ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:42 Uhr

Seniorengruppe durfte als Erste trainieren

Durchnschnitten das Band zur Einweihung der Turnhalle in Tröbitz – v.l. Bauplaner Heinz Linge, Amtsdirektor Andreas Dommaschk, Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, Bürgermeister Holger Gantke und Pfarrer Stefan Branig.
Durchnschnitten das Band zur Einweihung der Turnhalle in Tröbitz – v.l. Bauplaner Heinz Linge, Amtsdirektor Andreas Dommaschk, Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, Bürgermeister Holger Gantke und Pfarrer Stefan Branig. FOTO: Heike Lehmann
Tröbitz. Begleitet von viel regionaler politischer Prominenz und zahlreichen Einwohnern hat die Gemeinde Tröbitz am Samstagvormittag ihre sanierte Sporthalle feierlich eingeweiht und zur Nutzung freigegeben. Landtagsabgeordnete, Landrat und mehrere Bürgermeister verfolgten, wie der Tröbitzer Bürgermeister Holger Gantke (CDU) die Erfolgsgeschichte zusammenfasste. Heike Lehmann

Gehofft hatten die Tröbitzer auf den brandenburgischen Innenminister. Denn nur mit Zuschüssen über das Brandenburgische Finanzausgleichsgesetz hat sich die Gemeinde mit defizitärem Haushalt die Rund-um-Modernisierung ihrer Sporthalle leisten können.

Zunächst in ganz kleinen Schritten und dann mit einem Ruck - so könnte man beschreiben, wie die Arbeiten am maroden Bau aus den 1950er-Jahren vorangingen. Gantke vergaß nicht, dass auch die Einwohner selbst ihren Anteil an der Sanierung haben. 2011 wurde eigens für diesen Zweck ein Spendenkonto eingerichtet. "Das Konto bleibt jetzt bestehen. Eingänge kommen dem gesamten Sportkomplex zugute", kündigte er am Samstag an.

Mit 1,14 Millionen Euro ist die Sporthalle baulich auf den neuesten Stand gebracht. Nur knapp 60 000 Euro - 5,24 Prozent der Gesamtsumme - muss die Kommune als Eigenanteil beisteuern. Für Amtsdirektor Andreas Dommaschk ist diese finanzielle Unterstützung "ein wichtiges Signal vom Land an die Gemeinde Tröbitz". Etwa 30 Gewerke, zu mehr als 90 Prozent aus dem Elbe-Elster-Kreis, haben beste Arbeit geleistet. Wie die ortsansässige Firma Etapart den Bau energetisch für die Zukunft fit gemacht hat, ist beispielhaft. Eine Photovoltaik anlage auf dem neuen Dach hat eine Leistung von 66,5 kWp. Seit dem 4. März dieses Jahres wurden bereits 36 000 kWh erbracht, die fast ausschließlich in das benachbarte Erlebnisbad geflossen sind, berichtete der Amtsdirektor. Holger Gantke freute sich, dass der Sportkomplex auf diese Weise in der Hochsaison fast energieautark betrieben werden könne.

Zusätzlichen Aufwendungen, Umplanungen und eine Zwangspause brachten drei Fledermauspopulationen, die im Zwischenboden entdeckt wurden. Der Natur- und Artenschutz verlangte Umsiedlungsplan und Ausweichquartier. Ergebnis zum Ärgernis des Bürgermeisters: Die Tiere haben ihre neue Behausung bis heute nicht angenommen.

Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) versuchte, hier ein bisschen zu "entschärfen". Lediglich 45 000 Euro, knappe vier Prozent der Gesamtsumme, seien für den Artenschutz aufgewendet worden.

Nach dem offiziellen Teil kamen die Nutzer der Halle zum Zuge. Schüler der evangelischen Grundschule Tröbitz, Spieler vom Badminton-Verein, die Seniorengymnastik- und die Aerobic-Gruppe vom SV Blau-Weiß Tröbitz demonstrierten ihre Stärken. Seit fast 60 Jahren ist Tröbitz eine Badminton-Hochburg. Während der Bauphase musste nach Doberlug-Kirchhain ausgewichen werden.

Die Seniorengymnastikgruppe - 30 Frauen von 47 bis 89 Jahren unter Leitung von Ursula Pohling - durfte am Donnerstag als Erste ihre wöchentliche Übungsstunde auf dem neuen Hallenboden abhalten.