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Stimmgewalt bei fröhlichem Fest

Sängerinnen und Sänger aus Pankow, Königs Wusterhausen und Bernau präsentieren gemeinsam große Sangeskunst.
Sängerinnen und Sänger aus Pankow, Königs Wusterhausen und Bernau präsentieren gemeinsam große Sangeskunst. FOTO: Jürgen Weser / jgw1
Finsterwalde. Das Chorfest des Brandenburgischen Chorverbandes strahlte mit Gesang in die Welt. Am Abend feierten die Finsterwalder beim Stadtfest weiter. Jürgen Weser / jgw1

Das 14. Chorfest spülte am Sonnabend mehr als 1000 Sänger von insgesamt 57 Chören aus Berlin und Brandenburg sowie aus Frankreich mit großer Sangeslust in die Sängerstadt. Zum dritten Mal durfte Finsterwalde das Chorfest austragen und damit den Chorgesang als immaterielles Kulturerbe der Unesco sichern helfen, wie Dr. Ulrike Liedke als Präsidentin des Landesmusikrates zur Eröffnung gemeinsam mit Bürgermeister Jörg Gampe hervorhob.

Da passte es wunderbar, dass Finsterwalder und Massener Chöre gemeinsam ,,Sing auf allen Straßen und Plätzen" von der Marktbühne anstimmten. Auch der stellvertretende Ministerpräsident Christian Görke sang gern mit. Ihm gefallen Finsterwalder Feste, denn er war auch beim 1. Bierfest zu Gast.

Das Chorfest sorgte sogar dafür, dass Landrat Christian Heinrich-Jaschinski seine durch Erkältung verlorene Stimme wiederfand, bevor mit den Finsterwalder Sängern in das Sängerlied mit neuer Strophe jubelnd eingestimmt wurde.

Sieben Bühnen boten den Chören Gelegenheit, mit mehr als 72 Konzertbeiträgen ihre musikalische Botschaft in die Welt zu schicken. ,,Mach was Schönes aus dem Tag", wünschten die Frauen und Männer aus Neu Zauche den Zuhörern fröhlich. Der Wunsch war leicht zu erfüllen. Beste Laune herrschte überall vor und auf den Bühnen, auch wenn es die Sonne etwas zu gut meinte und sich die Chöre an der einen oder anderen Stelle noch mehr Zuhörer gewünscht hätten. Aber für sie ist es vor allem ein großes Treffen der Chorgemeinde, wie für Beate Bering aus Ludwigsfelde, die beim Glücksraddrehen auf dem Markt Erfolg hatte. Fröhlich sang der Müllroser Frauenchor im feschen bunten Outfit vom ,,Likörchen für das Frauenchörchen". ,,Wem Singen Spaß und Freude macht", der trete bei uns ein, hieß es überall, und die Kita ,,Entdeckerland" bewies mit Vati- und Muttilied, dass es musikalischen Nachwuchs gibt.

Auch wenn schwer hervorgehoben werden kann, so sollen drei Highlights erwähnt werden. In der Trinitatiskirche erlebten die Zuhörer ein großartiges Fest des Chorgesangs mit Chören aus Pankow, Königs-Wusterhausen und Bernau, alle unter Leitung von Andreas Wiedermann. Aus 120 Kehlen erklang ,,Menschen lasst uns Menschen werden" als Wunsch auch in heutiger Zeit. Nicht nur mit ,,Möcht meine Liebe grüßen" glänzte der Fritz-Höft-Chor im Sonderkonzert. Das Publikum begeisterte der große Kinder- und Jugendchor, den die französischen Gäste aus Creil im Raum Montataire mitgebracht hatten. Schöne Bilder gab es, wenn sich französische Jugendliche auf dem Markt zum Beispiel mit den Probstheider Landfrauen in ihren Trachten mischten und sich ein Mädchen aus Creil erschrocken wundert, dass die Sänger am Denkmal hinter der Trinitatiskirche sogar Wasser speien können. Viel freudvolle Arbeit hielt der Tag für Sänger, Chorleiter und Organisatoren bereit. So musste sich Karin Schadock sputen, um pünktlich zu ihren acht Auftritten als Chorleiterin zu kommen.

Diese bunte Mischung machte den Tag erfolgreich, resümierte Bürgermeister Jörg Gampe als Präsident des Brandenburgischen Chorverbandes zufrieden beim Festabschluss auf der Marktbühne. Ausgezeichnet wurden die Potsdamer Vokalistinnen, der Neuruppiner A-capella Chor und PopKon aus Cottbus, die sich beim Wettbewerb des Landesmusikrates für den Bundeswettbewerb qualifizierten. Das finale Volksliedermedley von Chorleiter Joachim Walter wurde auf und vor der Bühne begeistert aufgenommen. Die Sängerstadt hat ihrem Namen wieder einmal Ehre erwiesen, fanden viele Gäste.