ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 10:13 Uhr

Neue Idee
Sonnewalder liebäugeln mit WAL

Großbahren. Mit einer Überraschung warteten jetzt drei Sonnewalder Stadtverordnete auf. Für einen möglichen Verbandswechsel haben sie erste Gespräche geführt. Ein Ausweg für die gebührengebeutelten Sonnewalder? Von Heike Lehmann

Sonnewalde und der Wasserverband Westniederlausitz (WAV) werden vermutlich keine Freunde mehr. Das Misstrauen auf beiden Seiten ist groß, trotz jüngster Annäherungsversuche.

Vor diesem Hintergrund lässt sich die Initiative von Axel Große, Axel Schulze und Dirk Lutz nachvollziehen. Sie haben bei der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten im Ortsteil Großbahren ihren Vorstoß in Sachen Sonnewalder Wasserver- und -entsorgung verkündet. Große möchte, dass Dietmar Seidel, WAV-Verbandsvorsteher in der nächsten Sitzung das Konzept für die Abwasserüberleitung nach Lindena und den Stand der Fördermittelanträge darlegt. Gleichfalls solle der Verbandsvorsteher vom Wasserverband Lausitz (Senftenberg), Dr. Roland Socher, eingeladen werden. Axel Große: „Er ist gesprächsbereit, Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten bis hin zum eventuellen Sonnewalder Beitritt zum WAL.“

Die Begründung: Man glaubt nicht mehr an gleiche Wasserpreise im WAV. „Wir hatten einen schlechten Partner, der die Aufgabe nicht bewältigt hat“, sagt Große.

Die Hoffnung: Die Trink- und Abwasserpreise des WAL, die jedem Sonnewalder paradiesisch vorkommen müssen. Trinkwasser 1,47 Euro/m³, Schmutzwasser 3,08 Euro/m³ stellt Große in den Raum.

Was muss passieren?: Der Sonnewalder Abwasserausschuss solle sich der Sache annehmen, Beschlüsse bezüglich WAL vorbereiten und so „die Überleitung wieder stoppen“. „Dann können wir im Dezember beschließen“, umreißt Axel Große.

Axel Schulze ergänzt: „Der WAL hat eine ganz andere Größe, arbeitet sehr innovativ und effizient. Die Frage ist natürlich, welcher Preis wird auf uns zukommen? Hierzu hat Dr. Socher erklärt: Ihr werdet in die große Solidargemeinschaft aufgenommen.“ Klingt nach „Ein Verband ein Preis“, was die Sonnewalder immer wollten.

Vor wenigen Wochen erst haben die Stadtverordneten mehrheitlich dem WAV den Weg frei gemacht für weitere planerische Vorbereitungen zur Überleitung und ihr starres Festhalten am Münchhausener Klärwerk zurückgenommen. „Das war auch richtig“, bekräftigt Schulze. Und weiter: „Wir müssen jetzt noch mal Anlauf nehmen. Wir möchten zum Abschluss der Wahlperiode ein Zeichen setzen, dass wir uns bemüht haben. Wenn uns das jetzt verwehrt wird, werden wir es bei der Wahl quittieren.“

Die Chance: Weil Massen und Lichterfeld-Schacksdorf aus dem Amt Kleine Elster im WAL Aufnahme finden wollen, würde sich eine räumliche Grenze dieses Verbandes mit Sonnewalde ergeben – notwendige Voraussetzung für einen Beitritt. Aber: Massen gehört aus der Historie heraus mit seinen Ortsteilen Gröbitz und Ponnsdorf zum Sonnewalder Gebührengebiet im WAV. Ohne Kostenaufrechnung wird auch diese Herauslösung nicht gehen.

Die drei Sonnewalder Initiatoren haben versucht, Nägel mit Köpfen zu machen, und schon beim Landkreis Elbe-Elster vorgesprochen und – so stellen sie es dar – grundsätzlich grünes Licht bekommen.

Dezernent Dirk Gehard erklärt auf Nachfrage: „Ich habe aber auch gesagt, dass eine Auseinandersetzungsvereinbarung zwischen WAL und WAV Voraussetzung für einen Beitritt ist. Die regelt die Konditionen bezüglich Vermögen, Schulden, Verbindlichkeiten, bereits aufgelaufener Planungskosten, klärt die künftige Ver- und Entsorgung. Das wird nicht einfach. Wenn man sich einigen kann, dann gibt es aus meiner Sicht keine rechtlichen Gründe, die dagegen sprechen würden.“

Dr. Roland Socher bestätigt, dass es sehr wahrscheinlich sei, dass der WAL ab dem 1.1.2019 eine Grenze zu Sonnewalde haben wird. „Der Vorstandsbeschluss zu Massen ist gefasst. Ende November entscheidet die Verbandsversammlung“, sagt er. Zu den drei Sonnewaldern habe er gesagt, „dass man über alles reden kann“.  Probleme mit der Wasserversorgung könne durch große und starke Einheiten gelöst werden, glaubt er. „Ich bin persönlich an einer Lösung interessiert und will nicht ausschließen, dass wir den Sonnewalder Wunsch nach einheitlichem Preis erfüllen könnten.“ Entscheiden aber wird die Verbandsversammlung.