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| 01:06 Uhr

Sonnewaldes Sonnenkinder

Man sieht es ihnen an: Die Kinder fühlen sich wohl in ihrer Einrichtung.
Man sieht es ihnen an: Die Kinder fühlen sich wohl in ihrer Einrichtung. FOTO: Fotos: Dietmar Seidel
SONNEWALDE.. Eigentlich heißt die Kindertagesstätte in Sonnewalde ja „Fröbels Sonnenkinder“ , doch wer kennt schon noch den alten deutschen Reformpädagogen – und so sagt man eher „Sonnewalder Sonnenkinder“ . Unter dem Dach des Hauses befinden sich die Kinderkrippe, Kindergarten und der Hort. Immerhin 78 Kinder finden dort ein pädagogisch wertvolles und wohl behütetes Plätzchen. Von Torsten Pötzsch

Unter der Leitung von Roswitha Lehmann arbeiten noch sechs Mitarbeiterinnen in der Einrichtung. „Eigentlich ist unsere Kapazitätsgrenze erreicht, gibt es aber weitere Anmeldungen, finden wir natürlich auch eine Lösung. Doch dank der kinderfreundlichen Politik der Herren und Damen in Potsdam und der immer weiteren Verschärfung des ,Kita-Gesetzes' müssen wir uns wohl darum keine Gedanken machen“ , meint Roswitha Lehmann - und Verbitterung schwingt in ihren Worten mit. Doch „ihre Kinder“ sollen nicht merken, dass sie eigentlich nur noch ein Sparobjekt - ihr Team will ihnen alles, was in ihren Kräften steht, bieten.
„Eine sehr gute Zusammenarbeit gibt es dabei mit der Stadt und dem Amt Sonnewalde. Was möglich ist, besonders an finanzieller Zuwendung, wird auch möglich gemacht. Und man hat immer ein offenes Ohr für uns.“ Der neu gestaltete Spielplatz ist Ausdruck dieser konstruktiven Zusammenarbeit. „Es gab Fördermittel, die haben wir für unseren Außenbereich so gut wie möglich eingesetzt. Eine große Hilfe waren uns dabei die vielen fleißigen freiwilligen Helfer, ohne deren Zutun nicht so viel geworden wäre.“ Entstanden ist ein kleiner Hügel mit einer Hangrutsche, neue Wege wurden angelegt, kleine Häuschen aufgestellt, und durch geschickte Bepflanzung sind viele Nischen und stille Plätze entstanden. „Kinder lieben solche Ecken, in denen sie mal für sich sein können.“ Ideen hatte man noch viele, doch nun ist der Fördertopf erst einmal leer.
Das pädagogische Konzept umschreibt Roswitha Lehmann mit „situationsorientiert“ . Spielend sollen die Kinder lernen, selbständig zu werden, wobei Vorgänge in der Natur eine wichtige Rolle spielen. „Zurzeit herrscht ja eine große Hitze. Die Kinder lernen jetzt, wie wichtig Wasser für die Pflanzenwelt ist, und sie helfen eifrig beim Gießen ihrer Neuanpflanzungen. Wir werden auch in den kommenden Tagen ein Wasserfest feiern, bei dem sich alles um das lebensspendende Nass drehen wird. Dabei werden sie zum Beispiel lernen, was alles schwimmt und was untergeht. Im Rahmen ihres Verständnisses werden wir ihnen dann erklären, woran das wohl liegt.“ Und so ist, vorgegeben durch den Jahreskalender, immer was los bei den Sonnewalder Sonnenkindern.
Doch es ist nicht alles eitel Sonnenschein, und Roswitha Lehmann klagt über zunehmenden Vandalismus auf dem Außengelände. „Besonders schlimm war es in der Hexennacht. Da wurde zerstört, was eigentlich als nicht zerstörbar galt, und jede Menge Unfug angestellt. Erwischt hat man leider noch nie jemanden. Mir ist schleierhaft, was in den Köpfen derer vorgeht, die so etwas anstellen. Wenn sie wüssten, wie viel Arbeit, Zeit, Mühe und Geld darin steckt, müsste sich eigentlich das Gewissen von selbst einschalten.“ Ihr bleibt nur, an selbiges zu appellieren und zu hoffen, dass der Vandalismus endlich ein Ende hat.