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| 18:10 Uhr

Beeindruckendes Klangerlebnis in Finsterwalde
Der Steinway kann wirklich alles

Konzertpianist Professor Gunther Anger begeisterte am Steinway-Flügel.
Konzertpianist Professor Gunther Anger begeisterte am Steinway-Flügel. FOTO: Jürgen Weser / LR
Finsterwalde. Künftige Klangvielfalt für Finsterwalder Stadthalle mit Paukenschlägen erlebt. Von Jürgen Weser

Der Förderverein für die künftige Stadthalle Finsterwalde hatte am Freitagabend zu einer besonderen Klangdemonstration in die Trinitatiskirche eingeladen. Unter dem Motto „Den Unterschied erleben“ wurden Musikstücke auf einem E-Piano, einem Zimmermann-Flügel und einem Steinway-Flügel vergleichend zu Gehör gebracht. Hintergrund ist die geplante Erwerbung eines solchen hochwertigen Flügels durch den Förderverein für die Stadthalle.

Der Förderverein nutzte die Gelegenheit, weil für das Finale des Finsterwalder Kammermusikfestivals am Sonnabend ein Steinway-Flügel ausgeliehen worden war. Gleich zu Beginn gab es vor den Flügel-Klängen einen Paukenschlag, ausgesprochen durch den Vereinsvorsitzenden Rainer Willems: Immerhin 46 000 Euro sind durch Charaty- und Spendenaktionen bereits auf dem Steinway-Konto angewachsen. Allerdings fehlen noch etwa 100 000 Euro für den anvisierten Steinway-Flügel der hochwertigen D-Ausführung. Die ist aufgrund der Größe der geplanten Stadthalle für den akustischen Klanggenuss nötig.

Aufgeregt und stolz war Laetitia Pilz, auf einem Steinway spielen zu dürfen.
Aufgeregt und stolz war Laetitia Pilz, auf einem Steinway spielen zu dürfen. FOTO: Jürgen Weser / LR

Ist eine solche Investition überhaupt notwendig? Dieser Frage gingen unter unterhaltsamer Moderation von Rundschau-Redakteur Frank Claus Professor Gunther Anger und Florian Kästner als Experten des Klangabends nach. „Es ist gewaltig, was die Finsterwalder mit der Stadthalle in Angriff genommen haben“, würdigte Frank Claus, bevor die Finsterwalder Musikschülerin und Delegierte für den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, Laetitia Pilz, ihr Können an allen drei Instrumenten mit Auszügen aus Edvard Griegs „Trollhaugen“ zeigte und hörbare Unterschiede für etwa zweihundert Besucher des Klangabends vermittelte.

 Auch Jazz lässt sich bestens auf dem Steinway spielen, bewies Florian Kästner.
Auch Jazz lässt sich bestens auf dem Steinway spielen, bewies Florian Kästner. FOTO: Jürgen Weser / LR

Für welches Instrument sich Laetitia entscheiden würde, war keine Frage. „Für den Steinway natürlich. Er hat einen tollen Anschlag und die Höhen und Tiefen sind viel besser auszuloten“, schwärmte das musikalische Talent beeindruckt.  Zuvor hatte Frank Claus mit Fakten die beeindruckende Historie der Flügelfirma „Steinway & Sons“ (siehe Kasten) vorgestellt, deren Hamburger Hauptfirma im Herbst 40 Finsterwalder Freunde und Förderer der Stadthalle besuchen und den Produktionsprozess erleben konnten.

Hatten als Finsterwalder Bauunion 10 000 Euro mitgebracht: Geschäftsführer Albrecht Marschetzky (Mitte) und Jens Kilian (r.). Im Gespräch mit LR-Redakteur Frank Claus erklärten beide, dass sie sich gern Nachahmer wünschen würden. Die Stadthalle sei ein Gewinn für die Sängerstadt.
Hatten als Finsterwalder Bauunion 10 000 Euro mitgebracht: Geschäftsführer Albrecht Marschetzky (Mitte) und Jens Kilian (r.). Im Gespräch mit LR-Redakteur Frank Claus erklärten beide, dass sie sich gern Nachahmer wünschen würden. Die Stadthalle sei ein Gewinn für die Sängerstadt. FOTO: Jürgen Weser / LR

Als der renommierte Konzertpianist und Professor für Klavier an der Musikhochschule „Carl Maria von Weber“ in Dresden Gunther Anger, der sein Musikstudium in Moskau absolviert hat, Liszt und Haydn vergleichend auf beiden Flügeln spielte und mit Griegs vollständigem „Hochzeitstag auf Trollhaugen“ temperamentvoll das Publikum verzückte, blieb der beeindruckende Klang des Steinway-Flügels in allen Ohren. Warum ein Steinway, ist für ihn völlig klar. In den fünfzehn Ländern, in denen er konzertiert hat, waren in den Konzertsälen Steinway-Flügel. „94 Prozent der renommierten Pianisten haben sich 2016/17 für Steinway entschieden“, ergänzte Frank Claus. „Wer tolle Konzerte anbieten möchte, sollte einen Steinway haben“, so Professor Anger. „Es gibt auch andere gute Firmen, aber Steinway habe Entwicklung in seinen Instrumenten am besten umgesetzt.“

Dass ein Steinway auch Jazz kann, bewies Florian Kästner mit Gitarrist Bertram Burkert als seine Begleitung. „Wenn ich mal berühmt und alt bin, möchte ich wenigstens einen Steinway C in meinem Wohnzimmer stehen haben“, scherzte der im „Orchestergraben aufgewachsene und mit dem absoluten Gehör ausgestattete“ Dozent an der Musikhochschule Leipzig. Im Gespräch gab Klavierstimmer Johannes Dombrowe Hinweise, wie künftig in der Stadthalle mit einem Steinway umzugehen sei.

Zum Schluss gab es noch einen Paukenschlag. Die Geschäftsführer Albrecht Marschetzky und Jens Kilian von der Finsterwalder Bauunion setzten mit ihrer Spende in Höhe von 10 000 Euro „ein Zeichen für andere heimische Firmen nachzuziehen“, wie beide betonten. Die Besucher des Abends ließen 1080 Euro im Steinway-Sparschwein zurück. Besonders freuten sich an dem Abend Siegfried Fritsche, Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh, die vor Jahresfrist das Steinway-Projekt angeschoben hatten.