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| 17:17 Uhr

Feuerwehr auf dem Prüfstand
Sicherheit „schreit“ nach Geld

Eine starke Ortswehr wie hier in Dollenchen ist für ein Dorf von unschätzbarem Wert. Das betonte auch Ministerpräsident Dietmar Woidke bei einem Besuch am 21. März in Dollenchen. Die Dollenchener gehören laut Amtsdirektor Gottfried Richter zu den am besten ausgerüsteten Wehren im Amt. Ihre Partner aus Zürchel haben indes das älteste Löschfahrzeug im Amt und wünschen sich zudem ein Mannschaftstransportfahrzeug.
Eine starke Ortswehr wie hier in Dollenchen ist für ein Dorf von unschätzbarem Wert. Das betonte auch Ministerpräsident Dietmar Woidke bei einem Besuch am 21. März in Dollenchen. Die Dollenchener gehören laut Amtsdirektor Gottfried Richter zu den am besten ausgerüsteten Wehren im Amt. Ihre Partner aus Zürchel haben indes das älteste Löschfahrzeug im Amt und wünschen sich zudem ein Mannschaftstransportfahrzeug. FOTO: LR / Gabi Böttcher
Massen. Gefahren- und Risikoanalyse im Amt Kleine Elster legt Investitionen in Feuerwehr nahe Von Gabi Böttcher

Ihren Mannschaftstransportwagen müssen die Zürcheler Feuerwehrleute wohl weiter auf der Extra-Wunschliste bei Ministerpräsident Dietmar Woidke belassen. Nach den Ergebnissen der jetzt vom Amtsausschuss des Amtes Kleine Elster  einstimmig bestätigten Gefahren- und Risikoanalyse kommt es in den dringenden Schlussfolgerungen nicht vor. Wohl jedoch sticht in Zürchel das mit 58 Jahren älteste Löschfahrzeug ins Auge – ein Opel Blitz. Von den insgesamt 22 Feuerwehrfahrzeugen im Amt Kleine Elster ist die Hälfte älter als 20 Jahre, konstatiert Amtsdirektor Gottfried Richter. „In den nächsten Jahren sind Investitionen in den Fahrzeugpark notwendig. Das muss natürlich im Einklang mit den vorhandenen Gerätehäusern und den einsatzbereiten  Kameraden geschehen“, sagt Gottfried Richter.  Denkbar seien auch kostengünstige Varianten wie der Aufbau einer Garage neben einem Gerätehaus. Klar wurde in der Analyse, dass es bei acht von 16 Gerätehäusern Verbesserungsbedarf gibt. Beispiel: In Babben gibt es keine Heizung.

Nicht gerüttelt wird im Amt Kleine Elster an der Zahl der vorhandenen 16 Feuerwehren. „Sie bleiben alle erhalten und die Ausstattung wird in den nächsten Jahren verbessert. Der Amtsausschuss hat den Amtsdirektor und den Amtswehrführer beauftragt, einen mittelfristigen Bedarfsplan zu erarbeiten. Das geschieht jetzt“, sagt Gottfried Richter. In den Haushaltsplänen der nächsten Jahre werde sich das dann entsprechend wiederfinden. Jedoch macht der Amtsdirektor gleichzeitig auf die Diskrepanz von gesetzlichen Vorgaben einerseits und  der nicht ausreichenden Finanzausstattung der Gemeinden andererseits aufmerksam. „Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren“ ist ein ebenso passendes wie bekanntes Sprichwort.  Die Gefahren- und Risikoanalyse des Amtes zeigt, gemessen an einem sogenannten Hauptschadensereignis wie es ein Wohnungsbrand mit Menschen in Gefahr ist: Bei dem im Amt vorhandenen  Fahrzeugbestand und der teilweise veralteten Technik „ist der Einsatzwert der Feuerwehr nicht zu 100 Prozent gegeben“.  Um Defizite zu kompensieren, wird seit Jahren die Zusammenarbeit  in der Stützpunktfeuerwehr mit  Finsterwalde, Sonnewalde und dem Amt Kleine Elster praktiziert. Im Amt sind zwei Löschzüge gegründet worden, um die Einsatzkraft der Wehren zu stärken.

Zu den Empfehlungen, die aus der aktuellen Kräfteanalyse hervorgehen, gehört eine ganz dringende: Gottfried Richter will dem Amtsausschuss  bereits in seiner nächsten Sitzung in wenigen Tagen vorschlagen, einen neuen Einsatzleitwagen für die Amtswehrleitung anzuschaffen. Und das noch in diesem Jahr. Der alte Lada Niva entspreche auch mit seiner technischen Ausstattung  nicht mehr den Anforderungen einer Einsatzleitung.

Sorgenkind bleibt weiter das Durchschnittsalter der Kameraden im Amtsbereich. Es liegt zwischen 47 und 53 Jahren. Nur 12 Kinder sind jünger als elf Jahre. 16- bis 18-Jährige seien in der Analyse gar nicht erfasst, weil sie mit dem Übergang in Lehre oder Studium in der Regel nicht mehr für die heimischen Wehren zur Verfügung stehen. Von insgesamt 931 Kameraden in den Wehren des Amtes sind nur 173 im aktiven Dienst.

Überlegungen, die Aufgaben der Feuerwehr durch eine Berufswehr zu lösen, sind für Gottfried Richter keine Lösung. Das sei nicht finanzierbar. „Wir sind auf das Ehrenamt angewiesen. Jedoch muss die Anerkennung für die Feuerwehrarbeit durch das Land und die Träger des Brandschutzes wachsen“, ist er überzeugt. Als Mitglied im Präsidium des Städte- und Gemeindebundes verweist er auf Gespräche im Innenministerium, eine Lösung zu finden, um dieses Ehrenamt auch finanziell  zu würdigen.