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| 15:43 Uhr

Moderne Schule
So macht Mathematik Spaß

Auf dem neuen Schulhof der Berg-Grundschule gibt es einen Niedrigseilgarten, der die Motorik der Kinder fördert.
Auf dem neuen Schulhof der Berg-Grundschule gibt es einen Niedrigseilgarten, der die Motorik der Kinder fördert. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Die Berg-Grundschüler haben am Dienstag ihren neuen Schulhof mit grünem Klassenzimmer gestürmt. Von Heike Lehmann

Plötzlich gab es kein Halten mehr! Als Schulleiterin Christina Freudenberg-Klaus am Dienstagvormittag den Satz aussprach: „Jetzt dürft ihr an die Geräte!“, stürmten die Jungen und Mädchen über den Schulhof. Die Kletteranlagen und vor allem der Niedrigseilgarten waren in Sekundenschnelle bevölkert.

Die Berg-Grundschule kann bei schönem Wetter den Unterricht jetzt problemlos ins Freie verlagern. Vor allem die manchmal drögen Mathe-Stunden dürften künftig mehr Spaß machen – im grünen Klassenzimmer allererster Güte. Es ist die zweite große Investition in das Außengelände. Vor zwei Jahren wurden neue Sportanlagen eingeweiht.

Weil die Berg-Grundschule einzige Schule in städtischer Trägerschaft ist, werde auf ihre Ausstattung ein Hauptaugenmerk gelegt. Das betonte Bürgermeister Bodo Broszinski stellvertretend für die Abgeordneten bei der Eröffnung des neuen Schulhofes vor Schülern, Lehrern, Erziehern, Stadtverordneten, Rathausmitarbeitern und Gästen.

Der „mathematisch-physikalische Salon" unter freiem Himmel bietet viele Möglichkeiten, Wissen anschaulich zu vermitteln.
Der „mathematisch-physikalische Salon" unter freiem Himmel bietet viele Möglichkeiten, Wissen anschaulich zu vermitteln. FOTO: Heike Lehmann

Bänke und Tische bieten Platz für eine Schulklasse – inmitten eines mathematisch-physikalischen Salons mit verschiedenen geometrischen Körpern, wie einem Kubikmeterwürfel, einem Pyramidenstumpf, einer Säule, Längen- und Höhenmessern sowie einem Kugel- oder Newtonpendel. Das Planungsbüro Subatzus & Bringmann GbR aus Großräschen hat ganze Arbeit geleistet. Die Motivspielplätze Geometrie und Federtasche laden zu aktiver Pausengestaltung ein. „Motorik und Sensorik werden geschult, die Kreativität wird angeregt“, freut sich der Bürgermeister über heutige Möglichkeiten. Schüler und Eltern durften sich während der Projektentwicklung einbringen. Astrid Subatzus sagt mit Blick auf das Ergebnis: „Das sind alles Einzelanfertigungen, die es noch nirgendwo gibt. Wir haben entwickelt und verändert – immer gemeinsam mit der Schule und der Stadt. Und wir haben in der Firma Kühn Außenraumausstattung aus Stolpen einen sehr guten Partner, der unsere Ideen umsetzen kann.“ Die Planerin ist sehr zufrieden. „Ich habe Gartenbau-Pädagogik studiert. Es macht Spaß für Schulen zu arbeiten“, versichert sie. Und die Schulleiterin freut sich: „Welche Schule hat schon einen Niedrigseilgarten? Die Anlagen sind toll und für die 1. bis 6. Klasse nutzbar. Geometrie ist für Kinder ja schwer vorstellbar – jetzt wird alles praktikabel.“

240 000 Euro haben die neuen Anlagen gekostet. Ein Dreiviertel der Summe kam über das Leader-Programm aus dem europäischen Fonds für ländliche Entwicklung. 72 000 Euro musste die Stadt aus eigener Kraft beisteuern.

Es wird nicht die letzte Investition in diese Grundschule gewesen sein. Mit 290 Schülern, Tendenz steigend, wird es eng im Schulhaus. „Wir haben zu wenig Klassenräume und wir brauchen Fachunterrichtsräume für Naturwissenschaften, ein neues Fach für die 5. Klassen laut Rahmenlehrplan ab  dem neuen Schuljahr“, sagt Uta Ksienrzyk, stellvertretende Schulleiterin. Schon jetzt gebe es Doppelbelegungen mit dem Hort. „Wir haben mehrere Lösungsvarian­ten durchgespielt und wollen einen Architektenwettbewerb initiieren“, heißt es im Bauamt.