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| 14:27 Uhr

Brandenburger Landpartie in Elbe-Elster
Spinnrad zieht kleine und große Besucher in seinen Bann

Simone Thielbeer (links) und Doris Waschfeld zeigen den Besuchern des Kamerunhofs, wie die Rohwolle der Schafe kardiert wird.
Simone Thielbeer (links) und Doris Waschfeld zeigen den Besuchern des Kamerunhofs, wie die Rohwolle der Schafe kardiert wird. FOTO: Ivonne Kommolk
Schönewalde. Der Kamerunhof der Familie Köllner in Schönewalde punktet mit dem alten Handwerk. Von Ivonne Kommolk

Der Gasthof Strauch im Sonnewalder Ortsteil Schönewalde ist weit über die Landesgrenzen bekannt und beliebt. Entspannen, sich umsorgt fühlen und regionale heimische Küche schmecken lassen, das alles in familiärer und naturnaher Atmosphäre ist hier Standard. Keine Frage, dass so ein idyllisches Fleckchen Erde Ausflugsziel bei der Brandenburger Landpartie wird.

Zum Gasthof, der seit vielen Jahren im Besitz der Familie Köllner ist, gehört der Kamerunhof. Viele Mittagsgäste nutzten die Chance, frisch zubereitete Schafprodukte zu probieren. Auf dem Freigelände konnten die Kamerunschafe bestaunt werden. Simone Thielbeer aus Schadewitz und Doris Waschfeld aus Langennaundorf hatten ihre Spinnräder und die Kardiermaschine mitgebracht. Wer Lust und Laune hatte, konnte sich an der althergebrachten Technik ausprobieren.

Obwohl es reichlich Unterhaltungsprogramm für Kinder gab, waren besonders sie es, die staunten, was man aus Schafwolle alles machen kann und wie sie hergestellt wird. Natürlich erlaubten die beiden Frauen den Mädchen und Jungen, sich einmal selbst ans Spinnrad zu setzen und ihre eigene Wolle zu spinnen. „Im Sommer sind wir auf vielen Veranstaltungen, führen unser Handwerk vor. Von November bis Ostern treffen wir elf Frauen uns regelmäßig zu Spinte-Abenden. Wir sind keine Händler, machen es einfach nur der Sache wegen, erzählen uns, stricken, häkeln und bessern Sachen aus. Schafwolle wird von uns immer komplett genutzt, da wird nichts weggeschmissen. Man kann sie sogar als Dünger verwenden“, erzählt die 75-jährige Doris Waschfeld. Sie ist auf diesem Gebiet ein alter Hase und wenn immer über den Inhalt von Frauenhandtaschen geschmunzelt wird, ihre Handtasche ist da extra spektakulär. Von der Häkelnadel bis zur Rohrzange hat sie alles dabei, weil „man weiß ja nie, was kommt“.

Wilfried Köllner ist froh über die Partner, die ihm seit vielen Jahren zur Seite stehen. „Das läuft gut und ich würde das gerne noch ein paar Jahre weiter machen, aber irgendwann müssen wir mal kürzer treten. Das Beste was uns passieren könnte, wäre ein Nachfolger für unseren Gasthof, jemand mit Herzblut, sonst müssen wir irgendwann ganz zu machen.“ Und das wäre nicht nur für Familie Köllner ein großer Verlust.