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| 01:04 Uhr

Seit 115 Jahren ertönt hier die Schulklingel

Doberlug-Kirchhain.. An diesem Wochenende begeht ein Gebäude in der Straße der Jugend ein besonderes Jubiläum. Vor 115 Jahren wurde es errichtet und eingeweiht. Seitdem sind zahlreiche Menschen aus Doberlug-Kirchhain und Umgebung ein- und ausgegangen. Von Lars Trossert

Und dieses Gebäude hat vielen historischen Ereignissen standgehalten, den Auswirkungen zweier Weltkriege, den Schwierigkeiten der Nachkriegsentwicklungen, ruhige und stürmische Zeiten. Vor allem waren es Kinder, die das Gebäude für sich nutzten, zum Lernen, Musizieren und zahlreichen anderen Aktivitäten.
115 Jahre Schulgebäude des Gerberstadt-Gymnasiums in Doberlug-Kirchhain - das ist ein Geburtstag, den die Schule mit einem Festwochenende würdig begehen wird. 115 Jahre Schulbetrieb sollen auch Anlass für eine kleine Rückschau sein.
Alles begann im Jahre 1889, als nach zwei Jahren Bauzeit das Schulgebäude eröffnet wurde. Der Bau stand unter der Leitung des Regierungsbaumeisters Karl Wilde und dem Maurermeister Lehmann aus Kirchhain. Danach konnte das Schulhaus bezogen werden, und viele Jungen und Mädchen erlernten hier das Lesen, Schreiben und Rechnen. Im Jahre 1931 gab es zum Beispiel 15 Klassen mit 532 Schülern und Schülerinnen.
Während der Zeit des Zweiten Weltkrieges dienten die Räume des Gebäudes dann als Lazarett, der Unterricht fand in anderen Räumen der Stadt statt.
Nach dem Krieg wurde die Schule am 1. Oktober 1945 als Zentralschule wiedereröffnet. Ohne Schulbücher und Hefte begann man notdürftig mit dem Schulbetrieb, 20 Schulklassen mit insgesamt 975 Schülern besuchten damals die Schule. Nach einem Brand im Jahre 1949, der das Dach zerstörte, wurde der Schulbau um ein neues Obergeschoss erweitert, und der Anbau mit der Aula wurde errichtet.
Zu DDR-Zeiten erhielt die Schule den Status einer „Polytechnischen Oberschule“ , die später den Namen „Hermann-Matern-Oberschule“ trug. Zahlreiche Arbeitsgemeinschaften, ein Spielmannszug, eine Tanzgruppe und ein Blasorchester prägten ebenso das Bild der Schule wie die unzähligen sportlichen Erfolge der Schüler. Nach umfassender Rekonstruktion 1985 kamen später das Polytechnische Zentrum, das heutige Technikum, und die Schul- und Volkssternwarte hinzu.
Nach der Wende 1990 wurde die Schule in die städtische Schulträgerschaft übergeben und in ein Gymnasium umgewandelt. Die Schule wurde um das Schulobjekt im Jähdeneck erweitert. Als kreatives Künstlerviertel für den Kunst- und Musikunterricht, aber auch für das Fach Latein wird es genutzt. 1996 erhielt das Gymnasium den Namen „Gerberstadt-Gymnasium“ , der an das traditionelle Handwerk der Gerberstadt Doberlug-Kirchhain erinnern soll und die Verbundenheit zur Stadt dokumentiert.
Seit 1991 führt die Schulausbildung ab der siebten Klasse bis zur Oberprimanerstufe der Klasse 13, in der dann das Abitur abgelegt wird. So kann man insgesamt auf dreizehn Abiturjahrgänge zurückblicken (ohne 1994 - da vom zwölfjährigen Abitur auf 13 Jahre umgestellt wurde).
Wenn also an diesem Wochenende gefeiert wird, werden zahlreiche ehemalige Abiturienten zum großen Fest erscheinen. Sicherlich bereichern zahlreiche Gespräche zwischen den ehemaligen Schülern und Lehrern den Abend. Gemeinsam wird man sehr viele Erinnerungen auffrischen. So soll es auch ein Wiedersehen geben mit vielen ehemaligen Lehrern, die an der Schule ihre Arbeit geleistet haben. Die Schüler und Lehrer des Gerberstadt-Gymnasiums freuen sich auf den Besuch der ehemaligen Schüler und Lehrer und werden mit ihnen gemeinsam dieses Jubiläum würdig begehen.
www.gerberstadtgymnasium.de

Programm Offene Schultüren und Absolvententreffen
Am Sonnabend öffnen sich von 14 bis 16 Uhr die Türen des Schulgebäudes für alle interessierten Besucher, am Abend findet in der Stadthalle ein großes Absolvententreffen statt. Höhepunkte des Abends werden die Präsentation einer Schul-DVD, die in den letzten Monaten von einem Team der Jahrgangsstufe 12 erarbeitet wurde, und der Auftritt der Rockband „The Clogs“ sein. Band-Mitglied Peter Eichstädt hat selbst die Schule besucht.