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| 17:38 Uhr

9. Finsterwalder Kammermiusikfestival
Sternstunde der Kammermusik in  Finsterwalde

 Ein großartiges Konzert boten Michael Barenboim und Natalia Pegarkova.
Ein großartiges Konzert boten Michael Barenboim und Natalia Pegarkova. FOTO: Jürgen Weser
Finsterwalde. Das Duo Michael Barenboim und Natalia Pegarkova hat das Finsterwalder Publikum verzückt. Von Jürgen Weser

130 Konzertbesucher im ausverkauften Finsterwalder Logenhaus erlebten am Freitagabend beim fünften Konzert des diesjährigen Finsterwalder Kammermusikfestivals eine besondere Sternstunde. Michael Barenboim mit Violine und Viola und Natalia Pegarkova am Klavier sorgten für großartigen Musikgenuss und Glücksmomente.

In den neun Jahren Kammermusikfestival in Finsterwalde erfüllten wohl noch nie so voluminöse und gleichzeitig einfühlsame Geigentöne den Logensaal, adäquat ergänzt und zum Jubilieren gebracht durch den Klavierpart von Natalia Pegarkova. Als Duo begeistern Michael Barenboim, der als einer der begabtesten klassischen Violinisten der jüngeren Generation gilt, und Natalia Pegarkova, die in Moskau mit dem Klavierstudium begonnen und es in Deutschland beendet hat, seit einigen Jahren das internationale Publikum. In Finsterwalde glänzten beide, die auch im privaten Leben ein Paar sind, mit einem wie aus einem Guss stammenden Zusammenspiel. Die Sonaten von Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert sowie Maurice Ravel schienen im besonderen Maße lebendig zu werden durch ihr Spiel.

„Seit neunzehn Jahren kennen wir uns mit Nassib“, verwies Michael Barenboim auf einen der Initiatoren  vom Finsterwalder Festival und erklärt damit, warum es ihnen Herzensangelegenheit ist, in Finsterwalde zu konzertieren. „Wir sind zum ersten Mal in der Stadt, danke dass wir mit Sonne empfangen wurden“, lächelte Natalia Pegarkova und meinte damit auch die tolle Stimmung im Logenhaus.

Dass sich beide wohl fühlten, merkte man ihrem engagierten, temperamentvollen und mit äußerster Präzision gespieltem Konzert an. Inspiriert von Mozarts Anbetung zweier junger Frauen in seiner 1778 komponierten Sonate C-Dur (1782 veröffentlicht) für Violine und Klavier, ließen Pegarkova und Barenboim ein flimmerndes Beziehungsgeflecht bis zur tänzerischen Ausgelassenheit im Finale ertönen. Der Sprung zu Franz Schubert als Patron des diesjährigen Festivals mit zwei Sonaten war nicht weit. Als „Grande Sonate“ für Schubert selbst machten Pegarkova und Barenboim mit sich durchdringenden Klangwelten die A-Dur Sonate eindrucksvoll erlebbar. Schließlich erinnerte Michael Barenboim mit Schuberts Sonate für Arpeggione und Klavier an ein fast vergessenes Instrument. Dass beide Musiker sich auch gern in der Moderne bewegen, bewiesen sie mit Maurice Ravels Sonate Postume ebenso gekonnt.

Nach langem und begeistertem Applaus kamen Natalia Pegarkova und Michael Barenboim nicht ohne Zugabe von der Bühne. Mit einem die Seele streichelnden Brahms-Stück schlugen sie bereits den Bogen zum kommenden Festivaljahr.

Begeistert von dem Konzert „als eines der großartigsten in der bisherigen Finsterwalder Festivalgeschichte“ zeigte sich Werner Grescho aus Doberlug-Kirchhain. Er kann das beurteilen, hat er doch in den neun Jahren kaum ein Festivalkonzert verpasst. „Ich finde großartig, was Finsterwalde mit den beiden künstlerischen Leitern Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh hier auf die Beine stellt.“

Das Finale des 9. Kammermusikfestivals steigt am 6. April in der Trinitatiskirche mit dem Weimarer Klavierquartett PLUS und Franz Schuberts berühmten „Forellenquintett“.