"Wir hatten durch Gespräche mit den Kollegen mitbekommen, dass die Auftragslage im Massener Werk so gut ist, dass Monteure aus Standorten in Leipzig und Emden nach Massen gezogen wurden. Sie haben bei uns gut und preisgünstig übernachtet", berichtet Umlauf. Noch bis Dezember 2011 seien die Übernachtungskosten regelmäßig gezahlt worden. "Doch ab Januar verschlechterte sich die Zahlungsmoral drastisch. Mehrmals mussten wir mahnen, bis endlich die offenen Rechnungen bezahlt wurden. Da letztlich immer wieder, wenn auch schleppend, gezahlt wurde, nahmen wir weiterhin Monteure auf - auch weil sie nach eigenen Äußerungen mit der Unterkunft sehr zufrieden waren", schildert der Gastwirt.

Drei Wochen umsonst gewohnt

Von Februar bis März hatten dann insgesamt 22 Siag-Mitarbeiter fast drei Wochen lang in der Pension "Zur Erholung" gewohnt. "Die Gerüchte, die schon damals von einer drohenden Insolvenz berichteten, wollten wir nicht glauben. Die Kollegen erzählten von viel Arbeit, die sie in Massen hatten." Doch dann kam der Hammer für Klaus-Dieter Umlauf und die Nachricht von der Pleite bei Siag. Er blieb auf offenen Rechnungen in Höhe von fast 2600 Euro sitzen - auf das Geld wartet er heute noch.

Auf Nachfrage der RUNDSCHAU bei Siag in Leipzig bestätigt man die Aussagen - verweist aber auf die beantragte Insolvenz am 19. März, womit sämtliche Zahlungen eingestellt worden seien. "In diesen Tagen wird das Verfahren eröffnet, dann bekommt Herr Umlauf eine Nachricht vom Gericht", teilt eine Siag-Mitarbeiterin mit.

Was Klaus-Dieter Umlauf am meisten empört: "Siag hat kurz nach dem Insolvenzantrag im Werk in Massen wieder mit der Arbeit begonnen, hat wieder Unterkünfte für Mitarbeiter gebraucht - die aber in einer anderen Pension in Finsterwalde untergebracht. Damit hat man uns Gäste entzogen, mit denen wir wenigstens einen Teil unseres Verlustes, der für uns existenziell eine große Rolle spielt, hätten ausgleichen können. Mit dieser Art und Weise fühlen wir uns als kleines Familienunternehmen arglistig getäuscht."

Umlauf hat Geld abgeschrieben

In diesen Tagen, so ist bei Siag zu erfahren, erwartet man, dass das Gericht das Insolvenzverfahren eröffnet. Der Gastwirt Klaus-Dieter Umlauf rechnet damit, dass er von den 2600 Euro nur einen Bruchteil aus der Insolvenzmasse bekommen wird. Der Gastwirt will seinen Fall einer größeren Öffentlichkeit bekannt machen. Er hat die Sendung "Escher" vom MDR-Fernsehen davon informiert.