| 01:06 Uhr

Staub vom Jupiter pusten

Sonnewalde / Finsterwalde.. Papier ist geduldig, sagt man. Mag ja manchmal zutreffen, bei Behörden zum Beispiel. Doch anders beim Zeitungspapier. Das bringt gelegentlich wieder Bewegung in eine unbewegliche Sache. Beispiel: der Planetenweg in Sonnewalde – die RUNDSCHAU berichtete. Dieter Babbe


Seit über einem Jahr liegt das ABM-Projekt brach - und Staub auf Jupiter, der ersten längst fertigen Station eines langen Wanderweges durch den Sonnewalder Schlosspark, an dem zehn Stelen samt Infotafeln über die Planeten informieren sollten. Jetzt wird vermutlich nicht nur der dicke Staub weggepustet, sondern das alte Projekt neu angeschoben.
Kein Geld für weitere ABM-Stellen an diesem Projekt - war immer wieder die Auskunft, die die Sonnewalder Amtsleute vom Finsterwalder Arbeitsamt bekamen - als man offensichtlich der Nachfrage überdrüssig wurde. Als die RUNDSCHAU die Geschichte in der vorigen Woche bei ihrer Landpartie in Sonnewalde erneut aufrollte und öffentlich machte ( „Jupiter verstaubt in der Sonnewalder Kutschenkammer“ ), meldete sich allerdings Carola Belka, die Leiterin vom Arbeitsamt, bei Silke Neisser, der Amtsdirektorin: „Jetzt ist doch Geld da, die Sache könnte weitergehen!“ Frau Neisser berichtete am abendlichen LR-Stammtisch über diese frohe Botschaft.
Tatsächlich, so bestätigte Frau Belka gestern auf Nachfrage, gäbe es derzeit finanzielle Möglichkeiten, am ABM-Projekt Planetenweg weiterzuarbeiten. Allerdings müsste das Amt mit der IFU Lauchhammer, dem Projektträger, schnellstens den Kontakt zum Arbeitsamt suchen und die Dinge im Detail absprechen. „Was gestern galt, ist heute anders und morgen wieder“ , sei laut Carola Belka längst Prinzip bei Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen - und das auch: „Wer zuerst kommt, der mahlt zuerst.“
Sonnewaldes Amtsdirektorin Silke Neisser ist jedenfalls morgen gemeinsam mit der IFU im Finsterwalder Arbeitsamt vorstellig - und hofft, vom nur noch mageren ABM-Kuchen ein ordentliches Stück abzubekommen. Damit bald Planeten den Wanderweg im Sonnewalder Schlosspark bereichern werden. Und für ein paar Arbeitslose könnte es wieder Arbeit geben.