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| 02:41 Uhr

Sonnewalder fordern plausible Kalkulation der Abwasser-Beiträge

FOTO: privat
Sonnewalde/Münchhausen. Selten genug passiert es, dass die Besucherstühle bei einer Stadtverordnetenversammlung in Sonnewalde nicht reichen. Es sei denn, die Abwasser- und Wasserproblematik steht wieder auf der Tagesordnung, so wie kürzlich in Münchhausen. Torsten Pötzsch

Im Vorfeld gab es zwischen dem Verbandsvorsteher des Wasser- und Abwasserverbandes (WAV) Westniederlausitz, Dietmar Seidel, und dem Stadtverordnetenvorsteher Martin Petschick ein Vier-Augen-Gespräch. Über dessen Inhalt informierte nun Petschick Bürger und Abgeordnete. Die Kernaussage: Der Beschluss der Verbandsversammlung über die Bescheidung beim Abwasser bleibt und die Bescheide gehen auf jeden Fall in diesem Monat raus.

3,50 Euro pro Quadratmeter sollen die Sonnewalder zahlen - ein Betrag, den sie nicht nachvollziehen können und so auch nicht wollen. Zu viele Unklarheiten bestehen aus ihrer Sicht in der Kalkulation und noch wurden nicht alle Mittel und Optionen ausgeschöpft, um ein für alle akzeptables Ergebnis zu finden. Trotzdem sollen die Bescheide verschickt werden und das "stinkt" den Sonnewaldern mächtig.

"Dieses Thema", so Sonnewaldes Ortsvorsteher Axel Große, "wird uns so lange beschäftigen, bis endlich Gerechtigkeit einzieht, auch wenn es noch ein langer Weg sein wird. Aus meiner Sicht stimmen beim WAV Wort und Tat nicht überein, Informationen kommen nach der Salamitaktik. Doch wir verlangen alle Informationen und keine Absprachen hinter verschlossenen Türen."

Dabei herrscht zwischen Bürgerschaft und Abgeordneten eine große Einigkeit. Axel Eckert von der Bürgerinitiative Abwasser erläuterte die nächsten Schritte. Als Erstes rief er dazu auf, sofort Widerspruch einzulegen, sobald die Bescheide eingehen. "Nur meckern geht nicht, wir müssen Tatsachen schaffen und endlich Nägel mit Köpfen machen", gab sich Axel Eckert kämpferisch. Dazu gehört unter anderem, dass die Bürgerinitiative eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den WAV und den Verbandsvorsteher einreichen wird. "Land und Landkreis müssen endlich mal reagieren."

Ein erklärtes Ziel der Sonnewalder ist es, das Münchhausener Klärwerk zu erhalten, für die Zukunft zu ertüchtigen und einen privaten Betreiber zu suchen. Zwei positive Gutachten unterstützen diese Position. Doch mit dieser Lösung stehen bisher die Sonnewalder ziemlich allein da. "Deshalb", so Axel Eckert, "müssen wir weiter das Gespräch mit allen Beteiligten suchen und einen Konsens finden. Auf keinen Fall dürfen wir die Sonnewalder und Doberlug-Kirchhainer gegeneinander ausspielen. Die Bürger haben schließlich dieses Dilemma nicht verzapft."

Am 12. Februar findet in Doberlug-Kirchhain die nächste Verbandsversammlung statt und Bürgermeister Werner Busse hat von den Abgeordneten einen eindeutigen und einstimmig gefassten Beschluss mit auf den Weg bekommen. "Bis eine plausible Kalkulation der Beiträge und Gebühren auf der Grundlage eines neuen Entsorgungskonzepts durch den Verbandsvorsteher des WAV vorgelegt wird, ist die Beitragserhebung auszusetzen", so die Beschlussvorlage im Wortlaut.