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Silbermedaille geht nach Finsterwalde

Mutig stürzten sich die Teilnehmer des Stundenschwimmens bei nicht gerade idealem Wetter in das 20 Grad kalte Wasser.
Mutig stürzten sich die Teilnehmer des Stundenschwimmens bei nicht gerade idealem Wetter in das 20 Grad kalte Wasser. FOTO: Paula Vogel
Finsterwalde. In diesem Jahr hat es beim Stundenschwimmen 20:17 für Finsterwalde "nur" zum zweiten Platz gereicht. Traurig war deswegen aber niemand. Paula Vogel

Für den Sieg hat es in diesem Jahr nicht gereicht, aber traurig ist trotzdem niemand. 449,317 km sind die Finsterwalderinnen und Finsterwalder beim 20:17-Stundenschwimmen geschwommen und mussten sich nur der Rosenstadt Forst und ihren 497,150 geschwommenen Kilometern geschlagen geben. "Ich gratuliere der Stadt Forst zum Sieg und danke allen Mitschwimmern und Helfern für einen tollen zweiten Platz. Besonders Bäderchef Torsten Marasus und das gesamte Team der Stadtwerke, die das Stundenschwimmen in jedem Jahr organisieren, haben wieder ganze Arbeit geleistet", so Bürgermeister Jörg Gampe. Frank Zimmermann betont: "Es gibt hier heute keine Verlierer, trotz des schlechten Wetters hatten alle viel Spaß. Im nächsten Jahr greifen wir wieder an."

Auch Bäderchef Torsten Marasus ist nicht zu enttäuscht, dass er den Wanderpokal abgeben muss. Die Kollegen scherzen, dass als Trostpreis zumindest ein Küsschen von der Rosenkönigin sicher sei.

Über Preise dürfen sich auch die herausragendsten Teilnehmer des Wettkampfes freuen. Der fünfjährige Paul Brandt schwamm 100 Meter und war damit der Jüngste, der sich ins 20 Grad kühle Nass getraut hat. Waldemar Waschull konnte sich, wie bereits im vergangenen Jahr, den Preis als ältester Teilnehmer sichern. Er schwamm 800 Meter. Die längste Distanz bei den Männern legte Martin Kubusch zurück. Er schwamm, über Nacht und Tag verteilt, 13,3 Kilometer. Damit die Energiereserven zwischendurch aufgefüllt werden konnten, ohne den Ort des Geschehens verlassen zu müssen, hatte er kurzerhand ein Zelt auf dem Freibadrasen aufgestellt. Die ausdauerndste Dame war Katja Unsinn, die 9,1 km zu den insgesamt 449,317 km beisteuerte. Sie alle erhielten ein eigens angefertigtes Handtuch, das sie an ihren Erfolg beim Stundenschwimmen 2017 erinnern wird. Für die Teams, die um den sogenannten "Nachtpokal" geschwommen sind, gab es eine Überraschung. Sie alle sind zur ersten Vorstellung des diesjährigen Open-Air-Kinos am 17. August ins Freibad eingeladen.

In den vergangenen zwei Jahren hatte die Sängerstadt den Vergleich für sich entscheiden können. Bei einem dritten Sieg wäre der Wanderpokal in Finsterwalde geblieben. Dass die Siegerehrung in Forst stattfindet, hatten alle Städte zuvor bereits abgemacht. Torsten Marasus: "Da passt es natürlich gut, dass sie in diesem Jahr gewonnen haben und das gönnen wir ihnen auch."

Der Wettbewerb des Stundenschwimmens findet seit 2011 statt. In diesem Jahr nahmen Forst, Finsterwalde, Vetschau, Altdöbern, Luckau, Großräschen und Calau teil. Bis zu zwölf Schwimmer dürfen gleichzeitig, mindestens einer muss immer im Becken sein. Die Bürgermeister der jeweiligen Städte eröffnen das Stundenschwimmen um Mitternacht und beenden es zum Abpfiff, der sich jedes Jahr um eine Minute nach hinten verschiebt.