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| 18:25 Uhr

Finsterwalde leidet unter Schildbürgerstreich
Straßensperre nervt die Finsterwalder auch nach 18 Uhr weiter

Neben der Großen Unterführung mit dem Abzweig in Richtung Doberlug-Kirchhain war auch die Verkehrsader in Richtung Finsterwalder Innenstadt und entgegengesetzt Richtung Bahnhof seit Mittwochabend gesperrt. Ohne ersichtlichen Grund für die Verkehrsteilnehmer.
Neben der Großen Unterführung mit dem Abzweig in Richtung Doberlug-Kirchhain war auch die Verkehrsader in Richtung Finsterwalder Innenstadt und entgegengesetzt Richtung Bahnhof seit Mittwochabend gesperrt. Ohne ersichtlichen Grund für die Verkehrsteilnehmer. FOTO: LR / Gabi Böttcher
Finsterwalde/Berlin. Da kocht der Ärger hoch. Der geplante Kraneinsatz zum Einheben von Brückenteilen an der Großen Unterführung fällt aus. Die Straßensperrung steht trotz Druck 18 Uhr immer noch. Von Gabi Böttcher

Um 18 Uhr hatte sich noch immer nichts getan am Freitagnachmittag. Großräumige Straßensperrung am Brückenbauwerk der Bahn in der Sonnewalder Straße. Doch der Reihe nach: Wie die Deutsche Bahn erst auf Nachfrage der RUNDSCHAU am Donnerstagnachmittag informiert hatte, habe es erneut Komplikationen mit dem Baugrund an der Brückenbaustelle in der Sonnewalder Straße gegeben. Deshalb konnte der für das Einheben der Brückenbauteile benötigte Kran nicht risikofrei aufgestellt werden, hieß es.

Und – ja, die großräumige Straßensperrung, die neben dem eigentlichen Baustellenbereich in der Sonnewalder Straße auch den Kreuzungsbereich Bahnhof-, Forst- und Berliner Straße einbezieht, solle dennoch aufrecht erhalten bleiben. Im Finsterwalder Rathaus hieß es, dass man aus der RUNDSCHAU von der neuen Situation erfahren habe. Der CDU-Landtagsabgeordnete Rainer Genilke fuhr gleich am Freitagmorgen große Geschütze auf und schrieb an den Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn AG, Dr. Joachim Trettin.

Im Finsterwalder Rathaus knüpfte man den Kontakt zu den Bauausführenden der Klostermann Baugesellschaft. Gemeinsamer Tenor: Die Sperrung muss so schnell wie möglich zurückgenommen werden, wenn sie nicht erforderlich ist. Würde sie doch Tausenden Kraftfahrern noch bis 4. August, 6 Uhr, enorme Umwege durch das Stadtgebiet bescheren. So wie dies bereits seit dem 1. August, 22 Uhr, für den gesamten Kreuzungsbereich außerhalb der eigentlichen Brückenunterführung verkehrsrechtlich angeordnet war.

Die Sperrung wurde von den Verkehrsteilnehmern schlichtweg ignoriert, weil sie keinen Grund dafür erkennen konnten. Der Stadt hatte man am Vormittag offenbar das falsche Versprechen des Rückbaus am Nachmittag gegeben.
Die Sperrung wurde von den Verkehrsteilnehmern schlichtweg ignoriert, weil sie keinen Grund dafür erkennen konnten. Der Stadt hatte man am Vormittag offenbar das falsche Versprechen des Rückbaus am Nachmittag gegeben. FOTO: LR / Gabi Böttcher

Nachdem die Stadt Finsterwalde von der neuen Situation erfahren hatte, forderte sie die Deutsche Bahn zur Aufhebung der Sperrung auf, um grundlose Sperrzeiten zu vermeiden und einen reibungslosen Verkehrsfluss zu erreichen, heißt es dazu offiziell aus dem Rathaus. Dann, um 11.37 Uhr, die Aussicht aus dem Rathaus: Die Vollsperrung der Großen Unterführung wird am Freitagnachmittag aufgehoben.

Die Deutsche Bahn begründet die aktuelle Sperrung der Sonnewalder Straße mit Abbrucharbeiten am Widerlager der Bestandsbrücke. Wie beim Abriss von Bauwerken üblich, seien hierbei angemessene Sicherheitsabstände einzuhalten, um eine Gefährdung des Straßenverkehrs sowie von Passanten auszuschließen. Daher sei die Sperrung der Sonnewalder Straße bis zum Samstagmorgen zwingend erforderlich. „Dabei erstrecken sich die Sicherheitsabstände auch auf Abbiege- und Nebenstraßen, die zum Schutz der Verkehrsteilnehmer ebenfalls vorübergehend gesperrt werden müssen“, so Gisbert Gahler vom Regionalbüro Kommunikation Berlin der Bahn am Freitag um 14.23 Uhr. Was denn nun? Doch kein Aufheben der Absperrung? Um 18 Uhr hat sich jedenfalls bei Ausschilderung und Sperrbaaken noch immer nichts getan.

Verkehrsteilnehmer haben die großräumigen Sperrmaßnahmen seit Mittwochabend indes kaum ernst genommen, ja sie ignorierten sie schlichtweg. Hätte sich die Polizei zu permanenten Verkehrskontrollen eingefunden, wäre Kasse zu machen gewesen. So traf es nur vereinzelt Sünder, die ein Verwarngeld von 25 Euro zu berappen hatten. Bleibt zu hoffen, dass der nächste geplante Brückeneinbau-Termin vom 9. bis 13. August tatsächlich von Erfolg gekrönt ist.