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| 13:26 Uhr

Rauschendes Konzerterlebnis
Sommerliche Abendmusik lässt sich vom Wetter nicht beeindrucken

Abschluss mit der Band Marble Cake, von Philine Jobst und Nassib Ahmadieh lustvoll auf den Streichinstrumenten unterstützt.
Abschluss mit der Band Marble Cake, von Philine Jobst und Nassib Ahmadieh lustvoll auf den Streichinstrumenten unterstützt. FOTO: Jürgen Weser
Finsterwalde. Musikpädagogen, Absolventen der Kreismusikschule und Gäste bieten in der Finsterwalder Trinitatiskirche ein tolles Konzert. Von Jürgen Weser

Der Wettergott war der 11. Sommerlichen Abendmusik der Kreismusikschule „Gebrüder Graun“ in Finsterwalde nicht hold: zu gewagt das Open Air im Kjellbergpark bei böigem Wind und drohendem Regen. Das konnte den Tatendrang des Vorbereitungsteams um Musikschullehrer Chris Poller nicht bremsen. Der Spielort wurde in die Trinitatiskirche verlegt, Evangelische Kirchengemeinde und Stadtverwaltung halfen unbürokratisch und schnell und das Team der Gaststätte Alt Nauendorf schlug die Versorgungszelte vor der Kirche auf.

Im jährlichen Wechsel bieten Musikschüler und Musikpädagogen kurz vor der Sommerpause ein rauschendes Musikerlebnis. Auch diesmal boten mehr als 30 Musiklehrer, Absolventen der Musikschule und Gäste ein großartiges Konzert, das die 400 Zuhörer im proppevollen Kirchenschiff und auf der Empore immer wieder begeisterte. Vor allem beeindruckte die Vielseitigkeit zahlreicher Musikpädagogen. Die Wettbewerbsergebnisse vieler Musikschüler belegen, dass sie hervorragende Lehrer sind, das Konzert ließ über ihre Fähigkeiten staunen.

Mit großer Spiellust eröffnete die Band Marble Cake um Gesangslehrer Chris Poller und gab den Zuhörern mit „In the Air tonight“ von Phil Collins ganz schön was auf die Ohren. Akustisch ohne Mikros kam das Trio mit Johanna Zmeck (Klavier), Nassib Ahmadieh (Cello) und Sandra Kirschenhofer (Flöte), die in Graz studiert und auch am Cottbuser Theater gearbeitet hat, wundervoll die romantische Seele streichelnd daher. Akkordeon und Klarinette von Sarah Smith und Kathrin Hübner, die sich an der Musikschule auch um die musikalische Früherziehung verdient macht, verstanden sich bestens und sorgten mit einem Klezmer-Stück für viel Beifall. Tragische Liebe aber auch Happy End trug Mezzosopranistin Karolin Böckelmann als Theatergast gemeinsam mit dem vorzüglichen Trio Philine Jobst (Violine), Nassib Ahmadieh (Cello) und Johanna Zmeck (Klavier) mit Beethovens „Walisischen Liedern“ in den Saal. Der unverwüstliche Barde Bernhard Klar zelebrierte ein „Banjo-Duell“ und die Chris-Poller-Band ließ den Sängerinnen Christin Muschter und Marlen Meißner, die sich an der BTU um immaterielles Kulturerbe kümmert, zu Bestform auflaufen. Die zeigte in der Band Shapeshifter auch Frontfrau Heide Schrade und solistisch Diana Tobien mit virtuosem Gesang. Musiklehrer Lars Weber reicht es nicht, seine Percussion-Eleven von Erfolg zu Erfolg zu führen, als „Weberknecht-Quartett“ bewies er mit den ehemaligen Schülern Friedrich Körner und Leon Henze seine Klasse auf der Marimba: äußerst konzertant „Libertango“ und feurig „La Bella Cubana“! Die Bläser um Andreas Bergener und Andrea Müller erinnerten sich und das Publikum musikalisch an die Kindheit und animierten zum Mitklatschen. Mit „Akkordeon Musette“ sorgten die polnischen Musiklehrer Wojciech Jurgiel & Krzysztof Rudowski für gute Laune und die Bands im Finale für ein musikalisches Feuerwerk, nicht nur weil Marlen Meißener „In Paris brennen Autos“ sang und Patrick Schülzke mit „Auf der Sonnenseite“ eine Manfred Krug-Hommage darbot. Ach ja: Chris Poller glänzte bei der 11. Sommerlichen Abendmusik“ wieder als Multitalent mit seiner Band, als Sänger, Moderator und Organisator.

Mehr als zwei Stunden wunderbare Musik – der Beifall sagte: Danke Musikschullehrer und Gastkünstler! Dank gilt auch dem treuen Sponsorenteam, das ermöglicht, dass der Erlös des Konzertes wieder einem guten Zweck zugeführt wird.