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Finsterwalde
Servicewohnen für Senioren feiert Richtfest

Richtfest für das Servicewohnen für Senioren in der Saarlandstraße von Finsterwalde - v.l.: Falk Schiemann, Stephan Herrmann, Jürgen Mende
Richtfest für das Servicewohnen für Senioren in der Saarlandstraße von Finsterwalde - v.l.: Falk Schiemann, Stephan Herrmann, Jürgen Mende FOTO: Heike Lehmann
Das Interesse am Projekt der Finsterwalder Hausverwaltung GbR ist riesig – alle 39 Wohnungen sind vermietet. Von Heike Lehmann

Nur 94 Arbeitstage hat es gedauert vom ersten Spatenstich bis zum Richtfest. Rekordverdächtig, sagen die Bauherren von der Finsterwalder Hausverwaltung GbR aus Birkwalde. Deren zwei Gesellschafter und Investoren Falk Schiemann und Jürgen Mende, eigentlich in der Heizung- und Sanitärbranche zu Hause, haben das Projekt Servicewohnen für Senioren angepackt. In der Saarlandstraße der Sängerstadt werden 39 Wohnungen gebaut. Der erste Hochbau für die Firma aus Birkwalde erweist sich als Volltreffer. Die Nachfrage ist so groß, dass bereits alle Wohnungen vermietet sind und es bereits eine Warteliste gibt. Viele der künftigen Bewohner waren am vergangenen Freitag beim Richtfest dabei.

„Vor knapp drei Jahren ist die Idee gewachsen, etwas für die älteren Leute zu machen“, sagen Schiemann und Mende. „Wir haben uns gefragt, was gebraucht wird, und ein bis zwei Jahre Marktanalyse betrieben. Im Land Brandenburg fehlen mehr als 100.000 solcher Wohnungen“, betont Jürgen Mende. Ein Grundstück wurde gekauft und dann folgte ein zähes Jahr der Planung. „Der Papierkrieg hat uns manchemal an den Rand des Wahnsinns gebracht“, berichtete Falk Schiemann. Im Juni dieses Jahres konnte die Baugrundvorbereitung endlich beginnen. Man wusste, dass es schwierig weren könnte. Umplanungen waren notwendig. Doch dann haben die Handwerker rangeklotzt. „Bei schlechtem Wetter, an vielen Samstagen wurde gearbeitet - in nur 94 Arbeitstagen haben sie dieses Gebäude erbaut!“, sagt Falk Schiemann und bekommt dafür Beifall von den künftigen Bewohnern. Viele Firmen der Region wurden beauftragt. „Der Landkreis, die Stadt und die Stadtwerke Finsterwalde haben uns unbürokratisch zur Seite gestanden. In einigen Monaten wollen wir die Eröffnung feiern. Vor allem die zukünftigen Mieter fiebern dem entgegen“, so Schiemann.

Knapp vier Millionen Euro investieren Falk Schiemann und Jürgen Mende. Die barrierefreien Wohnungen werden 42 bis 55 Quadratmeter groß und bekommen eine hochwertige Badausstattung, eine Küchenzeile mit Ceran-Kochfeld, Fußbodenheizung, eine Lüftungsanlage und alle einen Balkon. Der künftige große Gemeinschaftsraum bekommt eine gemütliche Kaminecke mit Teeküche. Das Projekt wird begleitet vom Ingenieurbüro Russig. Die Ideen sind von den Investoren selbst eingeflossen. Ein Serviceunternehmen der Region wird sich um die täglichen Belange der Mieter kümmern und Hilfestellung im Alltag geben.

Jule-Anne Fischer (78) hat den Baufortschritt aus nächster Nähe verfolgt. Sie wohnt in der Saarlandstraße gegenüber und freut sich auf eine schöne neue Wohnung. Anneliese und Kurt Reckenbeil, 81 und 82 Jahre alt wollen zu zweit einziehen. „Wir wollen es uns hier schön machen“, sagt sie. Brigitte Lehmann (79) hat ein Häuschen mit Grundstück am Stadtrand und will dies aufgeben. Sie sagt: „Ich bin jetzt dort recht einsam und freue mich auf die Kontakte hier. Ich habe heute schon Bekannte, frühere Arbeitskollegen getroffen, die auch mir herziehen. Und die Lage hier ist ideal. Arzt, Apotheke, Frisör, Einkaufsmöglichkeiten – alles kurze Wege.“ Walter Heidemann (89) aus der Berliner Straße ist auf den Rollator angewiesen und braucht die barrierefreie Wohnung.

Sie alle und die anderen Interessenten hoffen jetzt auf einen schnellen Innenausbau und den baldigen Einzug.