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Müll und Dreck nach Silvester
Märkte bleiben Knaller-Hotspots

Vor allem auf öffentlichen Plätzen sind Feuerwerksabfälle liegen geblieben.
Vor allem auf öffentlichen Plätzen sind Feuerwerksabfälle liegen geblieben. FOTO: Jörg Carstensen / dpa
Elbe-Elster. Ist mehr oder weniger geknallt worden in der Silvesternacht? Und wie war es um das Aufräumen danach bestellt? Die RUNDSCHAU hat sich im Landkreis Elbe-Elster umgehört. Von Sylvia Kunze, Frank Claus und Daniel Friedrich

Zwei Bauhof-Trupps zu je zwei Personen sind am Dienstag durch die Stadt Falkenberg mit ihren fünf Ortsteilen getourt, um Silvesterhinterlassenschaften zu beseitigen. „So starten wir in jedes Jahr – es sei denn, es liegt Schnee. In dem Fall beginnen die Aufräumarbeiten mit dem Schneeschieben am Neujahrstag“, berichtet Ullrich Fritzsche, Leiter des städtischen Bauhofes. Auch gestern sei es „üblicherweise viel Müll“ gewesen, den die Stadtbediensteten einschließlich der Hausmeister in städtischen Einrichtungen zusammengekehrt und aufgeladen haben. „Es ist jedes Jahr das Gleiche: Es gibt viele Vernünftige, die vor ihren Häusern und Grundstücken nach der Silvesternacht für Ordnung sorgen. Und es gibt Solche, die sich eben nicht darum kümmern und deren Dreck wir nachträglich wegräumen müssen“, so Fritzsche. Die Ecken, wo Hand angelegt werden muss, sind bekannt: Parkplätze, unbewohnte Grundstücke, der Markt. Nur gut, dass dieses Jahr gerade mal nicht Eis und Schnee anderweitig schon die Kräfte binden.

In der Stadt Schönewalde ein komplett anderes Bild. Bauamtsleiter Thomas Kräuter kann in dieser Hinsicht am ersten Arbeitstag des neues Jahres ganz entspannt sein Büro betreten. „Das ist bei uns ganz unproblematisch“, berichtet er. Zwar seien Einzelfälle nicht ausgeschlossen, aber im Großen und Ganzen kümmert sich in Schönewalde jeder selbst um seinen Dreck. „Dass noch leergeschossene Batterien oder andere Feuerwerksreste in größeren Massen auf den Straßen liegen, das gibt es bei uns höchst selten. Es sieht im Wesentlichen längst wieder sauber aus“, schätzt Kräuter ein. Trotzdem: Die Bauhof-Beschäftigten sind gestern trotzdem durch die Ortsteile gefahren, haben nach dem Rechten gesehen und einige wenige Rest-Hinterlassenschaften weggeräumt.

Gleiche Müllmenge wie in den vergangenen Jahren, das vermeldet Elsterwerdas Bauhofleiter Andreas Glas. Bereits am Neujahrsmoren ab 9 Uhr ist die Bauhoftruppe mit fünf Mitarbeitern im Einsatz gewesen. „Da war es ruhig auf den Straßen. Da kann man ordentlich arbeiten“, begründet Andreas Glas. Außerdem war es bis zu diesem Zeitpunkt noch trocken. „Das kehrt sich dann viel einfacher“, sagt er. Schwerpunkte sind wie in allen Jahren der Marktplatz, der Denkmalplatz und das Wohngebiet West. Zerstörungen habe es keine größeren gegeben, ein paar Einsätze von Papierkörben hätten dran glauben müssen. Und wie halten es die Privaten mit dem Kehren nach der Böllerei? „Die Mehrheit hat sofort am Neujahrstag wieder alles in Ordnung gebracht. Das Ordnungsamt ist aber am Dienstag auch zu einigen Grundstückseigentümern gefahren und hat sie auf die Reinigungspflicht aufmerksam gemacht.“

Insgesamt zwei Kubikmeter Abfall sind nach der Silvesternacht in Bad Liebenwerda samt Ortsteilen zusammen gekommen. Das sagt Janin Soltis, im Rathaus unter anderem für die Straßenunterhaltung zuständig. Das sei etwas mehr als in den vergangenen Jahren. „Der Bauhof sagt aber, es gab auch schon Jahre mit deutlich mehr“, berichtet sie von der ersten Auswertung. In Bad Liebenwerda haben die Stadt-Mitarbeiter erst am Dienstag den Silvestermüll beseitigt. „Wir haben das so entschieden, um unseren Mitarbeitern auch einen entspannten Neujahrstag zu gewähren. Schließlich haben sie am 24. Dezember schon bis in den Nachmittag hinein den Weihnachtsmarkt abgebaut. Eine fleißige Truppe war das“, sagt Janin Soltis und ergänzt, dass sie keine Kritik gehört habe, weil nicht gleich am Neujahrsmorgen die Besen geschwungen wurden. Schwerpunkte in Bad Liebenwerda sind Marktplatz, Rossmarkt und Rösselpark sowie Teile im Dichterviertel. In den Ortsteilen sind die Treffpunkte für die vereinte Silvesterknallerei zumeist Bushaltestellen gewesen. Große Sachschäden habe es nicht gegeben.

Mehr Silvestermüll als in den vergangenen Jahren konstatiert Jeanine Metasch vom Finsterwalder Wirtschaftshof. Bereits am Neujahrstag seien vier Mitarbeiter der Stadt unterwegs gewesen, um auf öffentlichen Plätzen aufzuräumen. „Am Dienstag waren dann noch einmal acht Kollegen im Einsatz - den ganzen Tag lang“, so die Koordinatorin des Wirtschaftshofes. Besonders viele Feuerwerksüberbleibsel seien wie immer am Marktplatz, sowie im Stadtpark und am Wasserturm zu finden gewesen. Vor privaten Grundstücken müssten die jeweiligen Eigentümer ihren Anliegerpflichten nachkommen, weist sie hin.

Im Raum Doberlug-Kirchhain war zu Beginn der Woche ebenfalls eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes unterwegs, um öffentliche Plätze auf liegengebliebene Raketen und Böller zu kontrollieren. „Besonders verschmutzt war in diesem Jahr ein größerer Kreuzungsbereich in Kirchhain. Da hier nachträglich nicht mehr feststellbar ist, wer für die Verunreinigung verantwortlich ist, wird die Stadt aktiv werden müssen“, berichtet Ordnungsamtsleiter Fred Richter. „Auf den Dörfern klappt das Aufräumen meist besser, weil sich die Bewohner eher für die Sauberkeit in ihrem Ort verantwortlich fühlen“, ergänzt er. Wo privat etwa vor Gaststätten gefeiert wurde, sehe es tags darauf meist ebenfalls ordentlich aus. „Leider funktioniert das allerdings nicht überall. In diesen Fällen werden die Anlieger von uns angeschrieben, schnellstmöglich wieder für Ordnung zu sorgen“, informiert der Ordnungsamtschef.