Die Coronakrise mit ihren Kontaktbeschränkungen hat die Finsterwalder Band Sternheim lange genug ausgebremst. Nach einigen Proben greifen sie am Freitag, 21. August, wieder zu Gitarre, Bass, Schlagzeug, Saxophon und Knopfakkordeon. Wer das nicht verpassen will, sollte an ebenjenem Tag das Schützenhaus ansteuern. Ab 20 Uhr präsentieren die sechs Musiker um Frontfrau Conny Brückner dort ihre Musik.
Die Band sehnt sich nach Musik. Die „Sternheimer“ wollen endlich wieder regelmäßig raus aus ihrem Proberaum, den sie im Pfarramt von Pfarrer Markus Herrbruck gefunden haben. Und noch mehr freuen sie sich darauf, wieder vor Publikum spielen zu können. „Für uns ist es unheimlich wichtig zu spüren, wie die Menschen auf unsere Lieder reagieren“, sagt Conny Brückner. „Wir wollen die Leute berühren und sie aus dem Alltag rausholen“, beschreibt die 49-jährige Bandgründerin das musikalische Anliegen von Sternheim.
Die Finsterwalder Sternheim Band in ihrem Probegarten bei Pfarrer Herrbruck (von links): Frank "Lupo" Ludwig, Caro Münnich, Jana Zadow-Dorr, Conny "Sternheim" Brückner, Bernd Müller (hinten rechts) und Christian "Doktor" Sommer.
Die Finsterwalder Sternheim Band in ihrem Probegarten bei Pfarrer Herrbruck (von links): Frank „Lupo“ Ludwig, Caro Münnich, Jana Zadow-Dorr, Conny „Sternheim“ Brückner, Bernd Müller (hinten rechts) und Christian „Doktor“ Sommer.
© Foto: Henry Blumroth

Sternheim: Finsterwalderin erbt Talent vom Großvater

Die Sängerstädterin, die lieber auf den Namen Conny Sternheim hört, hat ihr musikalisches Talent von ihrem Großvater geerbt, der auch schon in einer Band gesungen und Geige gespielt hat. Die Kundenberaterin bei der DAK kann seit ihren jüngsten Kindertagen nicht ohne Melodien und Klänge um sich herum leben, sagt sie. Musikalisch groß geworden ist sie in einem Jugendgospelchor, im Selbststudium an der Gitarre und später durch zahllose Stunden Musikschulunterricht.
Seither immer mit dabei: Zettel und Stift. Denn seit ihrer Kindheit bringt die Finsterwalderin in allen Lebenslagen ihre Gedanken zu Papier. Die Wörter werden zu Liedzeilen. 50 „Ereignislieder“, so nennt Conny Sternheim die Resultate, sind dabei inzwischen herausgekommen. Sie erzählen von Familie, Freunden und aus dem Berufsalltag der Krankenkassen-Kundenberaterin. An den Instrumenten klingen sie wie ihre Entstehungsgeschichten: handgemacht und mit einer riesengroßen Portion Gefühl. Man kann zweifellos sagen, dass Sternheim-Titel unverwechselbar sind. Das ist kein Zufall, sondern selbsterklärtes Ziel.

Sternheim: Auch die Corona-Krise wird besungen

Lieder wie „Kleeblatt“, „Entschleunigung“, „Alles wird gut“ oder „Zeit“ sind Titel, mit denen die Finsterwalder Band Alltägliches und die Facetten des Lebens auf eigene Weise beleuchtet. Der jüngste Clou trägt den Arbeitstitel „Natürlichkeit“ und greift die Corona-Pandemie als Thema auf.

Youtube Sternheim Band „Kleeblatt“

Die Besonderheit: Das böse Wort mit dem „C“ taucht in keiner Zeile auf. Wohl aber die Aufforderung: „Wir sollten besser mit unserer Natur und Umwelt umgehen. Dann würde so etwas nicht passieren“, erklärt die 49-jährige Bandleaderin. Den Musikern sei es immer auch wichtig, mit ihren Zeilen Botschaften zu transportieren.

Schacksdorf/Finsterwalde

Seit 2015 besteht der harte Kern der Band. Die jüngsten Verstärkungen sind die Lieskauerin Jana Zadow-Dorr (Altsaxophon und Gesang) und die Doberlugerin Caro Münnich (Gesang). Vor allem für Jana Zadow-Dorr hat sich seit ihrem Eintritt in die Sternheim Band in den vergangenen beiden Jahren musikalisch einiges geändert. „Vor Conny habe ich nach Noten gespielt, doch in der Band habe ich gelernt, frei zu spielen. Und das mit über 40 Jahren“, freut sich die Saxophonistin über die Veränderung. Oder kurz gesagt: „Aus einem Notentrottel ist eine losgelöste Improvisationskünstlerin geworden.“

Sternheim: Gedanken und Ideen verschmelzen zu Liedern

Die Bandküken schätzen genau wie Frank „Lupo“ Ludwig (Gitarre, Gesang), Christian „Doktor“ Sommer (Bassgitarre) und Bernd Müller (Schlagzeug) die Arbeit auf Augenhöhe. „Aus Conny kommen die Lieder nur so herausgepurzelt. Danach bekommen die Zeilen von uns allen gemeinsam die Klänge eingehaucht“, erklärt Jana Zadow-Dorr die Entstehungsgeschichte der Titel. „Genau das macht uns stark. Jeder hat einen wichtigen Part, der an den verschiedensten Stellen zur Geltung kommt und zu Liedern verschmilzt“, sagt Conny Sternheim.
Ihr Musikverständnis haben die Frauen und Männer auf deutschsprachige, melodische Lieder fokussiert, die zwischen Folk, Rock, Liedermacherart, aber auch mal Reggae liegen. Dabei funktionieren die Musiker immer auf einer Wellenlänge. Und das auch ohne Instrumente in der Hand. „Bei Problemen genügt ein Anruf. Wir helfen uns auch außerhalb des Probenraums oder der Bühne“, sagt Frank Ludwig.

Youtube Sternheim Band „Geschenk“

Sternheim kritisiert Veranstaltern in und um Finsterwalde

Auf letzterer stehen die Männer und Frauen vor allem aus Lust an der Musik, „aber trotzdem schmerzt es manchmal schon, dass viel zu wenige Veranstalter das auch honorieren wollen“, sind sich die Bandmitglieder einig. Jana Zadow-Dorr betont: „Wir gehören zur regionalen Kunstszene, denn jeder Musiker, der eigene Lieder schreibt, ist ein Künstler.“

Nach dem Schützenhaus spielt die Musik in Werenzhain


Nach dem Auftritt am 21. August (20 Uhr) im Schützenhaus Finsterwalde hat die Finsterwalder Sternheim Band schon den nächsten Termin auf ihrem Tourenplan stehen. Beim 30-jährigen Galeriejubiläum der Werenzhainer Glaskünstlerin Angela Willeke am Samstag, 5. September, geben die Musiker aus der Sängerstadtregion ab 14 Uhr ein Konzert in dem Kunstrefugium.