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| 19:44 Uhr

Stadtquartier mit Zukunftsflair soll Bundesjury überzeugen

Akteure der Zukunfts-AG sehen sich auf dem Gelände der ehemaligen Kistenfabrik in Finsterwalde um.
Akteure der Zukunfts-AG sehen sich auf dem Gelände der ehemaligen Kistenfabrik in Finsterwalde um. FOTO: Clemens Habermann
Finsterwalde. Finsterwalder treiben die Zukunftsstadt-Debatte weiter voran. Ein Bürgerfest auf dem Areal der Kistenfabrik soll am 5. September Entwicklungspotenzial und Ziele aufzeigen. Gabi Böttcher

Warum nicht einen Musikschwerpunkt am Sängerstadt-Gymnasium entwickeln? Marlen Meißner baute beim Dialog zur Zukunftsstadt Finsterwalde die Brücke zum Fachgebiet Musikpädagogik an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus und zum Sängerstadt-Gedanken in Finsterwalde. Letzterer fehle ihr noch in der Diskussion. Reinhard Wild richtete den Blick auf Klimaschutz und energieautarkes Wohnen. Dies sei bei den Überlegungen für ein Finsterwalder Zukunftsstadt-Projekt unbedingt zu berücksichtigen.

In der Aula des Oberstufenzentrums war während des Stadtdialoges am Mittwochabend Zeit für ein Zwischenresümee der bisherigen Arbeit in den vier Arbeitsgruppen des Zukunftsstadt-Projektes. Zum Thema Wohnen, neue Wohnformen in der Innenstadt wird sich die Arbeitsgruppe am 18. Juli, 17 Uhr ab Rathaus, zu einem Rundgang durch die Stadt aufmachen. Bürger sind ausdrücklich eingeladen. Ein Haus der Musiker in Finsterwalde - dieser Gedanke sei nicht schlecht, kommentierte René Junker, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Finsterwalde einen innovativen Denkansatz. Alle bisherigen Ansätze führen, scheinbar einem natürlichen Fluss folgend, in das Denkmodell der Arbeitsgruppe um Sven Guntermann und Clemens Habermann. Ein ganzes Stadtquartier steht für diese Arbeitsgruppe als Kreativzentrum für junge Familien und zudem als Glasfaser-Campus im Fokus.

Der private Grundstückseigentümer eines Teils dieses Quartiers, des Geländes der ehemaligen Kistenfabrik, drückte am Mittwochabend auf die Tube. Mirko Lindstädt: "Jetzt muss etwas passieren. Nicht erst in zehn Jahren." Der Unternehmer aus Drößig ist mit etwa 35 Prozent der Fläche am Gesamtquartier zwischen Freizeit- und Sportareal sowie Markt als Partner der Zukunftsüberlegungen ins Boot gestiegen. Für Clemens Habermann hat das Quartier in seiner städtebaulichen und sozialen Neubelebung offenbar schon deutliche Konturen. Es bezieht die Existenz von rund 900 Gymnasiasten und deren Bedürfnisse ebenso ein, wie bereits ansässige Finsterwalder. Es setzt auf für Finsterwalde charakteristische Gestaltungsmerkmale in Materialien und Formen und will dem Kerngedanken von Nachhaltigkeit folgen. In diesem Quartier könnten sich Zukunftsüberlegungen aus allen Arbeitsgruppen handfest zusammenführen lassen. Auf dieses, sich nach Bürger-Wünschen der Zukunft gestaltende Quartier dürfte der Begriff des Reallabors anwendbar sein. Ein Begriff, den der wissenschaftliche Begleiter der Finsterwalder Zukunftsüberlegungen, Prof. Harald Kegler von der Universität Kassel, mit Leben erfüllt sehen möchte. Und zwar mit so viel Leben, dass es die Jury im Bundeswettbewerb überzeugt. "Was bisher in der Diskussion ist, reicht noch nicht aus", hatte er die Finsterwalder am Mittwochabend zu weiterem Nachdenken angetrieben. Kegler regte einen Fachausschuss der Stadtverordnetenversammlung an, der den Prozess begleiten sollte. Er regte auch eine Stiftung an, die die verschiedenen Partner des Prozesses langfristig binden könnte. Als ein sehr gutes Signal wertete er, dass die Stadt den Prozess vorantreiben will.

Matthias von Popowski, Finsterwaldes Partner von der complan Kommunalberatung GmbH: "Die Stadt ist zu nichts verpflichtet. Aber wenn es gelingt, das Quartier zu beleben, dann ist das ein Fortschritt für die Stadtentwicklung."

Am 5. September wollen sich alle Zukunftsstadt-Akteure im Quartier um die Industriebrache der ehemaligen Kistenfabrik treffen und mit den Finsterwalder Bürgern schon mal ein Zukunftsfest feiern.