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| 15:04 Uhr

Gratulanten kommen aus nah und fern
Spielleute feiern 95. Geburtstag

Der Sonnewalder Spielmannszug kann in seiner Geschichte bereits auf einige beachtliche Erfolge verweisen. Am Wochenende hat er 95. Geburtstag gefeiert.
Der Sonnewalder Spielmannszug kann in seiner Geschichte bereits auf einige beachtliche Erfolge verweisen. Am Wochenende hat er 95. Geburtstag gefeiert. FOTO: Silvia Dedek
Sonnewalde. Der Spielmannszug der Sonnewalder Feuerwehr mehrt mit seiner ehrenamtlichen Tätigkeit seit jeher das Ansehen der Stadt weit über die Region hinaus. Von Silvia Dedek

Der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Sonnewalde konnte an diesem Wochenende ein ganz besonderes Jubiläum feiern. Und die Gratulanten in Form vieler befreundeter Spielmannszüge sind aus einiger Entfernung angereist. „Mit den anderen Zügen aus Turnow, Lübbenau, Lauchhammer, Schönborn, Komptendorf und Bluno verbindet uns schon über Jahre eine Freundschaft. Wir tauschen uns gegenseitig aus und freuen uns natürlich besonders, dass sich die Züge zu unserem heutigen Jubiläum hierher auf den Weg gemacht haben“, sagte der Leiter des Sonnewalder Spielmannszuges Wolfgang Krüger. Im Jahr 1990 hat er das Amt von seinem Vater übernommen, nachdem es zuvor schon dessen Vater innehatte.

Mit dem Gründungsjahr 1923 besteht der Zug mittlerweile seit 95 Jahren und kann auf eine ereignisreiche Geschichte zurückblicken. Die Dienstältesten unter den Spielleuten sind inzwischen schon um die 70 Jahre im Zug aktiv und genossen das Jubiläum besonders. „Ich erinnere mich noch, wie ich als Schüler in der Werkstatt bei einem Kumpel das Trommeln gelernt habe“, schmunzelte der 87-jährige Fritz Kühne rückblickend. „Je mehr man konnte, desto mehr Spaß hat es gemacht und so bin ich über all die Jahre dabeigeblieben. Nach meiner Hochzeit hatte meine Frau glücklicherweise viel Verständnis für mein Engagement, auch wenn ich manchmal jedes Wochenende mit dem Spielmannszug unterwegs war.“ Die Bedeutung von Gemeinschaft und die Freude am gemeinsamen Spielen heben auch Alfred Günthermann und Rudi Buchtler hervor, die ebenfalls zu den Dienstältesten gehören. „Die Lust am Spielen muss von innen kommen“, weiß Alfred Günthermann. „Wir sind im Spielmannszug auch einfach glücklich, wenn wir zusammen sind und gemeinsam spielen.“

Dabei kann der Spielmannszug in seiner Geschichte bereits auf einige beachtliche Erfolge verweisen. So waren sie zu DDR-Zeiten beispielsweise zweimaliger Bezirksmeister der Spielmannszüge und mehrmaliger Vizemeister im Bezirk Cottbus. Ein besonderer Erfolg gelang den Musikern auch im Jahr 2000, als sie im Bundeswettstreit der Feuerwehrspielmannszüge in Augsburg als einzige Vertreter des Landes Brandenburg die Silbermedaille erringen konnten.

Das überregionale Engagement des Spielmannszuges hob auch Bürgermeister Werner Busse in besonderer Weise hervor: „Sie mehren durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit das Ansehen unserer Stadt weit über die Region hinaus.“ Damit die Tradition fortgeführt und nicht nur von den älteren Kameraden getragen wird, ging der Spielmannszug vor einigen Jahren an der Sonnewalder Grundschule in die Offensive. Im Rahmen des Musikunterrichts stellten die Spielleute ihre Instrumente vor, führten in das Flöten- und Trommelspiel ein und übten geduldig mit den Grundschülern. Schnell entstand auf diese Weise ein richtiger eigener Kinderzug.

Durch den Wechsel an die weiterführenden Schulen und die spätere Berufsausbildung blieben dem Sonnewalder Spielmannszug allerdings nur wenige der begeisterten Nachwuchsmusiker erhalten. Die beiden jüngsten Mitglieder des Spielmannszuges, Florian Schlichtenberger und Leon Bielagk, erinnern sich noch sehr gut an ihre ersten Begegnungen mit den Spielleuten. „Der Unterricht war wirklich toll. Einfach mal etwas anderes, und Werner Bergener und Wolfgang Krüger haben sich hervorragend um jeden einzelnen gekümmert und jeden unterstützt“, sagen die beiden 18-Jährigen heute.

„Man muss zur Musik stehen und auch eine gewisse Vereinstreue haben“, gibt Werner Bergener den jüngeren Sonnewalder Spielleuten mit auf ihren Weg.

So kann der Spielmannszug auch die kommenden 95 Jahre erleben.