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| 01:25 Uhr

Solide Firmen mit durchdachten Konzepten

Uwe Eiselt, Einrichter und Lehrausbilder bei ASK in Herzberg, kontrolliert Produktionsstücke. Das Unternehmen im Armaturenpark hat derzeit zwölf Mitarbeiter. Foto: Sven Gückel
Uwe Eiselt, Einrichter und Lehrausbilder bei ASK in Herzberg, kontrolliert Produktionsstücke. Das Unternehmen im Armaturenpark hat derzeit zwölf Mitarbeiter. Foto: Sven Gückel FOTO: Sven Gückel
Vor fast genau vier Jahren sind die Lichter im Grohe-Werk in Herzberg ausgegangen. Eine Situation, die die Stadt in den Schockzustand versetzte. Mittlerweile ist auf dem Gelände des ehemaligen Armaturenwerks wieder der Alltag eingezogen. Rund 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen hier ihrer Arbeit nach. Dieser Entwicklung hat auch die Arbeitsgruppe „Perspektiven für Herzberg“ ihren Stempel aufgedrückt. red/ru

Bei der Firma ASK werden Präzisionsdrehteile auf hochmodernen CNC-Maschinen produziert. Die Siedle Warmpressteile GmbH ist auf die Veredlung von Messingteilen spezialisiert. Bei der Firma Hilse werden Baugruppen und Komplettmaschinen von der Konstruktion bis zur Auslieferung gefertigt. Auch hier wird in Schichten gearbeitet. Täglich tummeln sich auf dem Areal des Armaturenparkes etwa 25 Jugendliche, die bei der Euro Train Bildungscentren GmbH einer überbetrieblichen Ausbildung nachgehen oder in einer der Metallfirmen zum Industrie- oder Zerspanungsmechaniker ausgebildet werden. Ergänzt wird das Bild durch die Aktivitäten der Entwicklungsgesellschaft Energiepark Lausitz mbH Finsterwalde (EEpL) sowie das Ingenieurbüro eines Kfz-Sachverständigen. Nicht zuletzt wurde vor fast zwei Jahren die Kantine wieder eröffnet, die auch für externe Besucher täglich ein Mittagessen bereithält. Alltag im Gewerbepark. Dass dieser alles andere als selbstverständlich ist, weiß Gabi Lang, seit fünf Jahren Wirtschaftsförderin der Stadt Herzberg, aus eigener Erfahrung. Seit der Grohe-Schließung beteiligt sie sich aktiv an der Suche nach neuen Investoren und begleitet seit mehreren Jahren die Arbeitsgruppe "Perspektiven für Herzberg". "Bei jedem Schritt zur Wiederbelebung des ehemaligen Grohe-Geländes war Gabi Lang dabei" sagt Alrun Fischer vom IMU-Institut Berlin, das die Arbeitsgruppe aktiv unterstützt. Diese befasst sich zur Zeit mit dem Aufbau eines Qualifizierungsnetzwerks für Unternehmen und Partner der Metall- und Elektroenergie-Industrie in Herzberg. Solide Hintergrundarbeit sei eine wichtige, zumeist unterschätzte Aufgabe der Wirtschaftsförderung, so Gabi Lang. Oft würden kleine Wunder erwartet beim Erhalt und der Schaffung von Beschäftigung. Dass dies aber zähe und geduldige Kleinarbeit ist, ahnten nur wenige, sagt sie. Dabei heißt es vor allem, monatelang dranzubleiben und nicht die Geduld zu verlieren. Die systematische Aufbauarbeit, die die Arbeitsgruppe "Perspektiven für Herzberg" mit Vertretern des ehemaligen Betriebsrates, der IG-Metall, der Stadt, von EEpL und des IMU-Instituts zur Entwicklung auf dem Grohe-Gelände geleistet hat, schätzt Gabi Lang besonders. "Hier haben sich solide Unternehmen mit durchdachten Konzepten angesiedelt, die moderne Technologien einsetzen. Wichtig ist es, schrittweise Verbindungen zu anderen Unternehmen und Akteuren zu knüpfen, damit Aufträge und Beschäftigung hier bleiben", sagt sie. Einen Schwerpunkt sieht die Wirtschaftsförderin in naher Zukunft darin, Jugendlichen Arbeits- und Ausbildungsperspektiven in der Region aufzuzeigen. Schülern werden Besichtigungs- und Praktikumsmöglichkeiten nahegelegt. Ein Werbeflyer "Partner für Schule&Schüler" ist gerade fertig. Die Initiative soll im Armaturenpark starten und später auf andere Gewerbegebiete ausgedehnt werden. red/ru