle Friedersdorf alles klappt. Sie ist hier seit 2008 Leiterin und er seit 2010 Hausmeister.
Das Ehepaar Silvia und Franz Schmidgunst kümmert sich gemeinsam mit drei Hausdamen darum, dass im Schullandheim Täubertsmühle Friedersdorf alles klappt. Sie ist hier seit 2008 Leiterin und er seit 2010 Hausmeister. FOTO: Dietmar Seidel / dse1
Herzberg/Friedersdorf. Seit 20 Jahren wird die wie ein Jagdschloss anmutende Villa Täubertsmühle bei Friedersdorf als Schullandheim genutzt. Auf den Tag genau am 12. August soll der runde Geburtstag gefeiert werden. Bei einem Tag der offenen Tür wollen es die Organisatoren vom Schulverwaltungs- und Sportamt so richtig krachen lassen. Gabi Böttcher

"Wir sind uns im Klaren, dass der Geburtstag in die Schulferien fällt. Dennoch rechnen wir mit vielen Gästen", sag Marlis Eilitz, Leiterin des Schulverwaltungsamtes. Die Plakate stehen kurz vor dem Druck, Flyer sollen verteilt und alle Informationswege genutzt werden, um auf den Tag der offenen Tür in der Täubertsmühle hinzuweisen.

In dieser Woche kam in der Arbeitsgruppe der Organisatoren schon ein Riesenpaket von Angeboten auf den Tisch, die allen Gästen einen erlebnisreichen, vergnügten Ferientag verheißen. Silvia Schmidgunst, seit 2008 Leiterin des Schullandheimes des Landkreises, zählt eine ganze Reihe von Akteuren auf, die bereits zugesagt haben. "Ecke" aus Sonnewalde übernimmt ab 10 Uhr mit Musik und flotten Sprüchen die Animation. Vom Bauernmuseum Lindena über Ranger der Naturwacht, Mitarbeiter der Greifvogelstation Oppelhain, die Rückersdorfer Feuerwehrleute, Akteure des Kräutergartens Oppelhain bis hin zum Knax-Mobil der Sparkasse, der Puppenbühne "Klimperklein" sowie der Kita "Häschengrube" aus Rückersdorf reichen die Mitgestalter des Tages. Und noch wird am Programm gefeilt.

Und wie es sich für einen runden Geburtstag gehört, werden auch die Grußworte nicht fehlen. Gegen 13.30 Uhr wird eine Festveranstaltung beginnen, bei der Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) den Part des vermutlich "ranghöchsten" ersten Gratulanten übernehmen wird. Dabei kann sich der Verwaltungschef des Landkreises quasi auch ein wenig selbst beglückwünschen. Immerhin ermöglicht es der Landkreis als Eigentümer des Schullandheimes jährlich einigen Tausend Gästen, ein Stück Elbe-Elster kennenzulernen und hier schöne Stunden zu erleben.

Etwa 5000 Übernachtungen gibt es pro Jahr. Da kommen Schulklassen, Vereine und auch private Gäste. Rund 200 000 Euro lässt es sich der Landkreis im Jahr kosten, dass Täubertsmühle eine gute Adresse für Gruppen und Individualnutzer bleibt.

"Die Einrichtung liegt uns sehr am Herzen. Hier kann Unterricht außerhalb der Klassenräume angeboten werden. Und wenn Klassenfahrten geplant werden, dann muss es nicht unbedingt immer in die Ferne gehen", ist Marlis Eilitz überzeugt. Man arbeite gegenwärtig daran, das Programm des Schullandheimes weiter aufzupeppen.

Investiert werde ebenfalls in dessen Erscheinungsbild. "Gegenwärtig werden in der mittleren Etage Zimmer renoviert", erzählt Leiterin Schmidgunst. Die Duschräume und Toiletten der Jungs sind renoviert worden und der Wintergarten, der als Disko-Halle dient, hat Farbe gesehen. Auch in größeren Gruppen können Gäste Radtouren unternehmen, es sind gut 40 Drahtesel da. Und wenn es Spender intakter, selbst nicht mehr benötigter Räder gebe, würden die dankbar angenommen, sagt die Hausherrin.

"Die Hälfte der Besucher kommt nicht aus dem Landkreis, sondern bis aus Potsdam und Sachsen", sagt Marlis Eilitz und zeigt damit gleichzeitig die Reserve auf. Man verfolge die Strategie, mit weiteren neuen Angeboten zu überzeugen und das Haus auch über die oft ausgebuchten Sommerwochen hinaus zu belegen.

Mit der Umstellung der Heizungsanlage im Schullandheim soll demnächst die letzte Ölheizung in einer kreislichen Liegenschaft abgelöst werden. Eine Anlage mit regenerativer Energieerzeugung ist geplant. Und weil man sich angesichts eines bevorstehenden Geburtstages auch etwas wünschen darf, fallen Silvia Schmidgunst zwei Tore für die Mini-Fußballanlage ein und die 15 Jahre alte Minigolf-Anlage, die einer Kur bedürfte.

Zum Thema:
Südlich von Friedersdorf befindet sich die bereits um 1600 erwähnte Täubertsmühle. Die Villa gehörte dem Leipziger Fabrikanten Paul Erich Garms. Der erwarb das 131 Hektar große Mühlengut 1911, um Mehl für seine Reformwarenwerke herzustellen. Er wurde während der 1945 erfolgenden Bodenreform enteignet. Die Villa war vor der Wende ein Alten- und Pflegeheim. Nach umfangreichen Umbauarbeiten wird das Haus in Hoheit des Landkreises Elbe-Elster seit 1994 als Schullandheim genutzt.Tag der offenen Tür: 12. August, ab 10 Uhr, Gruppen werden um Anmeldung gebeten. Kontakt: Tel. 035325 522, Fax 035325 522, E-Mail slh@schulen-ee.de