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Slapstick und Wortgewitter in Doberlug-Kirchhain

Elvira und Klaus liefern sich ein verbales Gefecht vor den Augen des Regisseurs und zur Freude des Publikums.
Elvira und Klaus liefern sich ein verbales Gefecht vor den Augen des Regisseurs und zur Freude des Publikums. FOTO: Lehmann
Doberlug-Kirchhain. "Dinner for one – wie alles begann" hieß es am Samstagabend im Refektorium am Schloss Doberlug. Das Theater Poetenpack aus Potsdam hat mit der Komödie von Volker Heymann um den berühmten TV-Sketch 200 Theaterfreunde bestens unterhalten. Heike Lehmann /

Klaus Thielmann und Elvira Strömer sind nicht gerade die Idealbesetzung von Regisseur Schlenk für Miss Sophie und Butler James. Die Beiden haben zudem eine Hassliebe zueinander entwickelt, die sie selbst vor dem Regisseur nicht unterdrücken können.

Zur Freude des Publikums wetzen sie verbal die Klingen, versuchen ständig, sich gegenüber dem anderen zu profilieren. Abgesehen davon, dass Herr Thielmann "Schulungsfilme für Einkaufsmärkte" als Referenz anführt und Elvira boshaft anheftet, sie würde nahezu "jedes frische Ypsilon-Chromosom" wittern, scheint es um beider Schauspielkünste nicht so gut bestellt.

Aber: Dem Regisseur sitzt der Premierentermin im Nacken. Die beiden Provinzdarsteller bekommen die Rollen und überraschen im Doberlug-Kirchhainer Refektorium, wie nah sie plötzlich dem Fernsehoriginal dabei kommen.

Ohne freilich dabei zu vergessen, sich selbst während der Aufführung vom Klassiker "Dinner for one" immer mal wieder anzugiften. Justus Carrière kann als Klaus Thielmann und später Butler James ein immenses Repertoire an Mimik und Grimassen abrufen.

Ihm kauft man ab, dass er von Elvira maßlos genervt ist. Und er wirkt fast bedauernswert hilflos, ob der beruflichen Forderungen vom Regisseur Schlenk (Martin Molitor).

Ihn als Butler James agieren zu sehen, glich einem vorgezogenen Silvester. Und Iduna Hegen verwandelte sich von der Elvira Strömer in die Miss Sophie, als wäre sie die echte. Kompliment an die beiden Hauptdarsteller.

Deren Wortgefechte aus dem ersten Akt fanden fast mehr Anhänger als der Klassiker an sich. Aber der hat es ja eh nicht nötig, weil eine feste Fangemeinde.

Glückwunsch auch an die Stadt Doberlug-Kirchhain für die Konstanz, mit der Theaterabende im historischen Areal angeboten werden.

Die jüngste Aufführung wurde unterstützt vom Landkreis Elbe-Elster und der Sparkassenstiftung "Zukunft Elbe-Elster-Land".