Da in der letzten Sitzung dieses Ausschusses vor der Kommunalwahl am 25. Mai kein stimmberechtigtes Mitglied der Fraktion SPD-Bündnis 90/Grüne anwesend war, die den Vorstoß auf Rückkehr zu den Entgelten aus dem Jahr 2010 unternommen hatte, fiel die Entscheidung einvernehmlich aus. Alexander Piske, als sachkundiger Bürger von Fraktionschef Lutz Kilian redebevollmächtigt, musste zunächst das Missfallen des Ausschussvorsitzenden Gerd Rothaug (CDU) auffangen, dass die Fraktion durch Abwesenheit auffalle. Sportamtsleiterin Marlis Eilitz merkte an, dass Manfred Fischer und Dr. Waldemar Nehring entschuldigt seien.

Mit dem Argument, dass es sich um keine so große Summe handele, die letztlich jedoch die Nachwuchsarbeit unterstütze, konnte Alexander Piske nicht überzeugen. (30 000 Euro weniger Einnahmen hätte der Kreishaushalt im Falle der Verringerung der Entgelte zu kompensieren.) Vielmehr gewann jenes Argument die Oberhand, wonach bei einer Entgeltreduzierung jene Vereine bevorteilt würden, die kreisliche Hallen benutzen. Schwerpunkt der Auseinandersetzung ist Elsterwerda, wo von sechs Turnhallen fünf vom Kreis geführt werden. In Finsterwalde zum Beispiel müssten wie in kreislichen Hallen zehn Euro je Stunde gezahlt werden, in anderen Kommunen gar 13 Euro. Eine Änderung der kreislichen Satzung sollte mit "Redlichkeit und Ehrlichkeit" geprüft werden , schlussfolgerte Gerd Rothaug. Einzelne zu bevorteilen, halte er dann wirklich für ein Wahlkampfgeschenk. Noch in der vorigen Woche hatte Gerd Rothaug jedoch in Aussicht gestellt, dem Antrag von SPD-B 90/Grüne zuzustimmen, weil ihm Sport- und Jugendförderung sehr am Herzen lägen. Bis zum Montag hatte sich der Betrachtungswinkel offenbar deutlich verschoben. Rothaug verwies auf mahnende Worte des Landkreis-Kämmerers, hinsichtlich des Haushalts-Konsolidierungswillens nicht nachzulassen und an die beabsichtigte Senkung der Kreisumlage sowie an künftige Anträge auf Fördermittel beim Land zu denken. Unterstützung fand er bei Daniel Mende (LUN/BVB/50plus): "Das Senken der Kreisumlage ist für alle Kommunen gerechter, als Bonbons an Vereine zu verteilen, die kreisliche Turnhallen nutzen." Mit dem aus einer geringeren Kreisumlage gewonnenen Geld könnten die Kommunen selbst entscheiden, wofür sie es einsetzen. "Wir haben auch drei Turnhallen im Amtsgebiet", so Mende. Aus der Sicht der Verwaltung untermauerte Amtsleiterin Marlis Eilitz: Mit der Erhöhung der Entgelte 2010 war die Drohung verbunden worden, es würden deshalb weniger Kinder in den Vereinen mitmachen. "Es hat keine Wegbrüche gegeben. Die Anfragen nach Hallennutzung sind weiter nicht zu befriedigen", so die Amtsleiterin. Sie äußerte vielmehr ihre Bedenken, nach vielleicht einem Jahr mit geringeren Entgelten diese aus Haushaltsgründen wieder erhöhen zu müssen. Eilitz: "Dann schimpfen wieder alle auf den Kreistag."

Karl-Ulrich Hennicke (Die Linke) wandte zwar ein, dass sich auch ein Jahr geringerer Entgelte für die Vereine lohnen würde, folgte jedoch dem Argument des Preisvergleichs zwischen großen Hallen und einer gerechten Klärung. "Ja, wir sollten die Entscheidung vertagen", so Hennicke. Die Verwaltung bat er um Vergleichszahlen. Damit hat der neue Kreistag wohl seinen ersten Entscheidungsfall auf dem Tisch.