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| 17:51 Uhr

Sonnewalde: Hilferuf nach Potsdam

Bürgermeister Busse mit über 700 Unterschriften.
Bürgermeister Busse mit über 700 Unterschriften. FOTO: Dieter Babbe
Sonnewalde/Schönewalde. Sonnewalde will einen Neustart in der für die Stadt verfahrenen Wasser- und Abwasserpolitik. Mit dem jüngsten Votum aus der Bürgerschaft sehen sich die Stadtverordneten in der Pflicht, einen erneuten Anlauf in Potsdam zu unternehmen. Mit mehr als 700 Unterschriften fordern Bürger eine Abkehr von der bisherigen Verbandsstrategie. Dieter Babbe

Brechend voll war der Saal vom Gasthof Strauch, als eine von Axel Eckert und Mario Lehmann initiierte Bürgerinitiative zu einer Veranstaltung nach Schönewalde eingeladen hatte. Hier forderten zahlreiche Redner - in ruhiger und sachlicher Atmosphäre - ein neues Abwasserkonzept für Sonnewalde und die dörflichen Ortsteile - das unter Erhalt des Klärwerkes in Münchhausen eine Überleitung von Abwässern nach Lindena kategorisch ausschließt. Deutlich wurde auch, dass in der Bürgerschaft das Vertrauen in den Trink- und Abwasserzweckverband, wo Sonnewalde mit dem geringeren Stimmenanteil stets von der Mehrheit in der Verbandsversammlung überstimmt wird, verloren gegangen ist.

"Der Verband will acht Millionen Euro verbraten, um über eine lange Leitung 2000 Einwohner aus Sonnewalde am Klärwerk Lindena anzuschließen", kritisiert der Stadtverordnete Bernd Lehmann - stattdessen könne das erst 20 Jahre alte Klärwerk in Münchhausen für weit weniger Geld saniert werden. Vilma Niclas vom Aktionsbündnis "Das Wassernetz" ermunterte die Sonnewalder, noch mehr Druck gegen eine verfehlte Abwasserpolitik zu machen. Sie forderte die Bürger auf, die Verbandsversammlung am 12. November zu besuchen, in der neue Satzungen zum Nachteil von Sonnewalde beschlossen werden sollen. Mit mehr als 700 Unterschriften fordern die Einwohner ein neues Abwasserkonzept.

In der am Ende zeitgleich in Breitenau tagenden Stadtverordnetenversammlung sahen sich die Abgeordneten unter dem Eindruck der Versammlung und durch das in Sonnewalde so noch nie dagewesene artikulierte Bürgervotum aufgefordert, erneut eine Initiative zu starten. So ist beschlossen worden, dass alle Abgeordneten nach Potsdam zur neuen Landesregierung fahren und hier im zuständigen Ministerium zum wiederholten Male das Gespräch mit Verantwortlichen suchen. "Der Einwohnerantrag ist ein Aufbruchsignal, das man auch beim Land zur Kenntnis nehmen muss", erklärt der Stadtverordnete Axel Schulze. Er hatte zuvor bereits in der Bürgerversammlung das Wort ergriffen, wo der Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Frankena/Schönewalde über alternative und kostengünstige Möglichkeiten zur Beseitigung von Klärschlamm berichtet hat.

"Die Stadt Sonnewalde erwartet von der Verbandsversammlung, dass wir zum 1. Januar 2015 endlich ein einheitliches Beitrags- und Gebührengebiet herstellen: 3,42 Euro je Kubikmeter beim Ab- und 1,70 Euro je Kubikmeter beim Trinkwasser", erklärt Bürgermeister Werner Busse - und meint: "Ein solcher Beschluss würde das verloren gegangene Vertrauen der Sonnewalder in den Verband wieder herstellen helfen." Auch Busse appelliert an die Bürger, zu seiner Rückenstärkung an der Verbandsversammlung teilzunehmen - die am 12. November um 18 Uhr Rathaus Doberlug-Kirchhain tagt.