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| 22:44 Uhr

Ein 12,90 Meter hoher Hingucker auf B 96-Kreisel
Die stählerne Pusteblume von Massen

Aus Entwürfen und Zeichnungen, hier präsentiert von Günter Napieralski und Gottfried Richter, ist inzwischen stählerne Realität geworden.
Aus Entwürfen und Zeichnungen, hier präsentiert von Günter Napieralski und Gottfried Richter, ist inzwischen stählerne Realität geworden. FOTO: LR / Gabi Böttcher
Massen/Finsterwalde. Die Idee geht zurück ins Jahr 2009. Jetzt wird sie zur Realität: Eine Riesen-Schraube auf der Kreisel-Insel der B 96. Günter Napieralski lüpft den Mantel des lange gehüteten Geheimnisses. Von Gabi Böttcher

Das fertige Produkt – die Stählerne Blume – liegt bereits wohl verpackt in heimischen Gefilden, nachdem sie zu Jahresbeginn noch einen Tauchgang in einer Spezialbeize im Elsass durchlebt hatte und somit gegen Flugrost an den Hunderten von Schweißnähten geschützt worden ist.

Günter Napieralski, Geschäftsführer der N+S Norm- und Sonderschrauben GmbH aus Massen, erinnert sich an den Ursprung der Idee. Als der Öffentlichkeit zu Beginn des Jahres 2009 der Imagefilm „Metall Finsterwalde“ vorgestellt wurde, in dem neun Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie aus Finsterwalde und Massen für ihre Branche und die Region werben, da sei bereits die Rede von einem Kreisverkehr an der B 96 in Massen gewesen. Firmenchef Napieralski, ein ausgewiesener Fan des Arbeitens in Netzwerken und des gemeinsamen Klingelns für die Potenzen der Region, kam die Idee einer Riesen-Schraube auf der Kreisel-Insel und ließ ihn seitdem nicht mehr los. Als es dann 2015 „scharf geworden“ sei mit dem Kreisverkehr, da ging der Unternehmer zielgerichtet an die Umsetzung seiner Idee. Und konnte gut 20 Partner für das Sponsoring, den Künstler Jens Puppe sowie Zugpferde und Unterstützer auf Gemeinde-, Kreis- und Landesebene begeistern. „Das war gar nicht so schwer“, blickt der Firmenchef zurück. Er wertet es sogar als erfreulich, dass die Massener Gemeindevertreter mit ihrem gemischten Abstimmungsverhalten deutlich gemacht hatten: Kunst ist streitbar.

Gottfried Richter, Amtsdirektor im Amt Kleine Elster, betont ohne einen Zweifel aufkommen zu lassen: „Ohne Günter Napieralski wäre dieses Werk nicht initiiert und mit solcher Akribie vorangetrieben worden. Er hat sich das auf den Tisch gezogen.“ Napieralski spielt den Ball zurück zu Gottfried Richter, mit dessen Agieren die mehr als 25 Jahre währende Entwicklung des Gewerbegebietes in Massen untrennbar verbunden ist. Die stählerne Blume sei eine Pusteblume. Deren Früchte, die sich mit ihren Flugschirmen durch den Wind ausbreiten und für neues Wachstum sorgen, stünden für ein super Gewerbegebiet. Immerhin sind hier rund 100 Firmen zu Hause. Günter Napieralski, dessen Firma Lieferant für Prototypen von Schrauben für die gesamte deutsche Automobilindustrie ist, überträgt sein Arbeitsfeld auf das demnächst aufzustellende Kunstwerk so: „Schrauben sind Verbindungen. Der Amtsdirektor knüpft ebenfalls Verbindungen – zu Partnern im Gewerbegebiet und für die Region.“

Dank der Fertigung der Blume aus Edelstahl rechne die Gemeinde als künftige Eigentümerin mit äußerst geringen Folgekosten. Sie sorge auch für die Pflege des Innenringes des Kreisels, so Gottfried Richter. Und genau von diesem Innenring werde noch ein weiterer Effekt die Blicke anziehen, weckt Günter Napieralski nicht ohne genussvolle Vorfreude erneut Neugier. Nur so viel: Bei der Kreiselgestaltung wird auch die Komponente Licht ins Spiel kommen.

Im heißen Draht zur Baufirma wird jetzt die Schrittfolge für die Installation der Blume abgestimmt. Allem voraus geht der Bau des Fundamentes. Torsten Wiemer, Dezernatsleiter im Landesbetrieb Straßenwesen: „Das besprechen der Bauleiter und Herr Napieralski direkt.“ Ende August könnte die insgesamt 12,90 Meter hohe und 8,2 Tonnen schwere Blume mit einem Kopf von 8,50 Meter Durchmesser dann ihren Platz auf der Kreisel-Insel gefunden haben.

FOTO: Günter Napieralski