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| 12:32 Uhr

Hilfe für Adebar
Storchennest auf dem Lindenaer Kirchturm erneuert

Erneuerung vom Storchennest auf der Kirche Lindena.
Erneuerung vom Storchennest auf der Kirche Lindena. FOTO: Bernd Babben
Lindena. Seit dem 18. Jahrhundert wohnen Störche auf dem Lindenaer Kirchturm. Bis in das Jahr 2011, denn fortan suchten sich die Tiere plötzlich ein Ausweichquartier. Jetzt versuchen die Lindenaer, sie zurück in ihr Dorf zu locken.

Der Storch ist das Wappentier vom Schönborner Ortsteil Lindena. Schon seit dem 18. Jahrhundert bewohnt er das Storchennest auf dem Kirchturm. Im Jahr 2010 zogen die Störche letztmalig vier Jungstörche auf dem Kirchturm groß. „Seitdem hatte unser Storchenpaar Probleme mit seinem Nest. In den letzten Jahren nutzte es das traditionelle Storchennest auf dem Kirchturm der Kirche nicht mehr. Stattdessen wurde der Schornstein auf dem Gelände der Agrargenossenschaft als Ausweichnest angenommen. Aber das Ausweichnest zeigt im Frühjahr ständig Probleme mit Staunässe“, berichtet Petra Bachmann-Schrey. Hinzu käme, dass nur wenige Lindenaer den Storch auf diesem Ausweichnest beobachten können. „Das Wappentier ist damit fast aus dem Dorfbild verschwunden“, wird bedauert.

Diesen Zustand wollten einige engagierte Lindenaer Feuerwehrmitglieder ändern und dem Storchenpaar für das Jahr 2019 wieder eine Alternative an gewohnter Stelle anbieten. Gespräche mit den Gebäudeeigentümern, den Storchenbeauftragten des Ortes und des Landkreises sowie Vertretern des Naturschutzbundes wurden geführt. Petra Bachmann-Schrey: „Wichtig war immer, dass unser Storch im Frühjahr 2019 die Entscheidung selbst fällt, welches Nest angenommen wird. Viele Hinweise wurden gesammelt und später berücksichtigt.“

Auch in der Versammlung der Lindenaer Jagdgenossenschaft wurde über das geplante Vorhaben gesprochen. Die Jagdgenossenschaft war bereit, finanzielle Mittel für dieses Vorhaben zur Verfügung zu stellen. Die Genossenschaftsversammlung fasste dazu einen entsprechenden Beschluss.

Das Projekt konnte starten. Das Nest wurde vorbereitet, der Baumdienst Richter in Wahrenbrück für die Kletterarbeiten engagiert und Helfer mobilisiert. Eine Besichtigung des unbenutzten Nestes zeigte, welche Probleme die Nestbauer in 28 Metern Höhe erwarten. Deshalb fiel die Entscheidung, das Nest mit Hilfe eines Autokrans in die Höhe zu bringen. Das hatte zwei Vorteile. Die Arbeitszeit hat sich deutlich verringert und man konnte gleich parallel den auf der Kirchturmspitze wachsenden und das Mauerwerk angreifenden Holunder entfernen.

Vor wenigen Tagen kam der Autokran und das vorbereitete Nest konnte auf die Kirchturmspitze gebracht und dort befestigt werden. Fleißige Unterstützer wie Bernd Babben und Karsten Schmidt halfen tatkräftig bei der Storchennestaktion, die Roland Schrey organisiert hatte.

Wie es der Zufall wollte, zeigte der Storch sich am frühen Morgen vor Beginn der Aktion nochmals auf dem Kirchturm und inspizierte das beschädigte Nest. Während des Kraneinsatzes kreisten zwei Störche in luftiger Höhe über dem Nest und beobachteten das Geschehen. Bereits am Folgetag besuchten die Störche das neue Nest.

Im nächsten Jahr wird sich dann zeigen, ob das Storchennestprojekt erfolgreich verlaufen ist und das Lindenaer Storchenpaar wieder auf der Kirche nistet.

(pm/leh)