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| 14:10 Uhr

Ein Hauch Oslo beim Sängerfest 2018
So hat man das Sängerlied noch nicht gehört

Die Brüder Harald und Terjen Gundersen vom Bislett Männerchor aus Norwegen mit Andreas Thienel (rechts) vom Sängerfestverein vor dem Sängerlieddenkmal in der Berliner Straße.
Die Brüder Harald und Terjen Gundersen vom Bislett Männerchor aus Norwegen mit Andreas Thienel (rechts) vom Sängerfestverein vor dem Sängerlieddenkmal in der Berliner Straße. FOTO: Andreas Thienel
Finsterwalde. Der Bislett Männerchor aus Norwegen tritt beim Finsterwalder Sängerfest auf. Die Sänger haben Finsterwalde zufällig entdeckt – das Finsterwalder Lied aber singen sie schon seit Jahren. Von Heike Lehmann

Die Geschichte ist so schön, dass man sie fast nicht glauben möchte. Da gibt es einen kleinen Männerchor im fernen Oslo, der seit 1990 das Finsterwalder Sängerlied singt, wenn er die Bühne betritt und dann noch einmal beim Abgang. Das Lied gehört zu seinem festen Repertoire, wie drei, vier andere deutsche Lieder. Die Männer singen es auf ihre Weise und tragen es so um die Welt. Und plötzlich findet einer der Sänger heraus, dass es dieses Finsterwalde tatsächlich gibt ...

Der Bislett Männerchor wird am letzten August-Wochenende, vom 24. bis 26. August, erstmals beim Finsterwalder Sängerfest auftreten. Harald Gundersen versichert am Telefon, dass sich der Chor aus Norwegen ganz besonders auf Finsterwalde freut. Und das, obwohl er schon die halbe Welt singend erobert hat. Harald Gundersen erzählt die Chorgeschichte: „Wir haben uns Ende der 1970er-Jahre zusammengefunden, waren einfach Kameraden, die sich gern in Oslo getroffen haben. Wir haben viel bei unseren Auslandsfahrten gesungen und waren Ende der 1980er-Jahre in Berlin. Danach haben wir einmal pro Jahr eine gemeinsame Chorfahrt organisiert.“ Die Reiseziele sprechen für sich. Die Osloer haben neben Berlin auch in Hamburg, Murmansk, Helsinki, New York, Dubai, Singapur, Miami und Minnesota gesungen. „In Minnesota gibt es auch ein Sängerfest”, sagt Harald Gundersen und ist wieder bei Finsterwalde.

„Keiner weiß genau, wann und wie das Finsterwalder Sängerlied dazu kam. Wir haben es einfach gesungen, ohne zu wissen, dass es Finsterwalde überhaupt gibt. Bis einer von uns plötzlich gesagt hat: Hey, es gibt etwas, das heißt Finsterwalde und die machen sogar ein Sängerfest. Da müssen wir hin“, erzählt Gundersen. Weil die Herren inzwischen in die Jahre gekommen sind, aber dennoch gern eine Chorfahrt, die nicht um den halben Globus führt, unternehmen wollen, suchten sie den Kontakt. Es wurden Mails mit dem Sängerfestverein, der das dreitägige Fest seit 1992 organisiert, ausgetauscht. Um sich ein Bild von der Stadt zu machen, haben sich Harald und sein Bruder Terje Gundersen, der wie der dritte Bruder und noch zwei Cousins selbst im Chor singt, auf den Weg gemacht und sich die Stadt angesehen. „Wir hatten in Berlin zu tun und haben gesagt, bis Finsterwalde ist es nicht so weit, da fahren wir mal gucken“, sagt Harald Gundersen. Andreas Thienel, Leiter der Arbeitsgruppe Programm beim Sängerfestverein, ist von den Herren so begeistert, dass er sie sofort ins Programm einbaut. „Wir haben einen Stadtrundgang gemacht und auch den Schlosshof besichtigt, weil die Gundersens wissen wollten, wo unsere Bühnen stehen werden. Und dann haben die dort die Akustik getestet und das Sängerlied angestimmt auf eine Art, dass ich Gänsehaut bekommen habe“, erinnert er sich. „Ich freue mich, dass der Chor kommt. Die Übernachtung ist geklärt.“

Im Bislett Männerchor singen momentan 18 Herren. Der Jüngste ist 50, der Älteste 65 Jahre alt. „Aber mental sind wir noch sehr jung“, versichert Harald Gundersen. 15 Herren werden Ende August in Finsterwalde dabei sein.

Beim Sängerfest 2018 werden die Chöre wieder im Schlosshof auftreten, die Akustik dort ist einfach optimal, heißt es beim Sängerfestverein. „Samstag von 13 bis 17 Uhr kommen die Chorfreunde dort auf ihre Kosten“, sagt Andreas Thienel. Der Singkreis Lausitz wird sich für diesen Chornachmittag im Schloss den Hut aufsetzen.

FOTO: Sängerfestverein