Ein paar Minuten mehr Geduld mussten die Patienten gestern in Schönborn aufbringen. Denn die offizielle Praxisübergabe von Dr. Peter Rebhahn an Dr. Simone Kortyka sollte schon mit ein paar Worten des Dankes und besten Zukunftswünschen verknüpft werden.

Neu ist, dass das Ärztenetz Südbrandenburg (ANSB) und dessen Management, die KV Consult- und Managementgesellschaft mbH (KV Comm), mit der Schönborner Hausarztpraxis die erste Zweigpraxis neben ihren Praxen im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) in der Finsterwalder Westfalenstraße führt. Geschäftsführerin Andrea Trunev freut sich deshalb mit dem Schönborner Bürgermeister Daniel Mende, Amtsdirektor Andreas Dommaschk und natürlich den Patienten, dass es mit der 41-jährigen Simone Kortyka eine nahtlose Fortführung der Versorgung im Ort gibt. Angestellt beim MVZ hatte die Fachärztin für Allgemeinmedizin schon seit Oktober vorigen Jahres die Vertretung in Schönborn übernommen, als sich Dr. Rebhahn um seine eigene gesundheitliche Genesung kümmern musste. Für die Mutter von Zwillingen, die in Lugau zu Hause ist, ergibt sich durch die Anstellung eine Entlastung von bürokratischen und organisatorischen Aufgaben sowie von wirtschaftlichen Risiken einer eigenen Praxis.

Dr. Peter Rebhahn, der nach 29 Jahren und sieben Monaten in den Ruhestand ging, ist froh, ein Versprechen eingelöst zu haben. "Er hatte mir schon bei meinem Amtsantritt als Bürgermeister im Jahr 2008 gesagt, dass er sich um eine Nachfolge kümmern werde", erinnert Daniel Mende.

"Himmel, Arsch und Zwirn, das ist mein Lebenswerk. Da bin ich natürlich froh über die Nachfolge. Außerdem ist sie meine Wunschnachfolgerin. Das habe ich auch meinen Patienten gesagt", kommentiert Dr. Rebhahn. Nach fünf Jahren der Suche nach einer Lösung sei diese im Zusammenwirken mit dem MVZ des Ärztenetzes die einzig zielführende gewesen. Die Übernahme seiner Schwestern Christina Belger und Janine Bär sei eine Bedingung gewesen. Schließlich habe das gute Team in den zurückliegenden Jahrzehnten maßgeblich dazu beigetragen, "in diesem Knochenjob" zu bestehen. Ein besonderes Dankeschön richtet der Arzt an seine Frau Margitta, die ihm den Schreibkram und Abrechnungen abgenommen habe. "Da ist so viel berufsferne Arbeit zu tun", verdeutlicht Dr. Rebhahn und kann der modernen Struktur mit dem Anstellungsverhältnis Zukunftsweisendes bescheinigen.

Weiter in seinem Haus in der Kreuzstraße wohnend, versichert er seiner Nachfolgerin, ihr auf keinen Fall in die Arbeit hineinzureden. Dafür wird auch kaum Zeit bleiben. Allein, um die Kinder in Radebeul, Dresden, Bamberg und Zürich jetzt häufiger zu besuchen, wird mehr davon benötigt. Ein Abo für die Semperoper ist abgeschlossen und die Hobbys - die Geschichte der Seefahrt und der Eisenbahn sowie der Modellbau - fordern den ganzen Mann.