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| 10:26 Uhr

Grand-Prix von Elbe-Elster
Showbike, Seifenkisten und ein echter Italiener

Vom Dreirad zum Zweirad umgebaut: Jörg Ehrich mit seinem originellen Showbike.
Vom Dreirad zum Zweirad umgebaut: Jörg Ehrich mit seinem originellen Showbike. FOTO: Dieter Babbe
Finsterwalde/Massen. Neben Kart- und Autorennen für jedermann sind auch Eigenbauten beim Verkehrstag am 23. Juni auf dem Autodrom in Massen. Von Dieter Babbe

Wenn am Sonnabend, 23. Juni, auf dem Autodrom in Massen ein Slalomrennen mit Kart-Autos um den „Großen Preis des Elbe-Elster-Kreises“ stattfindet, an dem jeder ab 8 Jahre (bis 14 Jahre mit Genehmigung der Eltern) teilnehmen kann, gibt es auf dem großen Areal an der Bundesstraße beim Verkehrstag der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster noch viel mehr zu erleben. Besucher können auf einer großen Anlage mit kleinen Autoflitzern um die Wette fahren. Echte Hingucker sind auch die originellen Fahrzeuge Marke Eigenbau.

Mühelos und ohne Anstrengung Schnee schieben – kein Problem mehr. Jedenfalls für Jörg Ehrich. Der Finsterwalder ist ein ausgesprochener Bastler und Schrauber. Zusammen mit seinem Kumpel Tino Deutschland hat er einen einzigartigen Schneeschieberoboter entwickelt. „Das Fahrzeug wird funkferngesteuert und reagiert auf Knopfdruck“, freut sich Jörg Ehrich. Doch nicht mit ihrem originellen Schneeschieber werden beide beim Verkehrstag dabei sein, der verrichtet inzwischen woanders seine Dienste. Bei der Schau von Fahrzeugen der Marke Eigenbau präsentieren Jörg Ehrich und Tino Deutschland erstmals ein anderes einzigartiges motorisiertes Vehikel der Öffentlichkeit. „Aus einem Dreirad haben wir ein Zweirad gebaut“, sagt Jörg Ehrich. Alle Teile hat der gelernte Instandhaltungsmechaniker selbst gebaut, „nur der 6,5-PS-Motor ist gekauft, die Räder sind vom Schrott“, erklärt der 54-Jährige. Auf dem Massener Autodrom wird er mit seinem Showbike vor den Augen der Besucher ein paar Knatterrunden drehen. Wer die Eigenbauten von Jörg Ehrich und Tino Deutschland schon mal vorab bewundern will: https://bit.ly/2Mqk1gO, https://bit.ly/2t7KXcf und https://bit.ly/2JHye77.

Frank Rothbarth rollt zum Elbe-Elster-Verkehrstag mit seinem kleinen wie ruhigen motorisierten Dreirad auf dem Massener Autodrom vor – ein echter Italiener. „Ich hab‘ mir den Piaggio vor einigen Jahren aus dem Urlaub mitgebracht. Für 1000 Euro und zwei Flaschen Wein ein echtes Schnäppchen“, ist der Finsterwalder stolz. An dem Elektrogefährt hat er viel herumgebastelt, kaum ein Vergleich mehr zum Original, „vor allem die Beleuchtung ist völlig neu“, sagt Frank Rothbarth.

Ein Experte in Sachen Seifenkisten kommt aus Großräschen nach Massen. Hans-Joachim Wittkowski ist lange Zeit Motocross gefahren, „bis ich mich nach einem schweren Unfall umorientieren musste, aber unbedingt beim Autosport bleiben wollte“, erklärt Hansi, wie er in seinem örtlichen Seifenkistenclub genannt wird. Seit sieben Jahren hat er vom Tempo her einige Gänge heruntergeschalten – und baut originelle Seifenkisten, fährt damit ein halbes Dutzend Rennen im Jahr und sorgt bei so manchem Dorffest für Gaudi. Von seinen acht Seifenkisten präsentiert er drei auf dem Autodrom, darunter seine älteste Seifenkiste und seine neueste.

Zwei seiner selbstgebauten Seifenkisten: Hans-Joachim Wittkowski kommt aus Großräschen nach Massen.
Zwei seiner selbstgebauten Seifenkisten: Hans-Joachim Wittkowski kommt aus Großräschen nach Massen. FOTO: privat

Einen noch weiteren Weg legen die Sportfreunde vom Pocketbike-Sachsenevent e.V. aus Freiberg zurück. Sie drehen mit ihren Mini-Motorrädern ihre Runden auf dem Massener Autodrom. Wenn Pocketbiker beim Premierenbesuch gut ankommen, wird darüber nachgedacht, im nächsten Jahr in Massen einen Meisterschaftslauf zu veranstalten.

Übrigens: Es gibt sie tatsächlich – die fahrende Bierkiste. Ein Finsterwalder aus Nehesdorf hat sie gebaut und stellt sie beim Verkehrstag vor. Weitere Besitzer von fahrenden Eigenbauten können auch unangemeldet zum Autodrom kommen.