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| 14:03 Uhr

Plädoyer
Staatsanwalt fordert lebenslange Haft nach Mord in Finsterwalde

Doppelmordprozess gegen Romans S. im Landgericht Cottbus
Doppelmordprozess gegen Romans S. im Landgericht Cottbus FOTO: Christian Taubert / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Finsterwalde/Cottbus. Plädoyers am Landgericht Cottbus im Doppelmordprozess gegen Romans S. Er soll zwei Menschen brutal getötet haben. Die Verteidigung zweifelt am Tathergang und plädiert für maximal fünf Jahre Haft. Von Christian Taubert und Bodo Baumert

Die Staatsanwaltschaft Cottbus hat keinen Zweifel: Der angeklagte Romans S. hat zwei Menschen brutal getötet. Als Strafmaß könne es dafür, so Staatsanwalt Martin Mache, nur die Höchststrafe geben. Vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichtes Cottbus forderte er am Freitag in seinem Plädoyer lebenslange Haft für den Angeklagten. Die Verteidigung äußerte dagegen Zweifel an der Darstellung der Anklage und forderte ein Strafmaß von maximal fünf Jahren.

Aus Sicht des Staatsanwaltes hat der drogenabhängige Lette Ende Januar 2017 den Rentner Josef F. in seiner Wohnung in Finsterwalde mit 25 Schlägen mit einem harten Gegenstand getötet. Daraufhin entwendete er Wertsachen und flüchtete mit dem Auto des Opfers nach Berlin. Dort soll der Kampfsport-erfahrene 35-Jährige zwei Tage später einen ihm bekannten „Läufer“ in der Drogenszene getötet haben. Der Syrer sei mit 25 Stichen in Kopf und Oberkörper getötet worden. Als Tatmotiv wird in beiden Fällen Raubabsicht angesehen, um den Drogenkonsum zu finanzieren.

Wäre der Finsterwalder Rentner nicht ein Mensch mit zahlreichen sozialen Kontakten gewesen, es hätte noch Tage dauern können, bis seine Leiche entdeckt worden wäre. So aber merkten Anfang Februar vergangenen Jahres Verwandte und Freunde des 65-Jährigen schnell, dass der Ruheständler nicht mehr zu sehen und zu erreichen war. Zwei Söhne ließen durch einen Schlüsseldienst die Wohnung ihres Vaters öffnen und fanden seine Leiche.

Der Lette hatte schon zu Prozessbeginn gestanden, auf den Finsterwalder eingeschlagen, seinen Tod jedoch nicht gewollt zu haben. Das wiederholte er am Freitag ebenso wie die Aussage, dass er mit dem Raubmord in Berlin nichts zu tun habe. Zudem entschuldigte er sich bei den Angehörigen des Finsterwalders Josef F.