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| 15:16 Uhr

Nach dem Brandwochenende
„Es hat relativ nah an der Stadt gezündelt“

 In der Finsterwalder Bürgerheide haben am Wochenende knapp 19 Hektar Wald gebrannt.
In der Finsterwalder Bürgerheide haben am Wochenende knapp 19 Hektar Wald gebrannt. FOTO: Feuerwehr Finsterwalde
Finsterwalde . Stadtbrandmeister von Finsterwalde: Zuerst waren das Wasserwerk und der Tierpark zu schützen. Von Heike Lehmann

Am Montag findet Stadtbrandmeister Michael Kamenz kurz Zeit, um das Brandkatastrophenwochenende aus Finsterwalder Sicht zu rekapitulieren, bevor er wieder zum Einsatzort und zur nachmittäglichen Lagebesprechung eilt. „Das Feuer, Samstagmittag offenbar ausgelöst von einem defekten Zug, war relativ dicht an der Stadt. Es hatte schon in den Gärten hinter der Juselhalle Zündungen gegeben. Dann brannte es beidseitig der Bahnlinie Richtung Hennersdorf. In der Bürgerheide sind knapp 19 Hektar betroffen.“

 Michael Kamenz, Stadtbrandmeister von Finsterwalde.
Michael Kamenz, Stadtbrandmeister von Finsterwalde. FOTO: LR / Gabi Böttcher

Die Finsterwalder Kräfte wurden während einer Trauerfeier für einen Kameraden alarmiert. „Der kräftige Wind änderte sich ständig, das Feuer lief auf das Wasserwerk zu und Richtung Tierpark. Mit einer Art Riegelstellung haben wir gesichert, dass es dort nicht reinbrennt.“ Bei der Stadtverwaltung hieß es, dass die Tiere wegen der Rauchentwicklung nervös waren und vorsorglich eingestallt wurden. Der Tierpark blieb für Besucher geschlossen.

Löschwasser bezogen die Wehren zum großen Teil von den Stadtwerken aus dem Wasserwerk. Es wurden kilometerweise Leitungen aufgebaut. Die Forststraße wurde gesperrt. Bis zu 300 Einsatzkräfte und Wehren aus dem gesamten Landkreis und Nachbarkreis kämpfen in Finsterwalde gegen die Flammen – bis Sonnabendabend, die ganze Nacht, den ganzen Sonntag. „Dann haben wir reduziert auf vier Tanklöschfahrzeuge und zwei Wasserfässer und noch mal einen Schaumteppich gelegt. Aber es ist sehr trocken, brennt in den Boden rein und unten weiter. Das Feuer war am Montag nicht aus“, so Kamenz. Erschwerend war, dass in der Bürgerheide gerade Holz gemacht wurde und Munitionsverdacht besteht. 30 Leute sind Montagmittag noch vor Ort. Kamenz sagt aber: „Wir haben es im Griff und die Ausbreitung gestoppt.“

Hinter den Wehren liegt ein kräftezehrendes Wochenende. „Eine Ablösung erfolgt je nach Lage. Viele mussten auf Dorffeste und ihre Feierlichkeiten am Wochenende verzichten. Am Montag aber stand die Arbeit wieder an. Da wird es noch schwieriger, genug Leute zu finden. Einige Kameraden haben sich selbst für eine weitere Schicht gemeldet“, würdigt Kamenz.

 Kreisbrandmeister Steffen Ludewig erklärt am Montag zu den vielen Bränden entlang der Bahnlinie Finsterwalde-Falkenberg: „Eine weitere Ausbreitung konnte nur verhindert werden, weil durch die Führungskräfte schnell und richtig viele Einsatzkräfte alarmiert wurden.“