Die Digitalisierung der Lausitz war am Dienstag das große Thema beim „digital@Lausitz day“ in Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster). Das Thema wird nach Ansicht des zuständigen Staatssekretärs in der Brandenburger Staatskanzlei, Benjamin Grimm, maßgeblich zum Erfolg der Strukturentwicklung der Lausitz beitragen. Er betonte zum Auftakt der Konferenz im Schatten des Doberluger Schlosses: „Mit Hilfe einer umfassenden Digitalisierung wird die Strukturentwicklung besser und schneller gelingen.“ Sie ebne der Lausitz den Weg in eine smarte Zukunfte.

Benjamin Grimm, Staatssekretär in der Potsdamer Staatskanzlei, prophezeit der Lausitz eine smarte Zukunft, wenn die Digitalisierung gelingt.
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Zu der Tagung, an der auch die Lausitzbeauftragten aus Brandenburg und Sachsen,Klaus Freytag und Stephan Rohde, teilnahmen, hatte die Wirtschaftsregion Lausitz (WRL) rund 100 regionale Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung eingeladen.

Digitalisierung muss zum Arbeitsmittel werden

Der Digitaltag in Doberlug-Kirchhain sollte ein Auftakt sein, um die meist sehr abstrakte digitale Welt regional und lokal vor Ort möglichst kurzfristig erlebbar zu machen. Die digitalen Prozesse könnten eben auch neue Wege eröffnen zur Teilhabe an den Veränderungen.

Der Revierbeauftragte der sächsischen Staatskanzlei Stephan Rohde stellte dabei klar: „Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern Arbeitsmittel.“ Digitale Anwendungen müssten immer mehr und schnell in den Alltag integriert werden.

Der Publizist und Autor Franz-Reinhard Habbel warb für einen „Digitalen Korridor Lausitz“. Vereinfachte Regeln sollen die Region zu einem Testfeld für die Zukunft werden lassen.
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In einem Impulsvortrag für die Konferenz des Publizisten Franz-Reinhard Habbel wurde deutlich. Dass Deutschland die „erste Halbzeit der Digitalisierung bereits verloren“ hat. Schließlich säßen die großen Tech-Konzerne alle in Amerika und China. Und Habbel sagte unmissverständlich: „Wir werden auch die zweite Halbzeit verlieren, wenn wir es uns nicht gelingt, Datenmengen in der Zukunft intelligent zu nutzen.“ Der Digitalisierungs-Fachmann warb für die Einrichtung eines „digitalen Korridors in der Lausitz“. Dort könne ein Testfeld entstehen, wo neue Ideen eben auch einmal ausprobiert werden könnten. Dazu müssten beispielsweise auch die Genehmigungsverfahren beispielsweise deutlich schneller werden „Warum nicht in einem digitalen Korridor in der Lausitz“, fragte Franz Reinhard Habbel auch direkt die anwesenden Regierungsvertreter aus Potsdam und Dresden.

In der Lausitz lässt sich die Zukunft testen

Die Lausitz könne zu einem internationalen Referenzstandort für die Digitalisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge werden. Das werde die Region auch für junge Menschen wieder deutlich anziehender machen.

Bis zum Nachmittag wurde in Doberlug-Kirchhain dann in mehreren Arbeitsgruppen ausführlich über die verschiedenen Anwendungsfelder und Möglichkeiten der Digitalisierung in der Lausitz debattiert.