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Stadtplanung
Stadt sucht Nutzungsideen für das Bahnhofsgebäude

Für das weitgehend leer stehende Bahnhofsgebäude in Doberlug-Kirchhain will die Stadt ein Nutzungskonzept erstellen lassen.
Für das weitgehend leer stehende Bahnhofsgebäude in Doberlug-Kirchhain will die Stadt ein Nutzungskonzept erstellen lassen. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Seit 2013 ist das Bahnhofsgebäude Eigentum der Stadt Doberlug-Kirchhain. Es steht weitgehend leer, schreit dringend nach Sanierung, aber auch nach vernünftiger Nutzung. Dafür soll jetzt ein Konzept in Auftrag gegeben werden.

Die Stadtverordnetenversammlung entscheidet am Mittwoch, 14. Februar, ob ein Nutzungskonzept für das Bahnhofsgebäude erstellt werden soll. Die Hoffnung auf Fördermittel dafür aber hängt momentan am seidenen Faden. Bürgermeister Bodo Broszinski (FDP) hatte vor dem Haupt- und Finanzausschuss von einer „äußerst unerfreulichen Information“ gesprochen, wonach das Amt für Flurneuordnung und ländliche Entwicklung die Förderung für die Erstellung eines Nutzungskonzepts abgelehnt habe.

Während Annemarie Bohnen­stengel, Sachbearbeiterin für Stadtplanung, Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing, von Zeitdruck sprach, weil das Projekt Bahnhof Bestandteil des Stadt-Umland-Wettbewerbs bis 2020 sei, hatte Torsten Drescher (SPD/FDP) darauf gedrängt, in Widerspruch zu gehen. „Die Begründung der Ablehnung ist einfach falsch, weil der Bahnhof Bestandteil einer Gesamtstrategie in Elbe-Elster ist“, so Drescher.

Der Bahnhof gehört zu den prägenden Gebäuden der Kloster- und Gerberstadt. Als „Eingangstor“ zur Stadt wurde ihm 2013 entsprechend Aufmerksamkeit gewidmet, als die Kommune sich mit der Ersteigerung des Gebäudes Handlungsspielraum sicherte. Seitdem gab es kleinere optische und funktionale Verbesserungen, unter anderem wurden die öffentlichen Toiletten erneuert, eine für 2017 angedachte Dachsanierung aber verschoben.

Über den Sanierungsstau am Gebäude gibt es aber keinen Zweifel. Abgeordnete haben in den zurückliegenden Monaten immer wieder hinterfragt, wie es weitergeht. Als Grundlage für ein Nutzungskonzept wird in der Beschlussvorlage für die Abgeordneten ein bereits erstelltes Aufmaß der einzelnen Räume angeführt. Ziel ist, den Regionalbahnhof zum Mobilitätsknotenpunkt für Stadt und Land langfristig zu sichern. Dabei sollen Aspekte wie Energieeffizienz, Unternehmeransiedlung, Informationspunkte und Barrierefreiheit berücksichtigt werden. Das Nutzungskonzept wiederum könne dann Grundlage sein für anschließende Sanierungsarbeiten am Gebäude sowie Herstellung der Multifunktionalität.

Torsten Drescher empfahl der Verwaltung, parallel zur Erarbeitung des Nutzungskonzepts die Gebäudesanierung vorzubereiten. Klaus Rippe (WBU-LUN) wandte ein, „dass der Planungsstand der Bahn noch nicht bekannt ist“, woraufhin der Bürgermeister betonte, dass „eine enge Abstimmung mit den Vorhaben der Deutschen Bahn natürlich Bestandteil der Erstellung eines Nutzungskonzepts sein wird“. Den Ansatz von Gert Fest (WBU-LUN), aus Kostengründen einen Studentenwettbewerb in Erwägung zu ziehen, wehrte das Stadtoberhaupt ab. Bodo Broszinski: „Studenten sind in ihren Ansätzen großzügig und beachten Rahmenbedingungen nicht unbedingt.“

Sitzung der Stadtverordneten, Mittwoch, 14. Februar, 18 Uhr, Rathaus

(leh)