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Sonnewalde will eigenes Gutachten zum Klärwerk

Doberlug-Kirchhain/Sonnewalde. Eine gewichtige Lektüre hatten die Stadtverordneten von Sonnewalde und Doberlug-Kirchhain sowie die Verbandsvertreter im Wasser- und Abwasserverband Westniederlausitz (WAV) über die Sommerpause. Der langersehnte Statusbericht vom Schuldenmanagementfonds des Landes mit dem Schwerpunkt Abwasser liegt vor. Diskutiert wird er vorerst hinter verschlossenen Türen. Heike Lehmann

Der Sonnewalder Hauptausschuss hat am vergangenen Freitag gemeinsam mit Vertretern von Land, Kreis und der Bürgerinitiative Wasser 21 dem Klärwerk Münchhausen ins Innere geschaut. Der Statusbericht attestiert dieser zwanzig Jahre alten Anlage einen "sehr schlechten Zustand" und listet die Probleme im Detail auf. Als Ursache werden konstruktive Mängel und über Jahre unzureichende Wartung und Instandhaltung benannt. Die wasserrechtliche Genehmigung endet Ende 2012. Bis dahin muss entschieden werden, ob eine Ertüchtigung/Erneuerung gewollt ist. Für wirtschaftlicher hält das Beratungsteam die Überleitung vom Sonnewalder Abwasser zur Kläranlage Lindena.

Das ist nur eines der Probleme, die das Innenministerium dem WAV fünf Jahre nach der Fusion der einst eigenständigen Zweckverbände Sonnewalde und Doberlug-Kirchhain und Umland verdeutlicht. Die Fachleute schlussfolgern: "Die Verschmelzung der Verbände ist auch zu Beginn des Jahres 2012 noch nicht vollendet."

Die Sonnewalder lassen jetzt von der BTU Cottbus ein eigenes Gutachten zum Zustand des Klärwerkes Münchhausen erstellen. "Das soll zur Stadtverordnetenversammlung am 29. August vorliegen und dann erarbeiten wir unseren Fragenkatalog", erklärte Bürgermeister Werner Busse (CDU) am Montag auf Nachfrage. Inhaltlich vorgestellt werde der Statusbericht an diesem Tag nicht, das sei erst zur folgenden Sitzung geplant, so Busse.

Auch bei der öffentlichen Sitzung der Verbandsversammlung am heutigen Dienstag um 18 Uhr steht der Statusbericht nicht auf der Tagesordnung und den Stadtverordneten von Doberlug-Kirchhain wird er am morgigen Mittwoch in einer nichtöffentlichen Arbeitsberatung erläutert.

Beide Alt-Verbände befanden sich ab Mitte der 90er-Jahre in wirtschaftlich schwieriger Situation. Mit 24,6 Millionen Euro versuchte das Land den Heilungsprozess zu unterstützen. 16,8 Millionen Euro gab es allein für Sonnewalde. Externe Hilfe sei "nunmehr entbehrlich", schlussfolgert das Team vom Schuldenmanagementfonds nach der aktuellen Analyse des Ist-Zustandes im Verband.